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Möglicher Teilverkauf des Entwicklungszentrums Am Ende könnte nur der Markenname Opel bleiben

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„Ein (Aus-)Verkauf der Opel-Entwicklung würde Opel die Zukunft nehmen“

Einerseits hat Tavares natürlich Recht – denn er muss Skaleneffekte heben. Je häufiger er seine PSA-Plattformen verbauen kann, desto bessere Preise kann er im Einkauf erzielen. Und PSA muss massiv Kosten bei Opel sparen. Opel ist und bleibt ein Sanierungsfall, der keine Zeit zu verlieren hat. Denn selbst die Opelaner wissen, dass Opel seit Jahren nur Verluste schreibt. Andererseits sind die Folgen des Handelns von PSA jedoch fatal: Die Kunden, das wichtigste Kapital eines jeden Autobauers, sind verunsichert. Sie stimmen mit den Füßen ab – und kaufen weniger Opel-Autos. Viele haben offenbar Angst, so hört man, dass es demnächst keine Ersatzteile mehr für Opel-Autos gibt.

Opels Produktionsstandorte in Europa

Eine gefährliche Abwärtsspirale ist daher in Gang gekommen: Denn auch viele Mitarbeiter sind tief verunsichert. Viele scheinen geradezu panisch und flüchten. Das Schlimme in solchen Situationen ist, dass meist die besten Leute zuerst gehen. Denn sie sind es, die woanders schnell unterkommen.

Tavares müsste daher längst alarmiert sein und bei Opel vorsichtiger vorgehen. Doch danach sieht es nicht aus. Immer wieder scheint er die Mitbestimmungsrechte vom Betriebsrat zu missachten, genauso wie die Tarifverträge der IG Metall. „Ein (Aus-)Verkauf der Opel-Entwicklung würde Opel die Zukunft nehmen“, kritisierte der Betriebsrat jetzt. Sollte die Information der französischen Presse der Wahrheit entsprechen, würde dies bedeuten, dass PSA und das Opel-Management sich seit längerem in Verkaufsgesprächen befänden und wissentlich der IG Metall und der Einigungsstelle die Unwahrheit gesagt hätten.

Opels Managerverschleiß auf dem Chefposten
Michael Lohscheller Quelle: Opel
Karl-Thomas Neumann Quelle: obs
Thomas Sedran Quelle: dpa
Stephen Girsky Quelle: dpa
Karl-Friedrich Stracke Quelle: dpa
Nick Reilly Quelle: REUTERS
Hans Demant Quelle: AP

Auch dagegen hält Lohscheller: Er habe mit der IG Metall und dem Gesamtbetriebsrat „regelmäßig und bereits seit Dezember 2017 besprochen, dass wir strategische Partnerschaften im Engineering als Option prüfen, um langfristig Beschäftigung im ITEZ zu sichern“, teilte er jetzt mit. Diese Information sei auch Bestandteil der ebenfalls vom Gesamtbetriebsrat unterschriebenen Vereinbarung aus dem vergangenen Jahr. „Die Behauptung, dass wir in der Einigungsstelle solche Pläne dementiert haben, ist falsch.“
Der Streit zeigt: Opel beschäftigt sich wieder einmal mit sich selber. Das bindet wichtige Kapazitäten. Das Traurige dabei ist, dass am Ende nur noch der Markenname von Opel bleiben könnte.

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