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Nachfolger für Stracke Sedran wird vorübergehend Opel-Chef

Jetzt ist es amtlich - Thomas Sedran, bisher Strategievorstand bei Opel, wird vorübergehend Chef der Marke mit dem Blitz. Ihn erwarten zahlreiche Baustellen.

Opels Managerverschleiß auf dem Chefposten
Michael Lohscheller Quelle: Opel
Karl-Thomas Neumann Quelle: obs
Thomas Sedran Quelle: dpa
Stephen Girsky Quelle: dpa
Karl-Friedrich Stracke Quelle: dpa
Nick Reilly Quelle: REUTERS
Hans Demant Quelle: AP

Strategievorstand Thomas Sedran führt ab sofort die Geschäfte des kriselnden Autobauers Opel. Der Aufsichtsrat der Adam Opel AG ernannte den 47-Jährigen am Dienstag zusätzlich zu seinen derzeitigen Aufgaben zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Der 47- Jährige wurde erst im April von Aufsichtsratschef Steven Girsky zu Opel geholt. Er sollte Strategien entwickeln, um den verlustreichen Hersteller wieder zu profitablem Wachstum zu führen.

Zur Person Thomas Sedran

Sedran kennt Opel aus seiner Zeit bei AlixPartners. Für die Unternehmensberatung begleitete er die jüngste Opel-Sanierung, bei der ein Werk geschlossen und rund 8000 Mitarbeiter entlassen wurden. Wie anders sich eine Sanierung vom Chefsessel aus darstellt, wird Sedran schnell merken. Auch, ob er dem Posten dauerhaft gewachsen ist. Doch allzu gemütlich sollte er es sich ohnehin nicht machen.

Sedran soll nur so lange im Amt bleiben, bis sich die General-Motors-Spitze für einen dauerhaften Kandidaten entschieden hat - bis zum Jahresende will sie sich damit Zeit lassen. Sedran bliebe demnach maximal sechs Monate im Amt. Die US-Mutter könnte bei ihrem derzeitigen Manager-Verschleiß eigentlich gleich auf Semesterturnus umstellen - mit dem Vorteil, dass die Belegschaft erst gar nicht mehr in die Versuchung käme, sich auf den "Neuen" einzustellen - oder gar Hoffnungen in ihn zu setzen.

Der Opel Adam geht in Serie
Der Opel Adam soll als eleganter Kleinwagen überzeugen. Ist er am Ende nur ein hedonistisches Lifestyle-Spielzeug? Ab 11.500 Euro ist er zu haben und damit immerhin ein paar hundert Euro günstiger als der vergleichbare Corsa. Premiere im A-Segment: Der Adam erkennt bei paralleler Vorbeifahrt nicht nur passende Parklücken, sondern steuert das Fahrzeug auf Wunsch auch automatisch hinein - der Fahrer muss aber Gas geben, bremsen und kuppeln. Quelle: Opel
Der Innenraum soll einen hochwertigen Eindruck hinterlassen. Der Hersteller bietet zahllose Individualisierungsmöglichkeiten. Quelle: Opel
Opel bringt im Januar 2013 den 3,7 Meter langen Adam in den Handel. Der Dreitürer begründet eine neue Modellreihe unterhalb des Opel Corsa. Ausschließlich als Dreitürer lieferbar, gibt es den Wagen zunächst mit drei Benzinern, die eine Leistungsspanne von 51 kW/70 PS bis 74 kW/100 PS abdecken. Alle Motoren sind nach Herstellerangaben mit einer Fünfgang-Automatik gekoppelt und können auf Wunsch auch mit Start-Stopp-Funktion bestellt werden. Später soll eine neue Generation kleinerer Benzindirekteinspritzer mit Turboaufladung folgen. Dieselmotoren sind vorerst nicht geplant. Quelle: Opel
Die Armatureneinheit spielt mit Licht und Chromverzierung eigentlich in einer höheren Liga. Quelle: Opel
Kleiner Flitzer mit vielen Extras: Opel positioniert den Adam gegen Lifestyle-Modelle wie den Mini oder Fiat 500. Im Assistenzpaket enthalten sind auch ein Toter-Winkel-Warner, der ebenfalls Ultraschall-Sensoren nutzt. Weiteres Alleinstellungsmerkmal in der Klasse ist das optional beheizbare Lenkrad. Quelle: Opel
Von "kraftvollem, muskulösem Design" schreibt das Opel-Marketing und meint damit die ausgeprägten Sicken und Kanten an den Seitenflächen und der Motohaube des Adam. Quelle: Opel
Wie beim Audi A1 und einigen anderen Kleinwagen bieten die Hersteller mittlerweile Zweifarblackierungen an, bei denen das Dach sich deutlich vom Rest des Wagens abhebt. Quelle: Opel

Was Sedran zum 17. Juli vorfindet ist ein Autokonzern, der nicht eine Baustelle, sondern mindestens drei zu bewältigen hat. Der Absatz ist im ersten Halbjahr massiv eingebrochen. In Europa registrierte der europäische Automobilhersteller-Verband ACEA für Opel einen Rückgang der Neuzulassungen von 15 Prozent. Opel verkaufte nur noch 457.630 Autos - im Vorjahr waren es noch 538.446. Im Durchschnitt haben die Hersteller 6,3 Prozent weniger Autos abgesetzt als im Vorjahr. Damit zählt die Marke mit dem Blitz zu den größten Verlierern unter den Pkw-Herstellern. Der Marktanteil von Opel ging auf 6,9 Prozent von 7,6 Prozent zurück.

Sedran wird diese Zahlen bereits kennen und es könnte sein, dass ihm eine Ziffer in der ACEA-Statistik mindestens genauso viel Bauchschmerzen bereitet. Denn während Opel schrumpft, legt die GM-Marke Chevrolet auf dem europäischen Markt kräftig zu. Ein Plus von fast 12 Prozent gegenüber Vorjahr im westlichen Europa. Schon gut 92.000 Chevrolet-Modelle kurven auf Westeuropas Straßen - mehr als BMW mit der Marke Mini im ersten Halbjahr 2012 abgesetzt hat (83.000 Einheiten).

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