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Neuer VW-Nordamerika-Chef VW setzt Ex-BMW-Manager an die Spitze

Ein ehemaliger BMW-Manager soll VW nach dem Abgas-Skandal in den USA wieder in Fahrt bringen. Der Wirtschaftsingenieur, der bei BMW rund zehn Jahre für den Einkauf zuständig war, soll zum 1. April übernehmen.

Autobauer Volkswagen macht den Ex-BMW-Manager Hinrich J. Woebcken zum 1. April 2016 zum VW-Nordamerika-Chef Quelle: Volkswagen

Der ehemalige BMW-Manager Hinrich Woebcken soll den krisengeschüttelten Autobauer Volkswagen in den USA wieder zurück in die Erfolgsspur bringen. Der 55-Jährige übernimmt zum 1. April den Posten des Nordamerika-Chefs von Europas größtem Autobauer, teilte der VW-Konzern am Dienstag nach einer Sitzung des Aufsichtsratspräsidium in Wolfsburg mit. Im vergangenen Jahr hatte VW zunächst den bisherigen Skoda-Lenker Winfried Vahland für den Posten vorgesehen, dieser hatte jedoch kurze Zeit später ohne Angaben von Gründen einen Rückzieher gemacht.

„Herr Woebcken wird mit seiner internationalen Erfahrung einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung der Marke in der Region leisten“, sagte VW-Markenchef Herbert Diess laut Mitteilung. Die USA seien für die Marke Volkswagen ein wichtiger Kernmarkt. „Deshalb erfolgt die Steuerung der Region Nordamerika im Interesse unserer Kunden und Händler vor Ort.“

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Aus der zweiten Reihe an die Front

Bislang stand Woebcken eher im Hintergrund. Erfahrung in der Autobranche hat er reichlich. Bis 2014 war Woebcken zehn Jahre lang bei BMW und dort vor allem für Einkauf zuständig, saß allerdings nicht im Vorstand, sondern stand in der zweiten Management-Reihe. Sein Boss damals: Herbert Diess, einst BMW-Einkaufsvorstand und später Entwicklungschef - heute Chef der Marke Volkswagen. Er dürfte auch bei Woebckens Wechsel zu VW seine Finger im Spiel gehabt haben.

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Bereits Mitte vergangenen Jahres hatte Woebckens sich von seinem letzten Arbeitgeber verabschiedet, dem Zulieferer Knorr-Bremse. „In gegenseitigem Einvernehmen“ sei er dort als Nutzfahrzeug-Chef ausgeschieden, „um eine andere berufliche Tätigkeit zu übernehmen“, hieß es damals in einer Knorr-Mitteilung.

Ob er damals schon den Job bei VW im Blick hatte, ist allerdings äußert fraglich. Eigentlich der frühere Skoda-Chef Winfried Vahland für den Posten vorgesehen - so hatte es VW noch Ende September mitgeteilt. Im Oktober hieß es dann allerdings, Vahland verlasse den Konzern.

Nun hat VW Woebckens für neu geschaffenen Job als Nordamerika-Chef angeworben. Er wird gleichzeitig Verwaltungsratschef von Volkswagens US-Geschäft und damit de facto der Vorgesetzte von VW-US-Chef Michael Horn, der im Abgas-Skandal schon mehrfach den Kopf für VW in den USA hinhalten musste. Woebckens blieb dagegen bei seinen früheren Arbeitgebern weitgehend unbehelligt von der breiten Öffentlichkeit. Das dürfte sich in seinem neuen Job ändern.

Woebcken war rund zehn Jahre lang bei BMW unter anderem für den Einkauf zuständig, allerdings unterhalb der Vorstandsebene. Zuletzt war der Diplom-Wirtschaftsingenieur Nutzfahrzeug-Vorstand beim Zulieferer Knorr-Bremse, hatte das Unternehmen aber nach rund zwei Jahren Mitte 2015 wieder verlassen. Er scheide „in gegenseitigem Einvernehmen aus, um eine andere berufliche Tätigkeit zu übernehmen“, hatte Knorr damals mitgeteilt.

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