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Marktanalyse Europas Autoindustrie driftet auseinander

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Frankreich bereitet Staatshilfen vor


Welche Automarken die Deutschen lieben
Forscher des Automotive Institute for Management (AIM) an der European Business School in Oestrich-Winkel haben den Wert von Automarken aus Sicht der Kunden bestimmt. Fast 1400 Kunden von 15 Automarken wurden dafür befragt. In die Bewertung flossen die Beurteilung der Markenstärke, Kundenbindung sowie Qualität und Service mit ein. Die Beurteilung dieser Dimensionen erfolgte mit Werten von 1 = ganz schwach bis 7 = ganz stark. Die Gesamtwertung ergibt sich aus den Mittelwerten der einzelnen Bereiche. Und hier das Ergebnis... Quelle: dpa
Platz 15: FiatWertung: 5,05 Der kleine Cinquecento ist ein Sympathieträger, der Rest eher mau. Gibt’s den Bravo eigentlich noch? Quelle: Reuters
Platz 14: RenaultWertung: 5,38 Pionier bei Elektroautos, aber die Alltagsware ist eher grau. Wofür steht die Marke? Quelle: Renault
Platz 13: FordWertung: 5,41 Nur noch knapp hinter Opel und schon auf der Überholspur mit einer konsistenten Modellpolitik und sparsamen Motoren. Quelle: obs
Platz 12: OpelWertung: 5,42 Zuverlässige und ansehnliche Produkte, aber die Marke hat ein Loser-Image Quelle: dpa
Platz 11: PeugeotWertung: 5,45 Mit Umwelttechnik und Hybridantrieben können die Franzosen punkten, mit der Qualität weniger. Quelle: REUTERS
Platz 10: HyundaiWertung: 5,49 Der Emporkömmling aus Korea. Noch ist der Preis der wichtigste Kaufgrund. Quelle: REUTERS

PSA und Fiat hoffen jetzt auf staatliche Hilfen. Der französische Industrieminister Arnaud Montebourg will in Kürze einen Rettungsplan für die französische Autoindustrie vorlegen. Eine erneute Abwrackprämie ist unwahrscheinlich. Sie hat in Deutschland wie auch Frankreich lediglich zu vorgezogenen Käufen geführt. Die haben kurzfristig die Auswirkungen der Finanzkrise 2008/2009 überbrückt, doch nach dem Ende der Maßnahme 2010 tat sich nicht mehr viel.

Gerade in Frankreich blieb 2011 in Folge der vorgezogenen Autokäufe ein weiterer Anstieg aus. Der Markt kam unter dem Druck der Schuldenkrise nicht von selbst wieder in Schwung. Auch in Deutschland ist der Erfolg der Abwrackprämie umstritten. Das Konjunkturprogramm für die Autoindustriekostete die Steuerzahler schließlich rund 2,6 Milliarden Euro. War es das wert?

Hilfe aus den Geldtöpfen der EU

„Ja“, würde Fiat-Chef Marchionne wohl antworten. Er hat sich in seiner Funktion als Präsident des europäischen Autoverbandes ACEA für staatliche Unterstützung der europäischen Autobranche stark gemacht. In der europäischen Expertengruppe Cars 21 fand er jedoch zu wenig Befürworter. Deutschland zog nicht mit. Den deutschen Autobauern war es wichtiger auf EU-Ebene für höhere CO2-Grenzwerte zu kämpfen als in einer Zeit, in der sie erfolgreicher wirtschaften als die Konkurrenz für staatliche Finanzspritzen einzutreten.

Weniger Treibhausgas

Stattdessen soll es Gelder aus europäischen Fördertöpfen für die Erforschung neuer Antriebstechnologien geben – mit dieser Empfehlung konnten sich auch die deutschen Vertreter in der Cars 21-Initiative anfreunden. Zudem soll die EU „Erleichterungen“ für die Automobilbranche schaffen, etwa Regulierungen für die Branche lockern, Vorgaben für den Handel ändern oder die Zusammenarbeit bei technischen Kooperationen erleichtern.

Die Expertengruppe Cars21

Sollte die EU-Kommission die Empfehlung der Experten-Gruppe tatsächlich umsetzen, werden die europäischen Autobauer sicher von der einen oder anderen Geldspritze profitieren – den großen Rettungsanker wird die EU damit aber nicht auswerfen. Die kriselnden Autohersteller werden sich selbst retten müssen. An radikalen Schnitten werden vornehmlich PSA und Fiat nicht vorbeikommen. Zu groß sind die Versäumnisse der letzten Jahre. Vielleicht wünschen sich Konzernchefs wie Philippe Varin schon heute lieber Lokführer oder Astronaut geworden zu sein.

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