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Motorrad-Hersteller Yamaha will Elektroauto bauen

Yamaha, zweitgrößter Motorrad-Hersteller der Welt, will ein Auto auf den Markt bringen. Die Japaner planen einen elektrischen Zweisitzer für Europa – und wollen damit gegen Smart und Co. antreten.

Mit dem Konzeptauto „Motive“ gab Yamaha bereits 2013 einen Ausblick auf seine Vision eines kleinen Elektro-Stadtautos Quelle: Presse

Zwei Mal ist Yamaha bereits mit dem Versuch gescheitert, auf dem Automarkt Fuß zu fassen. In den 1960er Jahren waren die Japaner an der Fertigung des Cabrios 2000GT von Toyota beteiligt, rund 30 Jahre später versuchte es der zweitgrößte Motorrad-Hersteller der Welt mit einem mit einem einsitzigen Supersportwagen für mehr als 800.000 Dollar. In beiden Fällen blieb der große Erfolg aus.

Jetzt wagt Yamaha einen dritten Vorstoß – mit einem Elektro-Zweisitzer als Stadtauto. „Es gibt einen wachsenden Bedarf nach effizienten, kleinen Autos, um durch die engen Straßen von Berlin, London, Paris oder anderen europäischen Städten zu fahren, in denen die Umweltbestimmungen immer schärfer werden“, sagte Yamaha-Chef Hiroyuki Yanagi der „Financial Times“. „Ich denke, wir haben eine Chance diesen neuen Markt, der in Europa entsteht, zu bedienen.“

Yanagi betont ausdrücklich, dass der Wagen in Europa 2019 zuerst eingeführt werden soll und nicht in den asiatischen Metropolen. Um den Zweisitzer zu entwickeln, haben sich die Japaner mit dem ehemaligen Formel-1-Designer Gordon Murray zusammengetan. Bereits Ende Februar hatte die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ unter Berufung auf Insider über die Autopläne Yamahas berichtet, die Yanagi nun bestätigt hat.

Elektroauto-Absatz 2014 in Deutschland

Zwar gehen die Experten von IHS Automotive davon aus, dass der Markt für Mini-Cars in der EU bis 2020 um rund 140.000 Einheiten auf 1,24 Millionen Autos pro Jahr wachsen wird. Das Kleinstwagensegment gilt in Europa allerdings als gesättigt. Zudem sind die Margen bei den preissensitiven Mini-Cars eher gering. So hat Toyota zum Beispiel den iQ 2013 eingestellt, weil das ungewöhnliche Konzept des kleinen Viersitzers zu teuer war und sich neben dem Aygo kein zweites Modell lohnte.

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Yamaha versucht mit dem Kleinstwagen neben seiner Motorrad- und Marine-Sparte ein drittes Standbein aufzubauen. Seit Yanagi 2010 an die Konzernspitze aufgerückt ist, ist der Aktienkurs um 50 Prozent gestiegen. Mit dem Motorrad-Geschäft setzte Yamaha im vergangenen Jahr rund neun Milliarden Dollar um und erwirtschaftete mehr als 630 Millionen Dollar. Die Nummer eins auf dem Motorrad-Markt ist nach wie vor der japanische Konkurrent Honda. Bei Honda liegt die Marge in der Motorrad-Sparte laut dem „FT“-Bericht allerdings bei rund zehn Prozent, während bei Yamaha nur 2,3 Prozent des Umsatzes hängen bleiben. Dennoch glaubt Yanagi an das Konzept: „Um ein größeres Unternehmen zu werden, müssen wir über unser bestehendes Geschäft hinaus etwas Neues wagen.“

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