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Marktanalyse Europas Autoindustrie driftet auseinander

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Wer auf Europa hofft, hat verloren


Sergio Marchionne, Chef des Fiat-Konzerns. Quelle: dapd

Was VW, BMW aber auch Mercedes vor größeren Katastrophen im Krisenjahr 2011 bewahrt hat, ist ihre internationale Ausrichtung. Läuft es in Europa für VW, BMW und Daimler nicht rund, kompensieren sie das mit steigenden Umsätzen in den USA, China, Brasilien oder Indien.

Im Juni hat BMW hatte in der Volksrepublik China um 13 Prozent zugelegt, Mercedes um 8 Prozent und Audi um 20 Prozent. Audi baut gerade in Foshan ein Werk, in dem ab 2014 ein chinesischer A3 vom Band laufen soll. Starkes Wachstum erwartet Audi-Chef Rupert Stadler auch in den USA, und „Russland wird einer der großen Automärkte Europas werden“. In Westeuropa dagegen rechnet der Audi-Chef mit Stagnation oder einem leichten Rückgang des Marktes.

Peugeot Citroen hängt in Europa fest

Für Fiat-Chef Marchionne und PSA-Chef Varin muss es schmerzhaft sein, sich die Absatzzahlen und Wachstumsraten von Konkurrenten wie VW oder BMW anzusehen. Franzosen und Italiener haben es versäumt sich zur rechten Zeit global aufzustellen. Während Renault mit Partner Nissan den Sprung in einen aufstrebenden Absatzmarkt noch rechtzeitig geschafft hat, muss Peugeot Citroen zusehen, wie die Konkurrenz in den USA und Asien abkassiert ohne daran teilzuhaben.

In den USA ist der Konzern von Philippe Varin überhaupt nicht vertreten, in China und Indien liegen sie weit hinter der deutschen und außereuropäischen Konkurrenz zurück. PSA baut eben mit Partner Dongfeng erst sein drittes gemeinsames Werk in China. Produktionsbeginn soll 2013 sein. Dazu schafft es PSA nicht, seine beiden Marken konsequent zu differenzieren und verkauft vor allem Kleinwagen, bei denen weniger Gewinn abfällt als mit den Oberklasselimousinen von Audi, BMW oder Mercedes.

Was PSA als einziges der eingangs drei genannten Kriterien wirklich gut beherrscht, ist mit wenigen Plattformen eine große Bandbreite unterschiedlichster Modelle zu produzieren. Doch das allein reicht nicht, um die Kosten in den Griff zu bekommen. PSA will gemeinsam mit General Motors Kosten einzusparen – die Konzerne kooperieren beim Einkauf und der Logistik. Die Allianz ist auch ein Baustein des Sanierungsplans für die deutsche GM-Tochter Opel. Doch bis das Einsparpotenzial von erwarteten 1,5 bis zwei Milliarden Euro pro Jahr erreicht ist, werden Jahre vergehen. Bis dahin könnten mehrere Werke in Frankreich der Krise zum Opfer gefallen sein.

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