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Müller und Pötsch klären auf Jetzt legt der VW-Chef erst richtig los

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Elektro-Offensive soll die Probleme lösen

Sedran, so schätzen ihn ehemaligen Kollegen ein, werde kein rigoroses Sparprogramm mittragen, wohl aber den Ausbau der Elektromobilität vorantreiben. „Wir werden bis 2020 weitere 20 Hybrid- und E-Modelle auf den Markt bringen", so Müller. Zukunft bei Volkswagen sei elektrisch. Der Grundstein hierfür soll bereits im Januar gesetzt werden, wenn VW-Markenchef Diess auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas ein neues Elektroauto vorstellen wird.
Neue, saubere Stromer, so die Hoffnung, werden auch auf das beschädigte Image einzahlen. Ein Prozess, der Jahre dauern kann. Soforthilfe müssen Müller und sein Chefstratege dagegen in China leisten. Der wichtigste Markt schwächelt, doch noch mehr schwächelt VW.

Bis Ende Oktober verkaufte VW in China rund 6,5 Prozent weniger Autos als im Vorjahr. Mit Dieselgate hat das nichts zu tun. In China ist der Anteil der Selbstzünder gleich null. VW hat vielmehr Probleme mit der Modellpalette. Es fehlen die kleinen SUV und mit zu vielen zu ähnlichen Standardmodellen innerhalb der VW-Gruppe kannibalisiert sich der Hersteller selbst.

Rückruf soll 2016 abgeschlossen sein

Die Listenpreise für etliche VW-Modelle, aber auch anderer großer Hersteller, wurden um rund zehn Prozent gesenkt. Das bringt die Positionierung der Modelle und Marken durcheinander. Im chinesischen VW-Vertriebsnetz rumpelt es, wie Jochen Siebert von JSC Shanghai Automotive Consulting, beobachtet. „Es gibt noch sehr viele Händler, deren einziger Verdienst es war, ein Parteimitglied zu sein. Die Netzwerkplanung und insbesondere Überwachung der Qualität ist für die deutsche Seite sehr intransparent.“ Andere Hersteller wie etwa Ford, hätten wesentlich weniger Probleme im Vertrieb, so Siebert.

Gemessen am Abgasskandal sind das jedoch Luxusprobleme. Bereits im Januar soll der Rückruf der betroffenen Fahrzeuge beginnen. Den Anfang machen die 2-Liter-Motoren, im zweiten Quartal sind dann die 1,2-Liter-Motoren dran, im dritten Quartal schließlich die 1,6-Liter-Maschinen – weil hierfür noch die entsprechenden Ersatzteile produziert und verteilt werden müssen.

Auto



Wie die Rückrufe im Detail bei den Händlerbetrieben organisiert sein sollen, ist nach den Informationen der WirtschaftsWoche noch nicht geklärt. Offen ist auch, wie der Konzern mit Schadensersatzforderungen von Anlegern umgeht. Nach Meinung von Thomas Möllers, Juraprofessor an der Universität Augsburg und einer der führenden deutschen Kapitalmarktexperten, könnten „drei oder vierstellige Milliardenbeträge auf VW zurollen.“ Am Mittwoch wurde bekannt, dass die mehr als 500 Sammelklagen in den USA gegen VW in Kalifornien verhandelt werden.

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