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Lithium-Ionen-Akku-Erfinder „Europa sollte dringend anfangen, selbst Batterien zu fertigen“

Exklusiv
Elektromobilität: Warum Europa selbst Batterien fertigen sollte Quelle: Presse

Akira Yoshino, einer der Erfinder des Lithium-Ionen-Akkus, warnt die deutsche Autoindustrie vor den Folgen der Knappheit von Lithium-Ionen-Batteriezellen und der zunehmenden Marktmacht Asiens.

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Akira Yoshino, einer der Erfinder des Lithium-Ionen-Akkus, warnt die deutsche Autoindustrie vor langfristig dramatischen Folgen der zunehmenden Knappheit von Lithium-Ionen-Batteriezellen und der Dominanz asiatischer Zell-Hersteller auf dem Markt. Yoshino gelang in den 1980ern der entscheidende Durchbruch in der Forschung an kleinen, wieder aufladbaren Batterien mit Lithium; er war mehrfach für den Nobelpreis nominiert und gilt bis heute als einer der renommiertesten Batterieexperten. „Wenn Europa auch in kommenden Jahrzehnten noch Autos verkaufen will, sollte es jetzt mit der Batteriezellenfertigung anfangen“, sagte Yoshino der WirtschaftsWoche.

Der Markt wird von einem kleinen Oligopol asiatischer Batteriekonzerne dominiert; angesichts der stark steigenden Nachfrage nach Akkus durch die Elektromobilität spielen die Asiaten ihre Marktmacht zunehmend gegenüber ihren Kunden aus.

Die deutsche Politik, zuletzt Kanzleramtsminister Peter Altmaier, fordert daher immer nachdrücklicher den Aufbau einer solchen Zellfertigung von der Industrie. Diese zögert jedoch wegen der hohen Investitionen in Milliardenhöhe und wegen des langen Zeitraums, bis neue Zellfabriken Gewinn abwerfen würden. „Je länger man aber zuwartet, desto teurer wird es“, sagte Yoshino dem Düsseldorfer Magazin, „technisch ist es möglich, einen neuen Zellhersteller am Markt zu etablieren.“

Zugleich dämpfte der Forscher die Hoffnungen der Industrie und Autokäufer auf fallende Preise bei Elektroautos: „Akkus werden trotz aller technischen Fortschritte immer eine relativ teure Technologie bleiben“, sagte Yoshino der WirtschaftsWoche. Dies liege an aufwendigen Produktionsverfahren und teuren Rohstoffen wie Nickel und Kobalt. „Der Verkaufspreis von Elektro-Pkw wird auch in einigen Jahren im Durchschnitt nicht unter dem vergleichbarer konventioneller Autos liegen“, sagte der Forscher.
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