Luxusmarke expandiert Rolls Royce will mehr Autos produzieren

Exklusiv

Die britische Luxusmarke setzt bei neuem Wachstum auf Frauen und jüngere Käufer.

Ein Phantom für die Straße
Rolls-Royce Wraith Das neue Rolls-Royce Modell ist erstmals auf dem Genfer Autosalon vorgestellt worden. Seit dem bereist er die internationalen Automobilausstellungen und lässt sich auch auf der IAA blicken. Quelle: AP
Das neue Rolls-Royce Modell verfügt über 632 PS unter der Haube, er schafft die 100 km/h in nur 4,6 Sekunden. Nach Herstellerangaben ist es der stärkste und dynamischste Rolls-Royce aller Zeiten. Quelle: Presse
Wraith bedeutet Phantom oder Geist. Der Name ist Programm: Der Wagen ist keine Raubkatze auf der Straße, sondern soll wie von Geisterhand gelenkt über den Asphalt gleiten. Dabei helfen Sprachsteuerung und ein satellitengesteuertes Getriebe. Quelle: Presse
Im Wraith sorgen ein V12-Motor und ein Achtgang-Automatikgetriebe vom deutschen Hersteller ZF Friedrichshafen für den dynamischen Antrieb. Quelle: Presse
Sowohl außen als auch im Inneren trifft der Fahrer auf die gewohnte Mischung aus Raffinesse, Luxus und Eleganz eines klassischen Rolls-Royce. Quelle: Presse
Natürlich verfügt ein Wagen von solcher Klasse über eine ausgefeilte Sprachsteuerung. Sie wird per Ruftaste am Lenkrad gestartet, der Fahrer gibt dann mündlich seine Routenwünsche an. Quelle: Presse
Bei der Seitenansicht kommt das Fastback-Design zum Vorschein - für die Nicht-Design-Fachleute: damit ist das langestreckte, sanft abfallende Heck gemeint. Die "kühne Linienführung, die Spannung in den Flächen und die gestreckte Heckscheibe" sollen das Bild eines Athleten in den Startblöcken erzeugen - das wünscht sich zumindest der Hersteller. Quelle: Presse

Zehn Jahre nach der Trennung von Bentley und dem Neubeginn unter dem Dach der BMW Group ist die britische Luxusmarke Rolls-Royce nach den Worten von Markenchef Torsten Müller-Ötvös „hoch profitabel“. Im Gespräch mit der WirtschaftsWoche kündigte er weiteres Wachstum an: „In dem Markt für High-End-Luxusautos ist noch Platz für mehr Rolls-Royce.“

Im vergangenen Jahr hatte Rolls Royce Motor Cars 3575 Autos verkauft, im laufenden Jahr sollen es rund 4000 Fahrzeuge werden. Für Wachstum soll unter anderem das neue Coupe Wraith sorgen, dessen Produktion im August in Goodwood anläuft. Müller-Ötvös hofft von dem Modell, das weibliche und jüngere Käufer ansprechen soll, ab 2014 rund 1500 Fahrzeuge jährlich absetzen zu können.

Um die Lieferzeiten für die drei Modellreihen von Rolls Royce nicht zu lang werden zu lassen, denkt das Unternehmen aktuell darüber nach, wie die Produktion in Goodwood erhöht werden kann. Müller-Ötvös: „Wir müssen permanent überlegen, wie wir noch mehr aus der Fertigung herausholen“.

Ein neues Werk steht laut Müller-Ötvös aber nicht zur Disposition. „Wir versuchen, die Produktion durch neue Schichtmodelle weiter zu steigern.“ Derzeit produziert Rolls-Royce in zwei Schichten.

Rolls-Royce will außerdem sein Vertriebsnetz ausweiten. „Wir planen Händlerstandorte in Nigeria und Vietnam“, so Müller-Ötvös. Europa hat laut dem Markenchef derzeit einen Anteil von etwa 15 Prozent am Gesamtabsatz. „Deutschland war unser am stärksten wachsender Markt in der EU“, sagte Müller-Ötvös. 2012 wurden hierzulande etwa 60 der wenigstens 250.000 Euro teuren Fahrzeuge abgesetzt.

Was Rolls-Royce im Angebot hat
Der Einstieg in die Welt von Rolls-Royce beginnt mit dem Ghost. Auch der "kleine" Rolls bietet die markentypischen Merkmale wie die gegenläufig öffnenden Türen, einen starken Zwölfzylinder und natürlich die Kühlerfigur "Spirit of Ecstasy". Wobei klein hier relativ ist: 5,40 Meter Länge und 3,30 Meter Radstand sind fürstliche Maße. Quelle: Presse
Eine Nummer größer wird es im Ghost Extended Wheelbase, also mit verlängertem Radstand. Um genau zu sein sind Radstand und Länge um stattliche 17 Zentimeter gewachsen. Der Ghost EWB misst damit 5,569 Meter. Angetrieben werden beide Ghost-Varianten von einem 6,6 Liter großen V12 mit 570 PS. Quelle: Presse
Doch selbst mit diesen Ausmaßen reicht der Ghost nicht an die kürzeste Version des Phantom heran. Mit 5.609 Metern Länge und 3,32 Metern Radstand überragt das Phantom Drophead Coupé (seit 2007 auf dem Markt) den Ghost EWB nur minimal. Quelle: Presse
Erst ein Jahr nach dem Cabrio folgte das geschlossene Coupé. Angetrieben werden alle Phantoms von einem 6,75 Liter großen Zwölfzylinder. Bei dem selben Radstand wie das Drophead Coupé überragt das reine Coupé das Cabrio um drei Millimeter. Für den Jahrgang 2012 hat Rolls-Royce alle Phantom-Modelle einer Überarbeitung unterzogen, Series II genannt. Darin enthalten sind weltweit zum ersten mal serienmäßig Voll-LED-Scheinwerfer verbaut, zudem gab es Änderungen am Infotainment-Sysytem sowie am Antrieb. Quelle: Presse
Angefangen hat es 2003 mit dem 5,84 Meter langen Phantom. Drei Jahre später kam die im Bild gezeigte Langversion (6,09 Meter) auf den Markt. Seit der Modellpflege wird der 460 PS starke V12 mit einer Achtgangautomatik von ZF kombiniert, zuvor war es eine Sechsgangautomatik. Damit konnte der CO2-Ausstoß von 385 auf 347 Gramm je Kilometer gesenkt werden. Quelle: Presse
So könnte die Zukunft aussehen: Der Prototyp 102EX wird von einem Elektromotor angetrieben. Über eine Serienfertigung ist noch nicht entschieden. Dass er es kann, hat der 102EX bereits mit einer Welttournee bewiesen. Im Bild die Station in Singapur. Quelle: Presse

Auch Rolls-Royce will grün werden

Autos der Edelmarke Rolls-Royce wird es demnächst auch mit umweltfreundlichen Antrieben geben. „Rolls-Royce muss sich mit alternativen Antrieben auseinandersetzen“, erklärte Markenchef Thorsten Müller-Ötvös im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Es wird noch ein paar Jahre dauern. Aber wir werden mit Sicherheit irgendwann ein Hybridmodell anbieten“, betonte er.

Einen voll elektrischen Rolls-Royce sieht Müller-Ötvös aufgrund der verhaltenen Resonanz auf das Konzeptauto Phantom 102EX „so bald nicht“. Müller-Ötvös: „Für unsere Kunden war der Vorteil der Elektroversion gegenüber dem mit einem Zwölfzylinder angetriebenen Phantom in puncto Laufruhe und Drehmomentverlauf zu gering. Dem gegenüber standen Reichweiten und Ladezeiten, die für sie inakzeptabel waren.“
Rolls-Royce Motor Cars ist eine 100-prozentige Tochter von BMW, die im November das Elektroauto i3 auf den Markt bringt.

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