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Neuwagenverkäufe Junge Frauen verlieren die Lust am Auto

Das Privatkundengeschäft mit Neuwagen läuft schleppend. Für die Autobranche tut sich ein neues Problem auf. Sie verlieren zunehmend das Interesse einer künftig wichtigen Kundengruppe: junge Frauen.

Die deutschen Autobauer kämpfen mit dem

Autos sind eine Männerdomäne. Nicht nur in den Chefetagen der deutschen Autobauer sitzen Frauen meist nur in den Vorzimmern, auch in den Entwicklungsabteilungen sind Ingenieurinnen selten. Die ernsthaftesten Folgen hat das Fernbleiben der Frauen für Volkswagen, Daimler und Co. aber an einer anderen Stelle – in den Autohäusern.

Wie das Center of Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen berechnet hat, lag der Frauenanteil im ersten Halbjahr bei privaten Autokäufern bei gerade einmal 32,2 Prozent. Laut Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer ist das der geringste Wert seit 2007. Und das, obwohl das weibliche Geschlecht demografisch leicht in der Überzahl ist.

Ein weiteres Problem für die sonst so erfolgsverwöhnten Autobauer: Die wenigen Frauen, die sich ein Auto kaufen, werden immer älter. Waren im Jahr 2006 noch 43,7 Prozent der weiblichen Autokäufer jünger als 45 Jahre, wurde der Anteil kontinuierlich geringer – auf noch 29,8 Prozent in den ersten sechs Monaten diesen Jahres.

Besonders deutlich wird der "Methusalem-Effekt" – also die Alterung der kaufkräftigen Kundschaft – beim Blick auf die beiden Extreme: Zuletzt waren nur noch 3,9 der Neuwagenkäuferinnen jünger als 25 Jahre. Der Anteil der über 70-jährigen Kundinnen stieg aber auf 10,1 Prozent.

Die Autobauer haben bei der Kundschaft ein Nachwuchsproblem – zumindest, wenn es um Käuferinnen geht.

Die größten Autohändler in Deutschland

Ein Rezept gegen diesen Trend haben die vornehmlich männlichen Vorstände noch nicht gefunden. Zwar gibt es inzwischen jede Menge kleinerer und chic gestylten Modelle, auch die beliebten SUV mit ihrem Gefühl der Sicherheit sprechen Frauen eher an. Doch die Art und Weise, wie diese Autos beworben und verkauft werden, schreckt Frauen meist ab, so die Beobachtung des CAR.

Auch die Autohäuser seien Teil des Problems. "Das sind meistens Gewerbegebiete, die Autos stehen dort in monotoner Reihe, und Verkäufer warten mit dem Auftragsblock. Das wirkt wie zum Zahnarzt gehen", sagt Dudenhöffer. "Die Vertriebssysteme sind antiquiert, und neue Vertriebs-Formate sind nicht wirklich zu finden."

Zumindest nicht bei den deutschen Automarken. Wenn Frauen Neuwagen kaufen, dann vor allem welche von Suzuki, Peugeot, Hyundai oder Renault.

Frauenanteil bei privaten 
Neuwagenkäufen
im ersten Halbjahr 2015
MarkeAnteil in Prozent
Mini51,4
Suzuki42,0
Peugeot40,8
Hyundai40,3
Renault40,1
Toyota39,5
Mitsubishi37,8
Seat36,6
Opel35,4
Dacia35,3
Citroen35,1
Skoda34,5
VW33,8
Kia33,6
Fiat33,1
Ford32,8
Durchschnitt 32,2
Alfa Romeo 32,0
Lancia 31,1
Nissan 31,0
Honda 30,7
Mazda 28,2
Smart 28,1
Land Rover 26,6
Audi 26,6
BMW 26,2
Jeep 22,9
Volvo 22,4
Lexus 20,6
Porsche 19,0
Mercedes 18,0
Subaru 17,2
Lada 16,6
Infiniti 16,3
Jaguar 13,7
Chrysler 12,4
Bentley11,4
Ferrari 9,0
Lamborghini 7,7
Maserati 7,1
Tesla 4,9
Aston Martin 4,8
Rolly-Royce 0,0
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