Neues Sparabkommen Daimler fordert von Belegschaft mehr Flexibilität

Daimler dringt auf Zugeständnisse der Belegschaft, um die Kosten zu drücken. "Wir brauchen mehr Flexibilität in den Mercedes-Werken", sagte Mercedes-Produktionsvorstand Andreas Renschler.

Die Brandherde des Dieter Zetsche
Citan versagt beim Crash-TestDie Zusammenarbeit zwischen Mercedes und Renault kratzt schwer am Image der deutschen Premiummarke. Das erste gemeinsame Produkt, der Kastenwagen Citan offenbart beim Euro-NCAP-Crashtest schwere Sicherheitsmängel. Statt wie üblich fünf gab es für den Mercedes nur drei Sterne. Der Kopfairbag verfing sich beim simulierten Frontalzusammenstoß. Und das harte Armaturenbrett hätte im Ernstfall den Insassen ernste Verletzungen zugefügt. Der Citan schnitt hier sogar noch schlechter ab als der Kangoo. Quelle: Screenshot
Ein Audi auf einer Rennstrecke Quelle: Audi
Ein schöner alter Mercedes Quelle: dpa/dpaweb
Dieter Zetsche und Carlos Ghosn Quelle: REUTERS
Kein starker GroßaktionärWährend bei BMW Johanna Quandt und ihren Kindern Stefan Quandt und Susanne Klatten gut 48 Prozent der Stimmrechte halten, fehlt Daimler ein solch starker Großaktionär. Kuwait ist mit einem Anteil von 7,6 Prozent Daimler größter Einzelaktionär. Erst im vergangenen Oktober trennte sich der bis dahin bedeutendste Aktionär, das Scheichtum Abu Dhabi, von seinen Anteilen. Der Staatsfonds Aabar besitzt nun keine direkten Stimmrechte mehr an dem Dax-Konzern. Dafür ist der chinesische Staatsfond CIC bei den Schwaben eingestiegen, allerdings ebenfalls nur mit knapp drei Prozent. Eine starke Schutzmacht im Rücken fehlt Zetsche damit nach wie vor. Quelle: dpa
Qualm kommt aus einem Auspuff Quelle: AP
Schwaches KleinwagensegmentBMW setzte 2012 mehr als 528.000 BMW 1er und Minis ab - das Kleinwagensegment der Bayern läuft wie geschnitten Brot. In Stuttgart sind es deutlich magerer aus - 2012 verkaufte Daimler 337.000 Smarts. Und BMW schafft es für die Mini-Flitzer stattliche Preise zu verlangen. Mehr als 20.000 Euro sind Kunden bereit für einen Mini zu bezahlen. Daimlers Smart kann da nicht mithalten. Ob seine Elektroversion den Durchbruch auf dem Kleinwagenmarkt oder Carsharingmarkt bringt, steht noch in den Sternen. Quelle: dpa

Alle Beteiligten müssten das Ziel haben, die Werke wettbewerbsfähiger zu machen. "Zeitarbeiter braucht man für die Flexibilität." Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte dem Konzern vergangenes Jahr ein neues Sparprogramm verordnet. Bis 2015 soll die Pkw-Sparte Mercedes-Benz ihre Kosten um zwei Milliarden Euro jährlich senken. Renschler, der bis zum Postentausch mit Wolfgang Bernhard zum 1. April die Lkw-Sparte geleitet hatte, sieht das Lastwagen-Werk in Wörth als Vorbild auch für die Pkw-Werke. "Wir brauchen den gleichen Puffer wie in Wörth". Dort häufen die Beschäftigten in guten Zeiten bis zu 300 Stunden auf ihrem Zeitkonto an, bei fehlenden Aufträgen kann das Konto bis zu 300 Stunden ins Minus rutschen. Im Pkw-Werk Sindelfingen hat das Zeitkonto dagegen nur einen Rahmen von plus 50 bis minus 100 Stunden.

Renschler bestätigte, dass Daimler und Nissan die gemeinsame Produktion von Autos in Mexiko prüfen. "Das wäre eine Option, wenn sich unser Geschäft mit Kompaktwagen in Nordamerika entsprechend gut entwickelt", sagte er. "Das wird Ende des Jahres entschieden."
Reuters hatte bereits Anfang September aus Branchenkreisen erfahren, dass Nissan in seinem neuen Werk in Aguascalientes einen neuen Kompaktwagen seiner Premium-Markte Infiniti montieren will. Dieser solle mit Motor und Fahrgestellteilen des neuen Mercedes-Kompakt-Geländewagen GLA ausgerüstet werden. Der Infiniti Q30 wäre der erste Nissan auf Basis einer Mercedes-Plattform. Der auf der A-Klasse basierende GLA wiederum sei einer vom mehreren Kandidaten, die künftig in dem mexikanischen Werk vom Band rollen könnten, hieß es seinerzeit.

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