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Mercedes-Elektroauto Was hinter dem Zoff im Daimler-Stammwerk steckt

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So sieht es bei den anderen Autobauern aus

Nicht nur bei Daimler ringt die Belegschaft um die Produktion der Elektroautos. BMW fertigt die aufwändigen Kohlefaser-Elektroautos i3 und den Plug-in-Hybrid-Sportwagen i8 derzeit in Leipzig. Über den Produktionsstandort eines vollelektrischen Minis und eines elektrisch angetriebenen Ablegers der 3er-Baureihe wollen die Münchner bis September entscheiden. Das Mini-Werk in Oxford wird seit dem Brexit für die Elektro-Produktion infrage gestellt, möglich sind die Werke in Regensburg oder Leipzig.

Bei Audi ist bereits eine Entscheidung gefallen – gegen die deutschen Standorte. Bereits bekannt war, dass der Audi e-tron, ein Elektro-SUV, im Werk Brüssel gebaut werden soll. Die dort bislang ansässige Produktion des Kleinwagens A1 wandert zu Seat ins nordspanische Martorell. So ist das betriebswirtschaftliche Risiko für Audi geringer, wenn die Elektro-Produktion in einem kleinen, separaten Werk erprobt werden kann und nicht am offenen Herzen in Ingolstadt oder Neckarsulm operiert werden muss – und die Fertigung der Gewinnbringer wie A4, A5 oder A6 nicht gefährdet werden soll. Folgerichtig hat das Management entschieden, auch das zweite Elektro-Modell in Brüssel bauen zu lassen. Das noch namenslose SUV-Coupé ist technisch eng mit dem Audi e-tron verwandt.

Der Mercedes Generation EQ

Doch der Unmut ist groß. "Wenn die Unternehmensleitung keine Perspektiven für gefüllte Produktionslinien in Deutschland aufzeigt, sondern nur für unsere ausländischen Standorte, ist der Unmut verständlich und mehr als gerechtfertigt", fasst Audi-Betriebsratschef Peter Mosch die Stimmung zusammen. Die Arbeitnehmer fordern auch für die Stammwerke feste Zusagen für künftige Elektro-Modelle – bislang vergeblich.

Einen Schritt weiter ist Porsche. Hier hat das Stammwerk in Zuffenhausen den Zuschlag für das Elektroauto Mission E erhalten, das bis Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen soll. Damit hat sich Zuffenhausen gegen das Porsche-Werk Leipzig und andere europäische Standorte des Volkswagen-Konzerns durchgesetzt. Um die Investitionen in den teuren und aufwändigen Umbau des räumlich begrenzten Werks zu ermöglichen, verzichten die Beschäftigten in den kommenden Jahren auf einen Teil der zugesagten Lohnerhöhungen.

Zünden die Premium-Elektroautos der deutschen Hersteller, dürfte sich der Schachzug der Stuttgarter Porsche-Mitarbeiter mehr als auszahlen. Einige Kilometer Weiter in Stuttgart-Untertürkheim müssen die Angestellten noch weiter um das Elektroauto kämpfen.

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