Mobilität BMW, Daimler und Bahn erwägen Carsharing-Allianz

Exklusiv

Die Deutsche Bahn (DB) arbeitet mit Opel-, Ford-, Peugeot- und Citroën-Händlern an neuen Carsharing-Angeboten und plant eine Kooperation der Carsharing-Systeme

Car2Go Quelle: dpa

BMW mit seiner Carsharing-Tochter DriveNow und Daimler mit Car2Go verhandeln nach Informationen der WirtschaftsWoche mit der Deutschen Bahn (Flinkster) über eine gegenseitige Öffnung ihrer Carsharing-Systeme. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Verhandlungskreisen. Demnach entwickelt die Bahn bereits eine App, mit der Nutzer von Smartphones auf alle drei Carsharing-Systeme zugreifen und Leihwagen buchen können.

Der Deal passt in das Konzept der Bahn: Bereits seit Jahren kooperiert der Konzern mit regionalen Carsharing-Unternehmen wie Teilauto in Jena, Leipzig und Dresden. Flinkster- und Teilauto-Kunden sind bereits für beide Systeme freigeschaltet.

Diese Autos verbrauchen unter vier Liter
Mit einem Verbrauch von 3,9 Litern auf 100 Kilometer kommt der Fiat 500 1.3 Multijet gerade so unter die 4-Liter-Marke. Das gilt auch für das Schwestermodell Panda mit dem selben 95 PS starken Dieselmotor. Der kleine Turiner im Retro-Design kostet mindestens 16.400 Euro. Der sparsamste Benziner im 500, der 0.9 Twinair-Zweizylinder (ab 14.400 Euro), kommt im Normverbrauch auf 4,0 Liter. Quelle: dapd
Im Panda kostet der 1.3 Multijet mindestens 13.790 Euro. In beiden Modellen ist der Motor mit einer Start-Stopp-Automatik kombiniert. Quelle: Reuters
Der Audi A1 1.6 TDI kommt auf einen Verbrauch von 3,8 Litern. Wie bei den beiden Fiat Modellen kommt auch bei dem kleinsten Audi mit 105-Diesel-PS ohne Hybrid-Unterstützung auf diesen Normverbrauch. Erhältlich ist der sparsame Dieselmotor im A1 (ab 18.200 Euro), der fünftürigen Variante A1 Sportback (ab 19.050 Euro) und dem (noch) aktuellen Audi A3 (ab 24.050 Euro). Der neue A3 startet im Sommer vorerst nur mit dem 150 PS starken 2.0 TDI. Quelle: obs
Anders sieht das beim Lexus CT 200h aus. Das "h" im Namen verrät es, der Kompaktwagen der Toyota-Tochter hat zwei Herzen, die gemeinsam auf eine Systemleistung von 136 PS kommen. Damit verbraucht der CT 200h im EU-Zyklus 3,8 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Für den Kompakt-Hybrid werden mindestens 29.200 Euro fällig. Quelle: Toyota
Der Lexus hat den kompletten Antriebsstrang aus dem Hybrid-Vorreiter Toyota Prius übernommen. Daher überrascht es an dieser Stelle nicht, dass der Prius auch auf 3,8 Liter kommt. Ohne den Premium-Anspruch von Lexus gibt es die Technik bei Toyota ein gutes Stück günstiger, der Basis-Prius kostet 25.750 Euro. Quelle: Toyota
Im VW Golf Bluemotion kommt der bereits im Audi A1 erwähnte 1.6 TDI mit 105 PS zum Einsatz. Für den Spar-Golf verlangt Volkswagen 22.150 Euro. Quelle: VW
Wer den Fahrspaß eines Mini genießen, aber gleichzeitig auch sparen will, der muss zum Mini One D oder zum Cooper D greifen. Beide kommen auf 3,8 Liter in der Norm. Der One D (90 PS) kostet in der Basisversion 18.450 Euro, den stärkeren Cooper D mit 112 PS gibt es ab 21.250 Euro. Quelle: BMW
Den Abschluss der Modelle mit einem Verbrauch von 3,8 Litern macht der Chevrolet Aveo LT 1.3 Diesel. Die zweite Generation des Aveo ist seit 2011 auf dem Markt und kostet in der sparsamen Diesel-Version 17.290 Euro. Quelle: Chevrolet
Seit dem vergangenen Jahr ist der Hyundai i20 auch in der besonders sparsamen "blue"-Version erhältlich. Dann verbraucht der 1,4 Liter große Commonrail-Diesel mit 90 PS 3,7 Liter. Hyundai verlangt für den Polo-Konkurrenten 16.520 Euro. Quelle: Hyundai
Der Toyota Yaris Hybrid kommt zwar erst im Juni auf den Markt, gehört aber trotzdem in diese Aufstellung. Denn er bringt den Hybrid erstmals auch in einen Kleinwagen. Bei einer Systemleistung von 100 PS liegt der Normverbrauch bei 3,5 Litern. Der Preis von 16.950 Euro ist auf dem Niveau der Dieselmotoren in dieser Klasse. Quelle: Toyota
Der neue Peugeot 208 kann diesen Wert noch minimal unterbieten: Bei dem 68 PS starken Diesel steht ein Verbrauch von 3,4 Litern im Datenblatt. Mit diesem Motor kostet der kleine Franzose 13.600 Euro. Doch selbst der stärkste Diesel mit 115 PS bleibt mit 3,8 Litern (19.950 Euro) in diesem Ranking. Quelle: Peugeot
In dem Renault Twingo kommt ein 1,5 Liter-Diesel mit 86 PS zum Einsatz. Im Prospekt trägt er den Namen dCi 85. Der Verbrauch liegt bei 3,4 Litern, der Preis bei 15.500 Euro. Quelle: Renault
Der gerade frisch überarbeitete Seat Ibiza 1.2 TDI E-Ecomotive verbraucht im Normzyklus gerade einmal 3,4 Liter Diesel. In der Spar-Version kostet der kleine Spanier 15.150 Euro. Quelle: Seat
Was Seat kann, das kann VW schon lange. Und in der Regel etwas besser. So kommt der Polo 1.2 TDI Bluemotion auf einen etwas besseren Verbrauch: 3,3 Liter. Der kleine Diesel leistet 75 PS und kostet mindestens 15.250 Euro - gerade einmal 100 Euro mehr als der Seat. Quelle: VW
Der Ford Fiesta 1.6 TDCi Econetic ist einer der Sparsamsten in dieser Aufstellung. Mit dem 95 PS starken Diesel verbraucht der Fiesta nur 3,3 Liter im Normzyklus. Für den Wagen verlangt Ford mindestens 17.100 Euro. Quelle: Ford
Seit seiner Einführung zählt der Smart wegen seiner Größe und des Gewichts zu den sparsamsten Modellen. Mit dem 54 PS starken Dreizylinder-Diesel kommt der Fortwo cdi auf 3,3 Liter. Der kleine Zweisitzer kostet 10.164 Euro. Quelle: Daimler
Im reinen Elektromodus kommt der Opel Ampera auf einen Verbrauch von 0 Litern - sofern er mit Ökostrom geladen wird auch C02-neutral. Im Normverbrauch mit dem Range Extender steht ein Verbrauch von 1,2 Litern im Datenblatt. Das kostet aber auch: Der Ampera schlägt mit mindestens 43.900 Euro zu Buche. Quelle: Opel

Carsharing: Deutsche Bahn vergibt Lizenzen an Autohändler

Dabei will die Bahn den Händlern über eine Lizenz ermöglichen, Autos aus dem deren Fuhrpark unter deren Namen über das Bahn-Carsharing-System Flinkster anzubieten. Im Zentrum der Kooperation steht, dass Flinkster die telefonische Reservierungen und die Abrechnung übernimmt.

Die Autovermietung Opel Rent wollte die Vereinbarung mit der Deutschen Bahn gegenüber der WirtschaftsWoche nicht bestätigen, räumte aber Verhandlungen „mit einem der großen deutschen Carsharing-Anbieter“ ein. Es solle im Auftrag von Opel ein Angebot aufgebaut werden, bei dem die Opel-Händler die Fahrzeuge zur Verfügung stellen und für den Service verantwortlich sind.

Die Bahn, die mit Flinkster deutschlandweit Marktführer (55 Prozent Marktanteil) ist und 2.500 Flottenfahrzeuge an 190.000 Kunden vermietet, will beim Caresharing kräftig wachsen. „Bis 2014 wollen wir unsere Flotte verdoppeln“, kündigte DB-Fuhrpark-Chef Rolf Lübke in der WirtschaftsWoche an. Allein in diesem Jahr sollen rund 50 Fahrzeuge hinzukommen.

Durch die neuen Partner vergrößert sich das Netzwerk von Flinkster vor allem in abgelegenen Regionen und kleineren Städten, wo es zwar Autohäuser gibt, aber ein reiner Carsharing-Anbieter kaum überleben könnte. Lübke: „Wo wir Partner finden, verzichten wir auf eigene Flinkster-Fahrzeuge.“

Umfrage: Autohändler beschweren sich über Hersteller

Ein Großteil deutscher Autohändler wird von Autoherstellern wie Daimler, BMW und Volkswagen nicht an deren Carsharing-Projekten beteiligt, würde aber gerne in das Geschäft einsteigen. Das ergab ein repräsentative Umfrage des Nürnberger Marktforschungsunternehmens puls im Auftrag der WirtschaftsWoche bei 300 Entscheidern im deutschen Autohandel.

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Darin beschwerten sich 40 Prozent, dass sie bislang nicht in die Carsharing-Aktivitäten der Autobauer eingebunden würden. Fast ebenso viele (39 Prozent) würden aber gerne in den Angeboten eine Rolle spielen, etwa bei der Bereitstellung der Fahrzeuge oder dem Service. Schließlich sehen laut Umfrage 32 Prozent der deutschen Autohändler Carsharing als profitables Geschäft.

Jeder zweite bewertet es als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ für die eigene Profilierung und die Kundengewinnung. 15 Prozent der Händler haben schon eigene Initiativen in Richtung Carsharing gestartet, bei weiteren 20 Prozent gibt es entsprechende Pläne.

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