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Marktanalyse Europas Autoindustrie driftet auseinander

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Volkswagen macht vor, wie's geht

Welche Autobauer am besten für die Zukunft gerüstet sind
Mazda Quelle: dapd
Suzuki Quelle: obs
Der PSA-Konzern, zu dem die Marken Peugeot und Citroen gehören, liegt wie zuvor auf Platz 11. Für die Franzosen rächt sich laut CAM-Ranking ihre starke Fokussierung auf den europäischen Markt, der zunehmend härter umkämpft wird und zugleich Marktrückgänge verzeichnet. Quelle: dpa
Ebenfalls noch im Bereich der "Low Performer" befindet sich der Renault-Konzern. Allerdings konnte sich das französische Unternehmen um respektable vier Plätze nach oben kämpfen und landete so immerhin auf Platz 10. Und das, obwohl Renault einen Absatzrückgang von 7,1 Prozent verkraften musste. Quelle: REUTERS
Chrysler Quelle: REUTERS
Toyota Quelle: REUTERS
nissan Carlos Ghosn Quelle: REUTERS

Drei Faktoren haben den Erfolg der deutschen Autobauer maßgeblich beeinflusst:

1. die Positionierung ihrer Marken

2. eine konsequente Plattformstrategie

3. frühzeitige Erschließung neuer Märkte weltweit

Volkswagen zeigt wie das funktioniert. Eben erst haben die Wolfsburger angekündigt schon zum 1. August Porsche zu integrieren. Der Sportwagenhersteller ist dann die zwölfte Konzernmarke. Damit ist Vorstandschef Martin Winterkorn seinem Ziel der weltweit führende Autokonzern zu werden wieder ein Stück näher gerückt. Volkswagen deckt im eigenen Haus alle Käuferschichten von der Kleinstwagenklasse bis hin zum Premiummodell ab. Dabei behält jede Marke ihr eigenes Gesicht, trotz einer begrenzten Zahl von Plattformen. Sie bilden lediglich die technische Basis, an der unterschiedliche Bauteile montiert werden können. Vorab muss geklärt sein, welche Motoren verwendet werden und ob sie längs oder quer eingebaut werden, auch welche Fahrwerksvarianten möglich sein sollen.

Als Volkswagen begann die Zahl seiner Plattformen zu reduzieren und darauf eine wachsende Zahl unterschiedlicher Modelle zu bauen, zeigte sich die Konkurrenz zunächst skeptisch. Man befürchtete eine Erosion von Markenwerten. VW laufe Gefahr seine unterschiedlichen Konzernmarken zu kannibalisieren. Doch das Gegenteil ist eingetreten. VW produziert dank seiner vereinheitlichten Plattformen kostengünstig und verleiht jeder Konzernmarke trotzdem ihr eigenes Gesicht.

Fiat nutzt sein Potenzial nicht

Fiat-Chrylser hat bei seiner Plattformstrategie derweil über die Stränge geschlagen. Der Versuch Chrysler-Modelle mit Alfa-Logo "umzuettiketieren" und dabei die traditionelle Alfa-Kunden zu erreichen ging nach hinten los. Das reine "Badge-Engineering" verprellte die Käufer. Der gleiche Fehler unterlief bereits General Motors. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center der Uni Duisburg: "Pontiac und Saturn waren nur noch Plagiate der anderen Marken. Sie wurden so ausgehöhlt, dass man sie einstellte."

Dabei hätte gerade Fiat-Chrysler eine gute Ausgangsposition für eine funktionierendes Markenmanagement. Unter dem italienisch-amerikanischen Dach laufen die Massenmarken Fiat, die sportlichen Alfa-Modelle und die Premium-Marke Lancia bis hin zu den Luxusmarken Ferrari und Maserati. Doch dieses Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt. Damit verbaut sich Fiat unter anderem den Vorstoß ins lukrative Premiumsegment.

Mehr als "Premium" bieten

BMW und Mercedes haben jahrelang gut von ihrer Positionierung als Premiumhersteller gelebt. Nicht von ungefähr möchte Opel-Chef Stracke im Zuge der Sanierung des GM-Tochter neue Modelle im Premium-Segment platzieren. „Der große Fehler war, dass sich Opel in den vergangenen Jahren immer stärker als Billiganbieter positioniert hat, während andere im höheren Segment Fuß gefasst haben“, sagt Stefan Bratzel, der das Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach leitet.

Doch langfristig genügt "nur" premium zu sein ebenfalls nicht mehr. Die Ausrichtung ist ebenso zu einseitig, wie die eines reinen Massenherstellers. Deshalb haben BMW und Mercedes für passende Einstiegsmarken gesorgt. Mit Mini und Smart sollen die jungen Kunden an die Premium-Marken herangeführt werden. Es hat einige Zeit gekostet, doch mittlerweile sind Smart und Mini als "Lifestyle"-Modelle bei den Käufern angekommen. BMW baut seine Mini-Serie nun mit zahlreichen neuen Modellen aus.

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