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Neues Mercedes-Modell Der Pick-up mit Stern kommt

Seit Monaten wurde spekuliert, ob Daimler einen Pick-up bauen wird oder nicht. Jetzt ist klar: Ja, es wird einen Pritschenwagen mit Stern geben – als Nissan-Ableger.

Daimler plant ein Pick-up-Modell auf Nissan-Basis Quelle: dpa

Es läuft derzeit bei Mercedes. Die Stuttgarter fahren Gewinne in Milliardenhöhe ein, sprechen jüngere Kunden an und haben somit den Abstand auf die Premium-Konkurrenz von Audi und BMW deutlich verringert. Zur Belohnung wurde jüngst der Vertrag von Daimler-Chef Dieter Zetsche verlängert. Er hat Mercedes auf den aktuellen Wachstumskurs gebracht – und will den weiter ausbauen. Auch wenn er nun etwas seltsame Blüten trägt.

Denn Daimler hat die Entwicklung eines Pick-up-Modells offiziell bestätigt. Bereits Ende Januar war erstmals über die Pläne berichtet worden. Bis zuletzt war allerdings offen, ob der Pritschenwagen auf Basis der jüngst überarbeiteten GLE-Klasse oder der Allrad-Version der V-Klasse aufbauen wird. Möglich wäre beides gewesen, mit verschiedenen Vor- und Nachteilen. Jetzt ist aber klar: Es wird ein Nissan.

Bereits seit fünf Jahren arbeiten die Renault-Nissan-Allianz und Daimler in einer "strategischen Kooperation" zusammen. Anfangs war vor allem ein Technologietransfer bei Kleinwagen zwischen Daimler und Renault angedacht. Heute gehen die Pläne eher in Richtung der Japaner, vor allem mit der Nobelmarke Infiniti arbeitet Daimler stark zusammen.

Auch Renault bringt Ableger des Nissan-Pick-ups

Das neue Modell, das noch keinen Namen hat, wird auf die bewährte Architektur des Nissan NP300 aufbauen. In Deutschland ist der NP300 eher als Navara bekannt. Die Stuttgarter halten aber fest, dass "der Mercedes-Benz Pick-up jedoch von Daimler konstruiert und designt wird, um den spezifischen Anforderungen seiner Kunden zu entsprechen." Das Fahrzeug werde alle für Mercedes-Benz charakteristischen und markenprägenden Merkmale aufweisen.

"Mercedes-Benz ist die Premiummarke mit der weltweit höchsten Wachstumsrate", sagt Zetsche laut der Mitteilung. "Der Eintritt in das wachstumsstarke Segment mittelgroßer Pick-ups ist ein wichtiger Schritt auf unserem globalen Wachstumskurs. Dank unserer bewährten Partnerschaft mit Renault-Nissan können wir den Zeit- und Kostenaufwand für den Eintritt in dieses wichtige Segment erheblich verringern." Das neue Modell mit Doppelkabine soll Privatkunden und gewerbliche Kunden gleichermaßen ansprechen. Die primären Zielmärkte sind Europa, Australien, Südafrika und Lateinamerika.

So entwickelte sich Mercedes-Benz 2014

Daimler wird damit das dritte Modell auf Basis des NP300 auf den Markt bringen, denn Nissan arbeitet bereits mit seinem Allianz-Partner an einer Renault-Version des Ein-Tonnen-Pick-ups. Wie für Daimler wird das Modell auch für Renault der erste mittelgroße Pick-up sein.

Der Mercedes mit Ladefläche wird zwar von den Stuttgartern konstruiert, aber nicht gebaut. Das neue Modell wird für Lateinamerika von Nissan im Renault-Werk im argentinischen Cordoba gefertigt, in Europa läuft der Pick-up im Nissan-Werk in Barcelona vom Band. Die Produktion der Pick-ups in den beiden Werken soll vor Ende des Jahrzehnts beginnen.

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Damit wagt sich Daimler in ein neues Segment, das zwar keinen Boom, aber ein solides Wachstum verspricht. Im vergangenen Jahr wurden weltweit 2,34 Millionen Midsize-Pick-ups mit einer Tonne Nutzlast verkauft, 2020 sollen es laut dem Analysehaus IHS Automotive bereits 2,83 Millionen Fahrzeuge sein.

In diesem Segment muss Mercedes gegen etablierte Modelle wie den Toyota Hilux, Mitsubishi L200, den Plattform-Spender Nissan Navara oder den VW Amarok antreten. Ein großer Markt bleibt mit diesem Modell aber außen vor: die USA. In Nordamerika zählen Fahrzeuge wie der Ford F-150 oder der Chevrolet Silverado seit Jahren zu den meistverkauften Autos überhaupt.

Und selbst wenn es mit einem Midsize-Pick-up in so manchem europäischen Parkhaus eng wird – in den USA sind nur die Fullsize-Exemplare beliebt.

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