WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Mercedes-Benz Daimler fährt satten Quartalsgewinn ein

Noch vor zwei Jahren musste Daimler-Chef Dieter Zetsche eine Gewinnwarnung aussprechen. Inzwischen laufen die Geschäfte aber wieder prächtig: Im zweiten Quartal gab es einen satten Gewinn für den Autobauer aus Stuttgart.

Daimler Mercedes-Benz Gewinn Quelle: dpa

Die Erfolgsmeldungen für Daimler-Boss Dieter Zetsche reißen nicht ab: Der Stuttgarter Konzern hat im zweiten Quartal einen operativen Gewinn (Ebit) von 3,7 Milliarden Euro (+20 Prozent) erzielt, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz zwischen April und Juni stieg auf 37,5 Milliarden Euro – 19 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die konzernweite operative Rendite liegt damit bei 9,8 Prozent. Unterm Strich weist das Unternehmen ein Konzernergebnis von 2,4 Milliarden Euro aus.

„Wir haben im ersten Halbjahr unseren Renditeanspruch für Mercedes-Benz Cars erreicht“, sagt Zetsche, der neben dem Konzern auch die Auto-Sparte leitet. „In allen anderen automobilen Geschäftsfeldern stehen wir kurz vor Erreichung unserer Renditeansprüche. Den eingeschlagenen Weg werden wir konsequent fortsetzen.“

VW bleibt trotz Dieselgate vor Toyota
Toyota – 1. Halbjahr 2016Der japanische Branchenprimus, zu dem auch der Kleinwagenbauer Daihatsu Motor und der Nutzwagenhersteller Hino Motors gehören, verkaufte zwischen Januar und Juni global 4,99 Millionen Autos. Das ist ein Rückgang zum Vorjahreszeitraum von 0,6 Prozent. Die ganze Halbjahres-Bilanz auch mit Umsatz- und Gewinnkennzahlen legt der japanische Konkurrent am 4. August vor. Quelle: AP
Volkswagen (Konzern) – 1. Halbjahr 2016Krise? Welche Krise? Die Abgas-Affäre scheint die Auslieferungen bei Volkswagen nicht zu bremsen. Pünktlich zum Halbjahr setzt sogar die schwächelnde Kernmarke zur Wende an. Mit 2,925 Millionen verkauften Volkswagen blieb die Marke zwar knapp unter dem Vorjahresergebnis, die Tendenz im Juni zeigte aber um fast fünf Prozent nach oben. Mit dem starken Juni stehen nach sechs Monaten die Zeichen bei den Verkäufen klarer als zuvor auf Zuwachs: 5,12 Millionen Fahrzeuge – vom VW-Up bis zum schweren Scania-Lkw – sind 1,5 Prozent Verbesserung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015. Trotz Diesel-Krise steuert der Konzern damit 2016 bisher auf ein Auslieferungsplus zu. Nach fünf Monaten Ende Mai hatte der Zuwachs lediglich bei 0,8 Prozent gelegen. Zumindest als Momentaufnahme scheint der Autobauer damit zehn Monate nach dem Ausbruch der Diesel-Krise eine Durststrecke zu verlassen. Quelle: dpa
BMW – 1. Halbjahr 2016Zwischen Januar und Juni diesen Jahres wurden weltweit 986.557 BMW verkauft. Damit konnten die Münchner im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent zulegen. Allein im Juni stieg der Absatz um 9,7 Prozent auf 189.097 – mit den Marken Mini und Rolls-Royce kommt der Konzern sogar auf 227.849 Autos (+9,1 Prozent). Für das Plus sorgte demnach vor allem die hohe Nachfrage in Europa und Asien. In den USA dagegen schrumpfte der Absatz. Mit den knapp 190.000 Fahrzeugen im Juli lag BMW vor den beiden Dauer-Konkurrenten Audi (169.000 Autos) und Mercedes (188.444 Fahrzeuge). Doch wie sieht es im gesamten ersten Halbjahr aus? Quelle: dpa
Audi – 1. Halbjahr 2016Zumindest Audi konnte BMW hinter sich lassen. Die Ingolstädter konnten zwar zulegen, mit 5,6 Prozent fiel das Wachstum aber geringer aus als bei der Konkurrenz aus München – genauso die absolute Zahl an Auslieferungen von 953.200 Fahrzeugen. Dennoch ist die Bilanz für Audi positiv. Man habe den Absatz in allen Weltregionen steigern können, sagte Vertriebsvorstadn Dietmar Voggenreiter. Spaß-Modelle wie das TT Cabrio im Bild tragen traditionell wenig zum Volumen bei. Zu den größten Treibern gehörten die Baureihen A4 mit einem Plus von 12,3 Prozent und das Oberklasse-SUV Q7, das es nach dem Modellwechsel im Vorjahr auf ein Plus von satten 73,6 Prozent bringt. Auch für das zweite Halbjahr ist Voggenreiter optimistisch: Dann stehen die Premieren des überarbeiteten A3 und der komplett neuen Baureihen A5 und Q2 an. Quelle: obs
Daimler – 1. Halbjahr 2016BMW und Audi waren gut, Mercedes war besser. So lässt sich das erste Halbjahr zusammenfassen – sowohl beim Wachstum als auch beim Absatz konnte die Marke mit dem Stern die Konkurrenten abhängen. In den ersten sechs Monaten gingen 1.006.619 Mercedes-Benz an die Kunden – das entspricht eine Zuwachs von 12,1 Prozent. Ganz nebenbei der 40. Rekordmonat in Folge für die Marke. Dabei profitiert Mercedes vor allem von den SUV-Modellen, die inzwischen ein Drittel des weltweiten Absatzes ausmachen. „ Das zeigt, dass sich unsere Produktoffensive auszahlt und unser rundum erneuertes SUV-Portfolio hervorragend bei den Kunden ankommt“, sagt Vorstandsmitglied Ola Källenius. Zusammen mit den 73.510 verkauften Smart kommt die Pkw-Sparte des Daimler-Konzerns so auf 1,08 Millionen Fahrzeuge. Quelle: dpa
Porsche – 1. Halbjahr 2016Drei Prozent Wachstum auf 117.963 Fahrzeuge. Das sind die Eckdaten des ersten Halbjahres bei Porsche. Der Sportwagenbauer zeigt sich damit zufrieden und spricht von einer „Stabilisierung auf hohem Niveau“. Viele Modelle wie die Baureihen Cayman, Boxster, Macan und der 911er konnten zwar zweistellig wachsen, bei der Limousine Panamera hielten sich die Kunden wegen des anstehenden Modellwechsels aber spürbar zurück. „Die durchweg positive Resonanz auf die Weltpremiere des neuen Panamera Ende Juni stimmt uns sehr optimistisch. Wir erwarten uns davon einen deutlichen Schub“, sagt Marketing- und Vertriebsvorstand Detlev von Platen. Der neue Panamera kann seit dem 28. Juni bestellt werden und steht in Europa ab November beim Händler. In den USA und im chinesischen Markt ist das Auto ab Januar 2017 verfügbar. Quelle: dpa
Toyota – Gesamtjahr 2015Der japanische Autokonzern Toyota hat seine Stellung als weltgrößter Fahrzeughersteller im vierten Jahr nacheinander behauptet und den durch den Abgasskandal gebeutelten Konkurrenten VW auf Distanz gehalten. 2015 verkaufte das Unternehmen 10,15 Millionen Autos, wie Toyota am Mittwoch mitteilte. VW kam im vergangenen Jahr auf 9,93 Millionen verkaufte Autos, General Motors auf 9,8 Millionen. 2016 rechnet Toyota mit einem Absatz von 10,11 Autos. Im vergangenen Jahr lag die Prognose bei 10,1 Millionen Fahrzeugen für 2015 und wurde durch die Realität übertroffen. VW hatte Toyota bei den Verkaufszahlen im ersten Halbjahr 2015 überholt, war dann aber infolge des Abgasskandals wieder zurückgefallen. Die Autoverkäufe auf den großen Märkten in den USA und Japan haben sich verlangsamt. Darüber hinaus hat sich auch das in den vergangenen Jahren stetige Wachstum auf aufstrebenden Märkten abgeschwächt. Das schlägt sich auch in den Toyota-Zahlen nieder: 2014 hatten die Japaner noch 10,23 Millionen Autos verkauft. Quelle: dpa

Damit hat Daimler die Erwartungen der Branchenexperten übertroffen. Von Bloomberg befragte Analysten hatten mit einem Umsatz von 36,5 Milliarden Euro und einem bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 3,3 Milliarden Euro gerechnet. Bereits mit diesen Werten wäre die operative Marge – also das, was vom Umsatz als operatives Ergebnis übrig bleibt – konzernweit auf neun Prozent gestiegen.

Daimlers Wachstum geht nicht zulasten der Marge

Getrieben wurde der Ansteig des Konzern-Ebits vor allem von der Auto-Sparte, die von dem Absatzwachstum und dem 2012 aufgelegten Sparprogramms „Fit for Leadership“ profitiert. Die Sparten Trucks, Busses und Finacial Services konnten im Berichtsquartal ebenso zulegen, das Geschäftsfeld mit den Vans erreichte laut der Mitteilung ein Ergebnis auf Vorjahres-Niveau.

Bereits Anfang Juli hatte der Konzern bekanntgegeben, beim Absatz das beste Halbjahr der Firmengeschichte erzielt zu haben. Von Januar bis Juni konnte Daimler knapp 960.000 Autos der Marken Mercedes-Benz und Smart verkaufen – ein Plus von 15 Prozent zum Vorjahr.

Die Baustellen des Daimler-Konzerns

Der Absatzsprung ging aber nicht zulasten der Marge – etwa wegen kostspieligen Rabattaktionen. Daimler weist für die Autosparte einen operativen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro aus. Bei einem Umsatz von 21,1 Milliarden Euro ergibt das eine Marge von 10,5 Prozent. Zum Vorjahresquartal war das ein Anstieg um zweieinhalb Prozentpunkte. „Damit haben wir unsere Profitabilitätsziele für das erste Halbjahr nicht nur erreicht, sondern übertroffen“, sagt Zetsche. Läuft das zweite Halbjahr – wie von Daimler erwartet – noch besser als das erste, wird die Marge im Gesamtjahr deutlich zweistellig bleiben.

Mit diesen Werten setzt Daimler die Premium-Konkurrenz unter Druck. Audi kam im ersten Quartal auf eine Marge von 9,7 Prozent und BMW auf 9,5 Prozent. Die Audi-Mutter VW und der Münchner Konzern legen am 29. Juli beziehungsweise 4. August ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Erst dann ist ein aussagekräftiger Vergleich möglich.

„Nach Jahren des Hinterherfahrens könnten Mercedes-Benz Cars bei der Marge im Pkw-Bereich erstmals seit langem an Audi und BMW vorbeiziehen, wobei der Konzern noch immer von seiner recht jungen Modellpalette profitiert“, kommentiert Analyst Frank Schwope von der NordLB. „Dadurch dürften sich die nächsten zwei Geschäftsjahre als relativ ertragreich darstellen. Mit Blick auf sich wiederholende Krisen sowie die zunehmende Konkurrenz im Premiumsegment erwarten wir jedoch nicht, dass Mercedes-Benz Cars dauerhaft beziehungsweise über mehrere Modellzyklen hinweg eine Marge von 10 Prozent einfahren können.“

Was der neue Mercedes GLC kann
Nach 540.000 GLK ist Schluss, Mercedes schickt sein kantiges Kompakt-SUV nach sieben Jahren Bauzeit in Rente. Natürlich lassen die Schwaben das Boom-Segment der Kompakt-Geländewagen mit Konkurrenten wie dem Audi Q5, BMW X3, Land Rover Discovery Sport oder Volvo XC60 nicht unbesetzt, nur heißt der Nachfolger anders. Statt eine kompakte Ausgabe (daher das "K") zu sein, wird er mit dem neuen Namen näher an seinen Technik-Spender gerückt: Das "GL" zeichnet bei Mercedes alle SUV aus, das "C" zeigt die Verwandtschaft zum Mittelklasse-Bestseller C-Klasse. Quelle: Daimler
"Der GLK war unser meistverkauftes SUV", sagte Mercedes-Vorstand Ola Källenius bei der Vorstellung des neuen Modells in Metzingen. "Vom GLC erwarten wir uns natürlich mehr." Das polarisierende Design des GLK, das an die Stuttgarter Gelände-Ikone G-Klasse erinnern sollte, wurde aussortiert. Die neue Stilrichtung des GLC, die stark an die C-Klasse erinnert, soll emotionaler sein und so mehr Kunden ansprechen. Quelle: Daimler
"Mit dem GLC fügt sich auch unser letztes Modell in die aktuelle Designsprache ein", sagte Daimler-Chef Zetsche. Ab Mitte September kommt der GLC für mindestens 44.500 Euro in den Handel. "Damit gibt es mehr GLC zum GLK-Preis", so Zetsche. Die Basisversion des GLK kostete zwar zuletzt nur 37.425 Euro, war aber schlechter ausgestattet und hatte nur einen Heckantrieb – den GLC gibt es vorerst nur mit Allrad. Quelle: Daimler
Für die 44.500 Euro gibt es den 170 PS starken Diesel GLC 220d, der im Normzyklus 4,9 Liter verbrauchen soll. Das entspricht einer CO2-Emission von 129 Gramm pro Kilometer. Auf dieselben Verbrauchs- und Emissionswerte kommt der GLC 250d – nur ist dieser mit 204 PS ein Stück stärker und wohl auch einige Tausend Euro teurer. Als kleinster Benziner steht der GLE 250 mit 211 PS im Programm. Quelle: Daimler
Noch in diesem Jahr soll auch die Plug-In-Hybrid-Variante auf den Markt kommen. Der GLC 350e soll bis zu 34 Kilometer rein elektrisch fahren können. Trotz der Systemleistung der Kombinaiton aus Benzin- und Elektromotor von 320 PS soll der Normverbrauch bei 2,6 Litern liegen, was 60 Gramm CO2 pro Kilometer entspricht. "Diese Werte sind einzigartig im Segment", sagte Entwicklungvorstand Thomas Weber. "Möglich macht das nur ein intelligentes Zusammenspiel von Hard- und Software." Quelle: Daimler
Später kommt auch das Top-Modell im GLC 450 AMG. Wie das Schwestermodell der C-Klasse bekommt der GLC den aufgeladenen Drei-Liter-V6-Benziner, der bis zu 367 PS leistet. Möglich, aber noch nicht angekündigt, ist auch der Einsatz des 4,0-Liter-V8-Biturbo aus dem C 63 AMG. Quelle: Daimler
"Auf der Straße kann der GLC fast alles, was auch von einer Mercedes-Limousine erwartet wird", sagte Weber. "Dazu bietet er aber auch bessere Gelände-Fähigkeiten als jedes andere Modell seiner Klasse." Dazu soll das "aufwändigste Fahrwerk seiner Klasse" beitragen: Serienmäßig hat der GLC variable Dämpfer, die in fünf Fahrprogrammen reguliert werden können. Quelle: Daimler

Bereits bekannt sind die Absatzzahlen des Premium-Trios, hier konnte Daimler dank des Wachstums den Rückstand zu BMW und Audi verkürzen. Mit 1,1 Millionen Autos im ersten Halbjahr liegen die Münchner klar vorne, Audi liegt mit 902.000 Autos für die Stuttgarter aber wieder in Reichweite.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Gegenwind deutet sich im einstigen Auto-Wunderland China an. Zwar erzielte Mercedes im Juni noch ein Wachstum von 38,5 Prozent, bei BMW (-0,1 Prozent) und Audi (-6 Prozent) gingen die Verkäufe bereits zurück. Besonders Audi ist abhängig vom Erfolg in Fernost, der Ingolstädter Hersteller verkauft dort 40 Prozent seiner Autos. Für China bleibt Zetsche optimistisch: „Wir sehen natürlich, dass der Markt in seiner Wachstumsdynamik nachgelassen hat. Aber wir konnten in der Vergangenheit in China unser Potenzial nicht voll ausschöpfen – im Gegensatz zu unseren Wettbewerbern. Mit verstärkt lokal produzierten Modellen und neuen Händlern holen wir das jetzt nach.“

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%