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Münchner Autobauer BMW erteilt Fusionen eine Absage

Kürzlich hat die abgeschlossene Fusion von Fiat und Chrysler einen neuen Global Player in der Autobranche geschaffen. Für den BMW-Finanzchef sind Übernahmen aber derzeit keine Option.

BMW will wachsen – aber nicht durch Fusionen Quelle: REUTERS

BMW schließt Übernahmen aus. "Mir fallen kaum positive Beispiele für Fusionen in der Autoindustrie ein", sagte Finanzchef Friedrich Eichiner der "Börsen-Zeitung". "Wir haben mit Rover unsere eigenen Erfahrungen gemacht". Die Münchner hatten die Briten 1994 übernommen und sich sechs Jahre später nach immensen Verlusten von Rover getrennt. Angesichts des breiten Modellprogramms sehe er keine Notwendigkeit für BMW, über Zusammenschlüsse nachzudenken, sagte Eichiner.

Um die hohen Kosten für neue Technologien aufbringen zu können, müsse BMW wachsen. Angesichts der vielen neuen Modelle werde der Autobauer auch 2015 zulegen, sagte der Finanzvorstand. Für eine konkrete Prognose sei es allerdings auch wegen des volatilen Umfelds noch zu früh.

BMWs Super-Hybrid-Sportler i8 im Detail
Im September 2013 stellte BMW den i8 auf der IAA vor. BMW-Chef Norbert Reithofer präsentierte dort das grüne Vorzeigemodell, mit dem Smog und Großstadtlärm der Vergangenheit angehören sollen. Im April hat BMW mit der Serienproduktion begonnen und im Juni 2014 rollen die neuen Elektroautos zum Händler. Vorbestellungen nimmt der Autobauer bereits seit Herbst 2013 entgegen. Schon jetzt sei absehbar, dass die Nachfrage in der Anlaufphase die Produktion deutlich übersteigen wird. Ein guter Grund, einmal zu schauen, was der Neue aus München so drauf hat. Quelle: Presse
Das Plug-in-Hybrid-System des i8 setzt sich aus einem Dreizylinder-Ottomotor mit einer Höchstleistung von 170 Kilowatt (231 PS) und einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmetern sowie einem Hybrid-Synchron-Elektromotor mit einer Höchstleistung von 96 Kilowatt (131 PS) und einem maximalen Drehmoment von 250 Newtonmetern zusammen. Quelle: Presse
Zur eDrive-Technologie gehört außerdem ein Lithium-Ionen-Hochvoltspeicher mit 5,2 Kilowattstunden und ein intelligentes Energiemanagement mit einer Gesamtleistung von 266 Kilowatt (362 PS). Quelle: Presse
Der Aufladevorgang der Batterie dauert zwischen zwei und drei Stunden. Die Lithium-Ionen-Batterie kann sowohl an einer ganz gewöhnlichen Steckdose als auch an speziellen Ladestationen für Elektroautos aufgeladen werden. Dazu gehört neben der öffentlichen Ladestation an Tankstellen auch die BMW i Wallbox. Quelle: Presse
Der i8 beschleunigt dank seines Antriebskonzeptes "eDrive" in 4,4 Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer. Dabei verbraucht er im Durchschnitt nur 2,1 Liter Super pro 100 Kilometer. Im Berufsverkehr verbraucht der Wagen bei vollständig geladener Batterie weniger als fünf Liter Sprit. Quelle: Presse
Wer nicht nur innerhalb der Stadt, sondern auch auf Landstraßen und Autobahnen unterwegs ist, verbraucht immer noch weniger als sieben Liter Sprit auf 100 Kilometern. Und auch auf längeren Strecken mit höherer Geschwindigkeit sind immer noch weniger als acht Liter Verbrauch drin. Damit fallen die Verbrauchswerte des Plug-in-Hybrid-Modells insgesamt um rund 50 Prozent niedriger aus als bei herkömmlich angetriebenen Sportfahrzeugen. Quelle: Presse
Darüber hinaus verbraucht der i8 auf 100 Kilometern durchschnittlich 11,9 Kilowattstunden Strom und kommt auf eine CO2-Emission von 49 Gramm pro Kilometer. Quelle: Presse

Es gebe keinen Grund an den Geschäftszielen für das laufende Jahr zu rütteln, sagte Eichiner zudem. Der Gewinn vor Steuern soll 2014 um neun bis zehn Prozent auf mehr als 8,6 Milliarden Euro steigen, die Rendite (Ebit-Marge) in der Autosparte soll zwischen acht und zehn Prozent liegen. "Die letzten Jahre haben gezeigt: Was wir ankündigen, das halten wir auch", sagte der 59-jährige Manager, dessen Vertrag im September bis Mai 2017 verlängert wurde.

Trotz erster Erholungszeichen auf dem europäischen Automarkt bekommt BMW weiter die Folgen der Rabattschlachten zu spüren. "Wir können erstmals eine leichte Verbesserung der Preissituation und der Verkaufszahlen erkennen. Wir liegen aber - wie die anderen Hersteller auch - besonders in Südeuropa weiterhin noch immer deutlich unter dem Niveau von vor 2008", sagte Eichiner.

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