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Neue Strategie des Autokonzerns Volkswagen hebt Renditeziel für 2025 an

Volkswagen-CEO Diess: Bis 2030 soll die Hälfte des gesamten Modellangebots auf Batterieautos umgestellt sein. Quelle: REUTERS

Der Autokonzern hat einen weiteren Teil seiner neuen Strategie vorgestellt. Darin finden sich höhere Prognosen fürs Geschäft und hehre Ziele für den Klimaschutz.

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Volkswagen schöpft angesichts guter Geschäfte im ersten Halbjahr und Erfolgen beim Schwenk in die E-Mobilität Zuversicht und hebt sein langfristiges Renditeziel an. Der Konzern habe seine ursprüngliche Prognose einer operativen Umsatzrendite zwischen sieben bis acht Prozent für 2025 auf acht bis neun Prozent erhöht, teilten die Wolfsburger am Dienstag bei der Präsentation der nächsten Etappe ihrer Konzernstrategie mit.

Das heutige robuste und margenstarke Geschäft mit Verbrennungsmotoren mit seinem hohen Barmittelzufluss solle die Umstellung auf E-Mobilität finanzieren und beschleunigen. Gleichzeitig sollen die Margen von E-Autos durch niedrigere Batterie- und Produktionskosten sowie steigende Stückzahlen verbessert werden. In zwei bis drei Jahren sollten sich die Margen der beiden Technologien in etwa angeglichen haben, schätzt Volkswagen.

Bis 2030 soll die Hälfte des gesamten Modellangebots auf Batterieautos umgestellt sein. Dieses Ziel verkündete Vorstandschef Herbert Diess. Die größte europäische Autogruppe plant zudem, im laufenden Jahrzehnt den realen CO2-Fußabdruck pro Wagen über den gesamten Lebensabschnitt eines Fahrzeugs um 30 Prozent gegenüber dem Niveau von 2018 zu senken.

Die Vorgaben seien „im Einklang mit dem Pariser Abkommen“, erklärte VW mit Blick auf die internationalen Klimaziele. Am Mittwoch werden von der EU-Kommission in Brüssel Details dazu erwartet, mit welchen Schritten die Staaten Europas bis 2030 eine Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen um 55 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 erreichen sollen.

Bis 2040 will der nach Toyota zweitgrößte Autokonzern der Welt dann einen Anteil von „fast 100 Prozent aller neuen Fahrzeuge in den wichtigen Märkten“ schaffen, die bilanziell klimaneutral unterwegs sind.

Der Konzern kündigte an, seine in Salzgitter geplante Batteriezellfabrik zusammen mit dem chinesischen Partner Gotion High-Tech zu bauen. Dort soll 2025 die Produktion der Einheitszelle für das Volumensegment starten, von der sich Europas größter Autobauer deutliche Kostensenkungen verspricht. In Schweden plant Volkswagen zusammen mit den Batteriezellspezialisten Northvolt bereits die Produktion von Premiumzellen. Als Standort für eine dritte große Batteriezellfabrik komme Spanien in Frage, bestätigte VW nun. Dort prüfe der Konzern zusammen mit einem strategischen Partner die Option für den Aufbau einer Giga-Fabrik mit einer Jahreskapazität von ebenfalls 40 Gigawattstunden.

Mit vier einheitlichen Plattformen will Volkswagen künftig über alle Marken hinweg seine Größenvorteile mehr ausschöpfen. Diess sagte, dass sich das Prinzip gleicher Teile zum Einsatz in möglichst hohen Stückzahlen bald nicht mehr nur auf die bekannten Fahrzeug-Baukästen beschränken werde. Es erstrecke sich zunehmend auch auf Digitalisierung, Elektrifizierung und Dienstleistungen.

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Damit sollten „bisher unerreichte Synergien“ genutzt werden, erklärte der CEO. Dabei sollen vier übergreifende Plattformen schrittweise aufgebaut werden: für die technische Grundarchitektur von Batteriefahrzeugen, für den zunehmenden Einsatz eigener Software in den Autos, für die interne Batteriezellfertigung sowie für neue Mobilitätsdienste. Die einzelnen Töchter des Konzerns sollen sich später aus diesen Elementen bedienen und spezifische Varianten auf diesen aufbauen können.

Mehr zum Thema: Ausgestattet mit einem neuen Vertrag und vielleicht sogar im Schulterschluss mit Betriebsratschefin Daniela Cavallo kann Herbert Diess den Volkswagen-Konzern umbauen wie keiner seiner Vorgänger.

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