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Neuer Personalchef bei VW Volkswagen gibt Entwarnung

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Börse gibt positives Echo


Ob bei VW wegen der immensen Kosten für den Abgas-Skandal auch Arbeitsplätze gefährdet seien, könne er „beim besten Willen“ noch nicht sagen, sagte Blessing. Seine Entscheidung, zu VW zu wechseln, sei kurzfristig gefallen.

Blessing tritt sein Amt mitten in der schweren VW-Krise an. Die gesunkene Zahl bei Fahrzeugen mit falschen CO-Angaben löst nur ein Problem des Autobauers. Ungeklärt sind die finanziellen und strafrechtlichen Folgen der Stickoxid-Manipulationen bei mehr als elf Millionen Diesel-Fahrzeugen. VW hatte hierzu bislang allein für die technischen Nachbesserungen rund 6,7 Milliarden Euro eingeplant, mögliche Schadenersatz- und Strafzahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe sind noch nicht berücksichtigt.

Die internen CO2-Messergebnisse sollen laut VW bis Weihnachten unter behördlicher Aufsicht bei einem neutralen technischen Dienst erneut überprüft werden. Anschließend könnten alle Fahrzeuge, bei denen die Richtigkeit der Angaben bestätigt werde, „uneingeschränkt angeboten und verkauft werden“. Für alle anderen müssten die Genehmigungswerte noch angepasst werden. Ähnliche Fälle habe es in der Vergangenheit auch bei VW und anderen Autoherstellern bereits gegeben.

So könnte VW die "Dieselgate"-Kosten schultern

Nach Angaben von Volkswagen stoßen die besagten neun Modellvarianten entsprechend dem gültigen Europäischen Prüfzyklus auf dem Prüfstand „im Mittel nur wenige Gramm CO2“ mehr aus als bislang angegeben. Dies entspreche zugleich einer Erhöhung des Verbrauchs im Messzyklus von etwa 0,1 bis 0,2 Litern auf 100 Kilometer. Für den Einsatz auf der Straße bleibe aber alles beim Alten: „Die Realverbrauchswerte der Kunden ändern sich nicht, zudem sind keine technischen Maßnahmen an den Fahrzeugen notwendig“, hieß es weiter.

„Es gab anfangs Unplausibilitäten“, sagte ein VW-Sprecher auf die Frage, warum man Anfang November überhaupt und ohne Druck von außen an den CO2-Werten von 800 000 Autos gezweifelt hatte, „und es gab Mitteilungen von Mitarbeitern, die sich nicht sicher waren, ob bei Messungen alles mit rechten Dingen zugegangen war.“

Auto



Damit dürften auch die von VW zunächst auf zwei Milliarden Euro geschätzten Kosten für das Kohlendioxid-Problem deutlich geringer ausfallen. Die ursprüngliche erwartete Ergebnisbelastung habe sich damit nicht bestätigt. Ob dennoch Kosten entstünden, hänge von den Nachmessungen ab. Zumindest an der Börse stieß die Nachricht umgehend auf positives Echo: Die VW-Vorzüge legten zwischenzeitlich um über sieben Prozent zu. Anfang November war die VW-Aktie nach Bekanntwerden des Verdachts auf CO2-Falschangaben um zeitweise annähernd 11 Prozent abgesackt.

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