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Neues Produktionssystem VW spart 1500 Euro pro Auto

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High-Tech und Spitzenqualität

Die Schicksalsmodelle der Autobauer
Volkswagen Golf I Quelle: dpa
Volkswagen Golf VII Quelle: dapd
Porsche 911 Carrera Quelle: Presse
Porsche 911 Carrera neu Quelle: Presse
Toyota Corolla 1966-1970 Quelle: Presse
Toyota Auris neu Quelle: Presse
BMW 520 Quelle: Charles01

Der Kugel- und Wälzlagerhersteller Schaeffler im fränkischen Herzogenaurach fürchtet nicht, dass für ihn der Preisdruck durch VW zunimmt. Bei den Teilen, die Schaeffler etwa für die neuen, sparsamen 1,4-Liter-Motoren zuliefert, gehe es vor allem um eine Reduktion von Gewicht, um die Aggregate kleiner und sparsamer zu machen, sagt Wolfgang Dangel, Mitglied des Vorstandes Automotive. „Das erfordert High Tech und Spitzenqualität, und das relativiert für uns den Preisdruck.“

Das sehen die Verantwortlichen beim Reifen- und Elektronikhersteller Continental in Hannover, an dem Schaeffler beteiligt ist, nicht viel anders. „Es steigt die Verantwortung hinsichtlich Qualität und Liefersicherheit, aber auf der anderen Seite erhöhen die größeren Stückzahlen für uns auch Mengenvorteile und Planungssicherheit“, meint Sven-Uwe Niemann, Manager für das Geschäft mit Volkswagen bei Continental. Solche Kostenvorteile kann der Zulieferer dann an den Autohersteller weitergeben.

Ford macht drei Werke in Europa dicht
FordAls erster Autobauer zog Ford angesichts der Absatzkrise in Westeuropa die Notbremse und macht drei Werke mit Tausenden Beschäftigten dicht: Das Werk im belgischen Genk mit 4300 Mitarbeitern sowie die zwei Standorte Southampton und Dagenham in Großbritannien mit 1400 Beschäftigten. Abgesehen von Russland werde die Produktionskapazität in Europa um 355.000 Fahrzeuge verringert, eine Kürzung um fast ein Fünftel. Der wegen der weggebrochenen Verkaufszahlen für dieses Jahr erwartete Verlust werde über 1,5 Milliarden Dollar liegen, räumte Ford ein. Bisher war der Autobauer von lediglich über einer Milliarde ausgegangen. In Saarlouis hat Ford seine Produktion bereits gedrosselt: Sie soll von täglich 1.670 Fahrzeugen ab November 2012 auf 1.530 pro Tag sinken. Außerdem entlässt das Unternehmen Leiharbeiter. Schon im Sommer hatte Ford mehrere tausend Mitarbeiter seines Kölner Werks (Foto) in Kurzarbeit geschickt. Quelle: dpa/dpaweb
AudiStille Nacht in Neckarsulm: Über Weihnachten soll im dortigen Audi-Werk die Produktion der Modelle A7 (Foto) und A8 ruhen. Schon Anfang August stoppte der Konzern seine Fertigung in der Fabrik für eine Woche. Audi hatte bereits im Sommer 2012 angekündigt, sich schrittwiese in Neckarsulm von Leiharbeitern zu trennen. Quelle: obs
BMWBMW will sich vom europäischen Markt emanzipieren. Dabei setzt der Konzern auf vielversprechendere Märkte wie Asien, Süd- und Nordamerika. Laut der Nachrichtenagentur Reuters ist ein neues Werk in Brasilien geplant. Außerdem leitet BMW jene Modelle, die in Europas Autohäusern verstauben, nach Asien und in die USA um. Dieses wiederfuhr laut Vertriebsvorstand Ian Robertson in den vergangenen Monaten bereits mehreren zehntausend Autos, die in Europa nicht verkauft werden konnten. Quelle: REUTERS
PSA Peugeot CitroënEin eingesperrter Personalchef – das zeigt, wie kritisch die Lage von Europas zweitgrößtem Autobauer PSA Peugeot Citroën ist. Nachdem der Manager des Werks in Aulnay-sous-Bois die Löhne gekürzt hatte, sperrten ihn die Mitarbeiter am 17. Oktober ein. Eine Woche zuvor demonstrierten Werksmitarbeiter vor dem Pariser Autosalon (Foto). Das Unternehmen will die Fabrik 2014 still legen. Insgesamt sollen bei PSA Peugeot Citroën 8.000 Stellen fallen. Der französische Staat und mehrere Banken verhandeln mit der konzerneigenen Banque PSA Finance über eine Finanzspritze. Im ersten Halbjahr 2012 machte das Unternehmen 800 Millionen Euro Verlust. Quelle: Reuters
OpelDer sogenannte Deutschland-Plan soll Opel wieder auf die Beine helfen. Doch die Verhandlungen dazu sind ins Stocken geraten. Bis Ende 2012 will das Unternehmen seine Mitarbeiter in den Werken in Rüsselsheim (Foto) und Kaiserslautern an 20 Tagen in Kurzarbeit schicken. Quelle: dpa
VolkswagenDie Produktion des VW Passat in Emden (Foto) soll einige Tage ruhen. Bei Volkswagen leidet vor allem die Mittelklasse unter der Kaufzurückhaltung der Kunden. Quelle: dapd
PorschePorsche will seine Produktion im Jahr 2013 zurückfahren: Sie soll um fünf bis zehn Prozent sinken. Kurzarbeit ist jedoch nicht vorgesehen. Quelle: dapd

Die anderen Autobauer werden nachziehen

Hinzu kommt: Sollte es mit dem Baukastenprinzip bei VW keine größeren Probleme geben, dürften über kurz oder lang auch andere große Autohersteller nach ziehen. „Wer sich als Lieferant erfolgreich für den VW-Baukasten qualifiziert hat, verschafft sich damit auch eine gute Ausgangsposition für andere Autobauer“, sagt Continental-Manager Niemann.

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    Sollte am VW-Wesen am Ende die ganze Autoindustrie genesen? Die deutschen Konkurrenten BMW und Daimler versuchen, den Ball flach zu halten. Effizient produzieren, das können wir auch, heißt es. Doch intern grassiert die Angst, dass vor allem der Rivale Audi dank der wachsenden Verzahnung mit VW und Porsche noch kostengünstiger produzieren kann als heute – und mit kämpferischen Preisen in den Markt geht. Sogar die Marke VW müssen BMW und Daimler im Blick haben, da sie mit kleineren Fahrzeugen (BMW Mini, 1er-BMW, Mercedes A- und B-Klasse) gegen die Wolfsburger antreten.

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    Technische Gleichschaltung unter der Karosse und in der Produktion, nicht jedoch in der Anmutung der Fahrzeuge – VW-Chef Winterkorn weiß, dass er mit diesem Traum nicht allein steht in der Branche. BMW und Daimler etwa verfolgen ähnliche Strategien. Er könne sich vorstellen, sagt Winterkorn, das erworbene Know-how eines Tages mit anderen Autobauern zu teilen. Noch sei die Zeit dafür aber nicht reif – denkbar sei das „erst in der nächsten Entwicklungsstufe“.

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