WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

+++Neuigkeiten zum VW-Abgas-Skandal+++ VW zahlt in Spanien Subventionen zurück

Seite 2/3

+++Audi-Betriebsrat: Abgas-Skandal „unternehmerisches Eigentor“ +++

Arbeitnehmervertreter der VW-Tochter Audi sehen zu Unrecht den gesamten Konzern unter Beschuss. „Es handelt sich bei der Abgas-Affäre um einen grob fahrlässigen Fehler einiger weniger, der einem unternehmerischen Eigentor gleicht“, hieß es in einem Brief des Gesamtbetriebsrates an die Mitarbeiter.

„Es ist aber nicht das Versagen eines ganzen Konzerns, wie es in der Öffentlichkeit gerade diskutiert wird.“ Zu keinem Zeitpunkt sei die Sicherheit der Kunden in Gefahr gewesen. Dennoch lehrten die Vorfälle, dass die Unternehmenskultur neu durchdacht werden müsse - „hin zu Offenheit, Transparenz und gegenseitigem Vertrauen - weg von starren Hierarchien“, hieß es in dem Brief. Deshalb sei es gerade jetzt wichtig, das Führungsleitbild bei Audi weiter voranzutreiben.

+++Versicherer werden VW nur Bruchteil des Schadens ersetzen+++

Der Volkswagen-Konzern kann von den Milliardenkosten infolge des Abgas-Skandals nur einen Bruchteil von der Manager-Haftpflichtversicherung zurückholen. Die Deckungssumme der sogenannten D&O-Versicherung dürfte kaum über einer halben Milliarde Euro liegen, sagte Michael Hendricks, Chef des Düsseldorfer D&O-Maklers Hendricks & Co., der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Laut dem Leiter der D&O-Versicherung des Maklers Aon in Hamburg, Marcel Roeder, liegt die Summe bei Dax-Konzernen häufig sogar nur bei 350 bis 400 Millionen Euro.

Selbst wenn das Unternehmen weitere Millionen direkt von verantwortlichen Managern hereinholt, bliebe die Summe damit weit unter dem von VW geschätzten Schaden von 6,5 Milliarden Euro. Zusätzlich drohen dem Konzern in den USA Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden US-Dollar (16,1 Mrd Euro). Der Autobauer wollte sich zum Thema Manager-Haftpflicht auf Nachfrage nicht äußern.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Directors- and Officers-Versicherung, kurz D&O, soll Manager bei Verfehlungen und Versäumnissen gegen Schadenersatzforderungen ihres Arbeitgebers absichern. Gerade bei Großkonzernen können sich kleine Fehler an der Unternehmensspitze zu immensen Schäden auswachsen. Vorstände und Aufsichtsräte müssen bereits haften, wenn sie ihren Kontrollpflichten nicht ausreichend nachgekommen sind, auch wenn sie von den konkreten Vorfällen nichts wussten. Wissentlich verursachte Verstöße decken die Versicherungen hingegen nicht ab. Laut dem Aon-Experten Roeder ist auch die Erstattung von Bußgeldern rechtlich umstritten, da diese sonst ihre Wirkung verfehlen würden.

    Der langjährige VW-Chef Martin Winterkorn war am vergangenen Mittwoch wegen der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Dieselmotoren zurückgetreten. Der Konzern hatte zuvor einräumen müssen, dass weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge von den Manipulationen betroffen sind. Nach mehreren Strafanzeigen leitete die Braunschweiger Staatsanwaltschaft am Montag ein Ermittlungsverfahren gegen Winterkorn ein. Seinen eigenen Worten zufolge hat Winterkorn von den Tricksereien bei den Abgastests nichts gewusst. Bei VW läuft die Suche nach den Verantwortlichen. Das Unternehmen will sie für die Vorgänge zur Rechenschaft ziehen.

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%