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Milliardenkosten Hoher SUV-Absatz verdirbt VW-Konzern die CO2-Bilanz für 2019

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Der steigende CO2-Austoß der VW-Neuwagen könnte ab 2021 Kosten in Milliardenhöhe verursachen. Quelle: imago images

Das SUV-Geschäft bei Volkswagen läuft prächtig. Das dürfte den Konzern nicht nur freuen: Der CO2-Ausstoß der vom Konzern verkauften Neuwagen ist auch deshalb 2019 gegenüber dem Vorjahr weiter angestiegen.

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Der CO2-Ausstoß der vom VW-Konzern verkauften Neuwagen ist 2019 gegenüber dem Vorjahr weiter angestiegen. Bereits in den vergangenen Jahren sei der CO2-Ausstoß gestiegen, erklärte ein VW-Sprecher gegenüber der WirtschaftsWoche. Diese Entwicklung habe sich „auch 2019 fortgesetzt“ und sei unter anderem den „deutlichen Verschiebungen innerhalb der Fahrzeugsegmente“ geschuldet: „Der anhaltende Trend zu SUVs, die sich bei den Kunden hoher Beliebtheit erfreuen, ist eine der Ursachen dieser Entwicklung.“ Die Erreichung der CO2-Vorgaben werde deshalb „eine große Herausforderung“.

Der steigende CO2-Austoß der VW-Neuwagen könnte ab 2021 Kosten in Milliardenhöhe verursachen. Autohersteller, die die gesetzlich vorgeschriebenen CO2-Obergrenzen nicht einhalten, müssen Strafzahlungen an die EU leisten. Die 13 größten Autohersteller Europas müssen nach einer Studie der Unternehmensberatung PA Consulting, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt, ab 2021 mit insgesamt 14,5 Milliarden Euro Strafe rechnen. 4,5 Milliarden Euro entfallen auf Volkswagen, eine Milliarde Euro auf Daimler und 750 Millionen Euro auf BMW.

Die Bundesregierung hatte 2013 erfolgreich bei der EU interveniert, um Erleichterungen bei den ab 2021 geltenden Grenzwerten zu erreichen. Nun zeichnet sich ab, dass die Industrie auch diese abgeschwächten Ziele nicht schafft: „Fast alle Hersteller haben große Schwierigkeiten, die CO2-Emissionen der Neuwagenflotte zu reduzieren“, sagt der Autor der Studie, Michael Schweikl. „Die Zeit, gegensteuern zu können, wird kleiner, die Lücke zum Zielwert 2021 wurde größer – das ist keine gute Entwicklung.“ PA Consulting misst die Emissionen seit mehreren Jahren. In der neuen Erhebung (Bezugsjahr 2018) steigen die Werte zum ersten Mal bei fast allen Herstellern. Gründe sind laut PA Consulting die hohe Nachfrage nach leistungsstarken, großen Autos, ein Rückgang von Dieselfahrzeugen und das kleine Angebot an Autos mit geringen Emissionen. Um die Emissionsziele noch zu schaffen, müssten nächstes Jahr 2,5 Millionen E-Autos abgesetzt werden – ein kaum erreichbares Ziel: „Das wäre eine Steigerung von 1280 Prozent gegenüber 2018“, sagt Schweikl.

VW, Daimler und BMW räumten gegenüber der WirtschaftsWoche steigende CO2-Werte in den vergangenen Jahren ein. VW legte zwischen 2016 und 2018 um knapp zwei, BMW um gut drei und Daimler um über sieben Prozent zu.

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