Neues Tesla-Modell Das "D" steht für Allrad

Der kalifornische Elektroautohersteller Tesla Motors rüstet seine S-Modellreihe mit Allradantrieb und Autopilot-Funktionen aus – inklusive selbständigem Einparken.

Ein erster Eindruck aus dem Allrad-Tesla

Elon Musk zelebriert gern mit seinen Kunden. Am Donnerstagabend hatte der Chef von Tesla Motors nicht nur die internationale Presse auf ein Rollfeld in der Nähe des internationalen Flughafens von Los Angeles eingeladen, sondern auch rund 2.500 begeisterte Besitzer und Besteller seiner Elektrolimousine Tesla Model S. Wie in einem Tweet "About time to unveil the D and something else" Ende vergangener Woche angekündigt, enthüllte der gut gelaunte Firmenchef zwei Neuheiten.

Wie von vielen spekuliert steht das "D" für Dual Motor – ab Dezember wird eine erweiterte Version der Tesla S Limousine mit einem zusätzlichen Motor an der Vorderachse ausgeliefert, der Allradantrieb ermöglicht.

Das 120.000 Dollar teure Spitzenmodell P85D erlaubt mit seinen 691 PS nicht nur den Sprint von null auf 100 Kilometer pro Stunde in atemberaubenden 3,2 Sekunden. Das ist rund eine Sekunde schneller als das bisherige Flaggschiff P85. Musk beschreibt die Beschleunigung als „persönlichen Achterbahn“.

Sie soll dank effizienteren Energiemanagement auch eine Reichweite von zusätzlichen 16 Kilometer haben, was Fahrstrecken von bis zu 440 Kilometer ermöglicht. Zwei weitere Modelle namens 60D und 85D sollen im Februar folgen. Die Zahlen stehen jeweils für die Batteriekapazität in Kilowattstunden, das "P" für das leistungsstarke Performance-Modell. Ein Model S 60D hat also eine kleinere Batterie und weniger Leistung als ein P85D.

Zusätzlicher Motor sorgt für Leistungsschub

Bei Autos mit Verbrennungsmotor wird beim Allradantrieb die Leistung des Motors auf Vorder- und Hinterachse verteilt. Da Elektromotoren deutlich kleiner sind, ist es möglich, an jeder Achse einen eigenen Motor zu verbauen. Das erklärt auch den Leistungssprung von den 476 PS eines heckangetriebenen P85 zu den 691 PS eines allradangetriebenen P85D.

Die Tesla-Chronik

Die zweite Neuheit ist ein Autopilot, der zwar kein autonomes Fahren ermöglicht, aber dem Fahrer assistiert. Mittels Ultraschall, Radar und hochauflösender Kamera kann der Autpilot unter anderem die Spur wechseln und halten, vor Hindernissen warnen oder Verkehrzeichen erkennen und die Geschwindigkeit anpassen. Außerdem kann es automatisch einparken.

Mit den neuen Assistenzsysteme kann das Model S unter anderem die Spur selbstständig wechseln. Quelle: REUTERS

Damit kontert Musk Kritiker, die seiner Limousine zwar gute Fahreigenschaften bescheinigen, aber die mangelhafte Ausstattung mit gehobenen Funktionen monieren.

Der Autopilot vermittelt schon mal einen Vorgeschmack der Zukunft. Das Fahrzeug kann automatisch zu seinem Fahrer vorfahren und in der Garage einparken – aus rechtlichen Gründen ist das allerdings nur auf privatem Grund gestattet.

Die Preise für den "D" würden bei 120.170 Dollar beginnen, sagte Sprecher Alexis Georgeson. Die Allradversion soll bei den kleineren Modellen mit schwächeren Motoren und kleineren Akkus 4.000 US-Dollar Aufpreis kosten.

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