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Markt-und Finanzerfolg Premium-Autobauer auf Rekordfahrt

Das Forschungszentrum Center of Automotive Research hat die Bilanzen der Premium-Hersteller Audi, BMW und Mercedes ausgewertet. Experte Stefan Bratzel sagt für 2012 Rekordabsätze voraus.

Die größten Autobauer der Welt
Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat gut Lachen: "Wir werden in diesem Jahr wahrscheinlich erstmals mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkaufen, dieses große Ziel hatten wir eigentlich erst für 2018 angestrebt", sagte Winterkorn der „Bild am Sonntag“. "Unser großer Wachstumsmarkt ist natürlich China. Dort werden wir in diesem Jahr voraussichtlich 3,6 Millionen Autos verkaufen, von denen übrigens weit über 90 Prozent vor Ort in China gebaut werden." Erreicht VW dieses Ziel, stiegen die Wolfsburger dadurch zum größten Automobilhersteller der Welt auf. Doch noch sieht das Ranking der größten Autobauer wie folgt aus... Quelle: dpa
BentleyDer britische Luxuswagen-Hersteller Bentley hat im abgelaufenen Jahr so viele Autos verkauft wie noch nie. Die Volkswagen-Tochter mit Sitz in Crew lieferte 2013 genau 10.120 Wagen aus. 2012 waren es 8510. Im bisherigen Rekordjahr 2007 waren 10.014 Bentleys verkauft worden, wie Vorstandschef Wolfgang Schreiber sagte. „2013 ist das vierte Jahr in Folge, in dem der Absatz zweistellig steigt“, so Schreiber. Der weltweite Marktanteil im Preissegment über 150.000 Euro liege bei 25 Prozent. 86 Prozent der Produktion geht in den Export, vor allem in die USA, China und Nahost. Der europäische Markt läuft schleppender. Allerdings stieg auch der Absatz in Deutschland deutlich. 544 Bentleys wurden den Angaben zufolge 2013 nach Deutschland geliefert, ein Plus von 22 Prozent zum Vorjahr. Kunden warten derzeit im Schnitt 45 Monate auf ihren bestellten Bentley. Schreiber will den Absatz bis 2018 auf 15.000 Autos hochschrauben und dafür in den nächsten Jahren mehrere hundert Millionen Euro in den Standort Crew investieren. Die Mannschaft von derzeit 3700 Mitarbeitern soll allein um 400 zusätzliche Leute aufgestockt werden, um bis 2016 einen luxuriösen Geländewagen auf den Markt zu bringen. Von den Absatzzahlen der Autohersteller wie Audi, BMW oder Daimler kann Bentley allerdings nur träumen... Quelle: REUTERS
AudiAudi hat auch im Dezember deutlich mehr Autos verkauft und damit erneut ein Bestjahr perfekt gemacht. Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern weltweit rund 1,57 Millionen Autos, ein Plus von 8,3 Prozent. Bereits im November hatte Audi die Rekordwerte von 2012 erreicht. „Unser strategisches Etappenziel von 1,5 Millionen Auslieferungen haben wir zwei Jahre früher als geplant erreicht und sogar komfortabel übertroffen“, sagte Vorstandschef Rupert Stadler. Quelle: REUTERS
DaimlerDie Schwaben haben und im vergangenen Jahr 1,32 Millionen Autos ihrer Top-Marke Mercedes verkauft. Das entspricht einem Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Quelle: dapd
BMWVon ihrer Kernmarke setzten die Bayern im vergangenen Jahr 1,54 Millionen Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Plus von 12 Prozent gegenüber 2011. Quelle: dpa
Fiat-ChryslerDer Fiat-Konzern lieferte im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Fahrzeuge weltweit aus - sechs Prozent mehr als 2011. Fiat profitiert dabei vom guten Geschäft der US-Tochter Chrysler. Denn ähnlich wie die Kollegen von PSA Peugeot Citroen litten die Italiener massiv unter der Absatzkrise in Europa, sie verkauften dort 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Quelle: dpa
Nissan RenaultCarlos Ghosn - Chef der französisch-japanischen Allianz - kann zufrieden mit sich sein. Bei Nissan lief es hervorragend, Partner Renault litt unter der Schwäche des europäischen Markts. Die Renault-Gruppe setzte weltweit 2,55 Millionen Fahrzeuge und damit 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr. In Europa sank der Absatz um volle 18 Prozent. Die Marke Renault verkaufte weltweit 2,1 Millionen Fahrzeuge, Dacia knapp 360.000 Autos. In Deutschland setzte Renault inklusive der Marke Dacia im Jahr 2012 mit 170.000 Einheiten rund 11.000 Fahrzeuge weniger ab als 2011. Die Marke Renault allein verkaufte 2012 in Deutschland 123.779 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Der Marktanteil sank um knapp 0,4 Prozentpunkte. Quelle: REUTERS

"BMW bleibt auch im Jahr 2012 mit Abstand der größte Premiumhersteller, während Mercedes deutlich an Boden verliert. Audi besitzt im Vergleich die größte Dynamik", fasst das Center of Automotive Research in Bergisch Gladbach die Lage der deutschen Hersteller zusammen. Bei den Absatzzahlen Audi nach den ersten sechs Monaten an Mercedes vorbei - auch dann wenn die Tochter Smart mit ins Rennen geschickt wird.

Für das Gesamtjahr rechnet das CAM bei Audi mit einer Absatzsteigerung von rund 11 Prozent auf 1,45 Millionen Autos. Mercedes werde nur vier Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen und damit 1,43 Millionen Stück an Mann und Frau bringen. BMW kommt nach der Prognose im Gesamtjahr auf 1,75 Millionen Fahrzeugen. Das entspräche einem Zuwachs von fünf Prozent.

Absatzrakete China

Für Audi und BMW bleibt der chinesische Markt ein wahres Absatzkatapult. Beide Premium-Hersteller realisieren im ersten Halbjahr 2012 Wachstumsraten jenseits der 30 Prozent und liegen damit deutlich vor Konkurrent Mercedes, der in China nur 11 Prozent mehr Autos verkaufen konnte. Der US-amerikanischen Absatzmarkt wächst deutlich schwächer. Hier verzeichnet Mercedes das stärkste Absatzwachstum im ersten Halbjahr 2012 mit einem Plus von 18 Prozent. Audi landet mit kaum geringeren Plus von 17 Prozent auf dem zweiten Rang. Auch der Premium-Hersteller BMW erzielt ein zweistelliges Wachstum.

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Gewinne und Margen sinken

Der Verkauf von Premiumprodukten ist dabei ein hoch profitables Geschäft, wenngleich die Gewinne und Margen im Vergleich zum Vorjahr angesichts steigender Kosten unter Druck geraten. BMW und Audi schaffen im ersten Halbjahr EBIT-Margen von 11,6 Prozent und 11,5. BMW hält sich damit auf dem Niveau des Gesamtjahres 2011 mit 11,7 Prozent. Audi liegt unter dem Gesamtvorjahreswert von 12,1 Prozent. Mercedes bildet mit 8,5 Prozent das Schlusslicht (Gesamtjahr 2011: 9, 0 Prozent).

Den höchsten Gewinn pro Fahrzeug realisiert BMW mit 4430 Euro gefolgt von Audi mit 3923 Euro und Mercedes 3622 Euro pro Fahrzeug. Bei allen Hersteller liegen diese Werte niedriger als im Gesamtjahr 2011, aber höher als im Jahr 2010. Für das Gesamtjahr 2012 erwarten die Forscher des CAM, dass sich die Gewinne, trotz der Probleme auf dem europäischen Absatzmarkt nur leicht unter denen des Vorjahres bewegen werden.

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