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Nachfolger von Winterkorn, Zetsche und Co Was der Auto-Manager der Zukunft können muss

Exklusiv

Die Autoindustrie steht vor riesigen Umbrüchen: branchenfremde Herausforderer wie Apple, wachsende Digitalisierung, veränderte Nutzungsgewohnheiten und immer volatilere Märkte. Eine Umfrage unter 52 Top-Managern der Autoindustrie legt nahe: Die Chefs der Zukunft müssen andere Fähigkeiten mitbringen als ihre Vorgänger.

Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, einer der erfolgreichsten Auto-Manager weltweit und Sinnbild für einen Manager vom alten Schlag. Bis Oktober will er eine neue Führungsstrategie präsentieren. Quelle: dpa

Die Auto-Manager der Zukunft müssen Trends schneller und gezielter entdecken. Zu den wichtigsten Kompetenzen künftiger Chefs zählt demnach: strategische Wendigkeit, Innovationsbereitschaft und der gekonnte Umgang mit Unsicherheiten.

Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie der Personal- und Management-Beratung Korn Ferry, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt. Kerngeschäft des Unternehmens ist Executive Search, also die Suche nach Top-Führungskräften. Die Personalexperten haben 52 Führungskräfte der ersten Ebene von Automobilherstellern weltweit interviewt.

Das müssen Auto-Chefs von morgen können

„Unsere Untersuchung verdeutlicht, dass wir einen Auto-Manager neuen Typus benötigen“, sagt Martin Stemmler, der als Senior Partner das Geschäft mit der europäischen Autoindustrie verantwortet. Die immer stärkere Digitalisierung und Automatisierung des Autos, neue Antriebsarten, Kunden die sich immer seltener ein eigenes Auto aber dafür mehr individuell zusammenstellbare Mobilitätsdienste wünschen, der Einstieg von IT-Firmen in den Automobilbau – all das hat die Automobilindustrie innerhalb nur weniger Jahre spürbar verändert.

„Wer künftig einen Automobilhersteller führen will, muss sehr schnell auf neue Entwicklungen und Ereignisse gezielt und entschlossen reagieren, um nicht wichtige Trends zu verpassen.“ Langfristige Strategien hätten sich überholt, so Stemmler.

Was gute Führung ausmacht

Zwei Drittel der befragten Top-Manager sind sich zudem einig, dass die Fähigkeit zur Inspiration anderer und das Einfühlen in andere Kulturen und Denkmuster zentrale Anforderungen an den Automobilmanager der Zukunft sind.

„Manager müssen künftig Teams steuern, die nicht nur international, sondern auch in ihrer Arbeitskultur vollkommen verschieden sind“, beobachtet Stemmler. Deutsche Ingenieure säßen mit indischen IT-Experten, amerikanischen Management-Beratern, Experten von osteuropäischen Zulieferern und israelischen Tech-Start-Ups an einem Tisch.

Diese Teams müssten erst inspiriert werden, um sie dann selbst den besten Weg zum Erfolg finden zu lassen. „Da helfen keine Direktiven von oben, die viele gar nicht verstehen oder an die sie sich nicht gebunden fühlen“, sagt Stemmler.

Nur ein Fünftel der Konzerne hat eine klare Talent-Strategie

Umso verwunderlicher ist, dass 68 Prozent der Befragten die eigenen Nachwuchstalente für maximal durchschnittlich halten. Fast die Hälfte (47 Prozent) ist sich nicht sicher, ob es dem eigenen Unternehmen gelingt, die richtigen Nachfolger zu identifizieren und aufzubauen.

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Dies mag auch damit zusammen hängen, dass nur knapp ein Viertel (24 Prozent) der Ansicht ist, dass sie über eine klar definierte Talent-Strategie verfügen, die mit den Gesamtstrategie und den daraus resultierenden Business-Zielen im Einklang ist. 15 Prozent verfügen über gar keine Talent-Strategie. Weitere 24 Prozent haben sogar geantwortet, dass Personal- und Geschäftsstrategie häufig in Konflikt miteinander stehen.

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