Mercedes-Batteriefabrik „Ein enormer Katalysator für Alabamas Autosektor“

Kay Ivey, Gouverneurin von Alabama, während der Eröffnung eines Batteriewerks in Bibb County, Alabama, wenige Monate vor Produktionsstart des EQS SUV in den USA. Quelle: Presse

Alabamas republikanische Gouverneurin Kay Ivey über Mercedes Benz „Made in Alabama“, drastisch steigende Benzinpreise und die Bereitschaft der ländlichen Bevölkerung, auf E-Autos umzusteigen.

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Die Republikanerin Kay Ellen Ivey ist seit April 2017 Gouverneurin des US-Bundesstaates Alabama.

WirtschaftsWoche: Was bedeutet die Eröffnung der Batteriefabrik von Mercedes für die Wirtschaft in Alabama?
Kay Ivey: Die Entscheidung von Mercedes Benz, hier 1997 ein Autowerk zu eröffnen, war ein enormer Katalysator für Alabamas Automobilsektor. 25 Jahre später ist Alabama die stolze Heimat zahlreicher erstklassiger Automobilproduzenten. Dieser Industriezweig ist zu einem wichtigen wirtschaftlichen Motor für unseren Staat herangewachsen. Die Entscheidung von Mercedes, hier eine Batteriefabrik aufzubauen, ist ein Hinweis für andere Unternehmen, was an diesem Standort möglich ist. Ich erwarte, dass in den kommenden Jahren weitere Autobauer hier Wurzeln schlagen.

Der Pro-Kopf-Benzinverbrauch in Alabama gehört zu den höchsten in den USA. Ist die Bevölkerung von Alabama bereit, E-Autos nicht nur zu bauen, sondern auch zu fahren?
Wenn es um den Kauf eines Autos geht, sind Faktoren wie der Preis und die Langlebigkeit für die Bürgerinnen und Bürger von Alabama wohl noch entscheidend. Ich denke, die Bereitschaft der Leute hier für einen Wechsel wird steigen, wenn die Fahrzeuge günstiger werden.

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Das in Washington verabschiedete Infrastrukturpaket enthält auch Geld für den Ausbau einer Ladeinfrastruktur für E-Autos. Reicht das, um auch in einem ländlichen Staat wie Alabama ein verlässliches Netzwerk aufzubauen?
Wir haben einen Plan für den Aufbau eines Ladeinfrastruktur und das Geld von der Bundesregierung wird dabei helfen. Zunächst werden wir Stationen entlang der Autobahnen installieren. Danach geht es darum, kritische Lücken innerhalb des Staates aufzufüllen.

Werden die derzeit hohen Benzinpreise die Offenheit für E-Autos in Alabama erhöhen?
Die Biden-Harris-Administration unternimmt nicht die notwendigen Schritte, um unser Land wieder energieunabhängig zu machen. Ich vermute, dass viele hart arbeitenden Bürgerinnen und Bürger von Alabama sich darüber Gedanken machen, wie sie die hohen Tankkosten abfedern können. Der dramatische Anstieg des Benzinpreises ist das Ergebnis von schlechter Politik. Und ich hoffe, dass der Präsident alles tut, was notwendig ist, um die Last der Konsumenten zu erleichtern.

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Unterstützen Sie den Importstopp für russisches Öl, auch wenn die Energiekosten dadurch weiter hoch bleiben?
Ich unterstütze jeden Schritt, der die Möglichkeiten der Russischen Föderation schwächt, ihren nicht provozierten Krieg gegen die ukrainische Bevölkerung schwächt. Diese Situation hat uns leider vor Augen geführt, wie abhängig unser Land von ausländischem Öl ist. Präsident Biden hat die Möglichkeit, daran etwas zu ändern.

Die US-Wirtschaft ist während der Pandemie zunächst stark abgestürzt, aber schnell in die Erfolgszone zurückgekehrt. Wie hat sich Alabama in der Krise geschlagen?
Ich kann mit Stolz sagen, dass wir mit einem Ansatz durch die Pandemie gekommen sind, der auf dem gesunden Menschenverstand fußte. Deshalb erleben wir gerade die vielleichte beste Nach-Covid-Erholung in den USA. Unsere Wirtschaftsdaten für 2021 waren so stark, dass man nicht ahnen würde, dass sie in einem Pandemiejahr gemessen wurden. Und das Beste liegt noch vor uns.

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Welche Unterstützung für Alabama erwarten Sie von Präsident Biden für die Zukunft?
Ich hoffe, dass die Zwischenwahlen und seine miserablen Zustimmungswerte ihm die Augen für den Schaden öffnen, den seine gescheiterte Politik in Amerika anrichtet. Der Präsident muss unser Land wieder an die erste Stelle setzen. Ich erwarte allerdings nicht, dass es dazu kommen wird.

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