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Medienbericht Künftiger Daimler-Chef Källenius plant Sparprogramm

Ola Källenius Quelle: REUTERS

Der designierte Nachfolger von Daimler-Chef Dieter Zetsche, Ola Källenius, plant offenbar ein Sparprogramm: Bis zu 10.000 Stellen könnten einem Bericht zufolge mittelfristig wegfallen.

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Der designierte Daimler-Chef Ola Källenius wird angesichts hoher Entwicklungsausgaben einem Magazinbericht zufolge wohl massiv auf die Kostenbremse treten. Bei Mercedes-Benz Pkw sollten bis 2021 sechs Milliarden Euro zusätzlich eingespart werden, in der Lkw-Sparte seien es zwei Milliarden, berichtet das „Manager Magazin“ in seiner neuen Ausgabe ohne Quellenangabe. Daimler habe die Entwicklungsausgaben in den vergangenen vier Jahren vor allem wegen der schärferen Abgasregeln um gut 60 Prozent erhöht. Die Umsatzrendite drohe von derzeit 6,2 Prozent auf vier bis fünf Prozent zu fallen, was für Daimler der Abstieg aus der Premiumliga beim Gewinn bedeuten würde. Das Unternehmen äußerte sich nicht.

Nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr hatte Daimler unlängst bereits „Gegenmaßnahmen“ angekündigt. An Details für mögliche Kostensenkungen wurde da noch gearbeitet. Die Zahlen für das erste Quartal 2019 wollen die Stuttgarter am 26. April veröffentlichen.

Das Sparprogramm werde vermutlich mit einem massiven Personalabbau einhergehen, berichtete das Magazin weiter. Mittelfristig sei ein Wegfall von vielleicht 10.000 der zuletzt knapp 300.000 Stellen denkbar. Stellenstreichungen sind bei Daimler in den nächsten Jahren allerdings nur durch Vorruhestandsregelungen möglich oder dadurch, dass freiwerdende Stellen nicht wieder besetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2020 ausgeschlossen, mit dem angekündigten Konzernumbau gilt eine Beschäftigungssicherung sogar bis Ende 2029.

Dem Bericht zufolge will Källenius, der Dieter Zetsche auf der Hauptversammlung im Mai als Konzernchef beerben soll, zudem die Zusammenarbeit mit Renault-Nissan beenden. Seit der Untersuchungshaft von Ex-Chef Carlos Ghosn liefen fast alle gemeinsamen Geschäfte mit der französisch-japanischen Allianz schlecht, im Aufsichtsrat wachse deshalb der Unmut. Källenius werde die Zusammenarbeit allerdings nicht abrupt beenden, sondern sanft auslaufen lassen.

Källenius wolle den CO2-Ausstoß des Unternehmens bis spätestens 2040 zudem komplett herunterfahren. Das soll dem Bericht zufolge sowohl für die neu verkauften Autos, die Produktion und möglichst auch für die Zulieferer gelten. Das wäre zehn Jahre früher als es das Pariser Klimaschutzabkommen vorsieht. Konkurrent Volkswagen will erreichen, dass seine gesamte Fahrzeugflotte ab 2050 CO2-neutral unterwegs ist. Dazu soll bereits 2026 das Ende des Verbrennungsmotors eingeleitet werden. Dann soll die letzte Generation konventioneller Fahrzeugplattformen an den Start gehen.

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