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Neuzulassungen im Juli Mini liegt in der Verbrauchergunst vorn

Es gibt erste Anzeichen einer Stabilisierung am deutschen Automarkt: Nach monatelanger Talfahrt sind im Juli wieder mehr Autos zugelassen worden. Besonders beliebt waren Neuwagen der Marke Mini, der Smart erwies sich hingegen als Ladenhüter.

Daimler reißt das Steuer herum
Daimler Der Autobauer hat wie angekündigt sein Ergebnis im dritten Quartal dank neuer Modelle und sparsamerer Produktion deutlich gesteigert. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen aus dem laufenden Geschäft (Ebit) stieg von Juli bis September auf 2,2 Milliarden Euro, gegenüber dem Vorjahresquartal ist das ein Plus von 16 Prozent. "Wir werden weiter in Produkte und Standorte investieren, um den mittel- und langfristigen Erfolg des Unternehmens nachhaltig zu sichern", erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche. Er hatte bereits im Sommer nach den schwachen ersten sechs Monaten ein "deutlich besseres" operatives Ergebnis für das zweite Halbjahr in Aussicht gestellt. Daimler präzisierte seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr: Absatz und Umsatz sollen steigen, das bereinigte Ebit soll bei 7,5 Milliarden Euro liegen. Ein Blick auf weitere große Autobauer in alphabetischer Reihenfolge: Quelle: AP
Audi Audi hat im ersten Halbjahr so viele Autos verkauft wie noch nie zuvor. Weltweit legten die Absatzzahlen vor allem dank guter Geschäfte in China, Großbritannien und den USA um 6,4 Prozent auf 780.500 Autos zu, wie die VW-Tochter mitteilte. In Europa bekam Audi die Autoflaute allerdings deutlich zu spüren. Besonders in Frankreich (minus 8,6 Prozent) und Italien (minus 9,8 Prozent) gingen die Verkaufszahlen deutlich zurück. In Deutschland verkaufte Audi 4,3 Prozent weniger Autos als im Vorjahreszeitraum. Audi verdient Milliarden, doch in der Bilanz machen sich die schwierige Marktlage und Investitionen bemerkbar. Der Umsatz wuchs in den ersten sechs Monaten nur Dank der Erlöse der neuen Motorrad-Tochter Ducati um 200 Millionen Euro auf rund 25,2 Milliarden Euro. Der operative Gewinn sank um fast acht Prozent auf gut 2,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich schrumpfte das Ergebnis um gut drei Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Euro. Für das zweite Halbjahr setzt Audi seine Hoffnungen unter anderem in den Start der neuen A3-Limousine. Quelle: AP
BMWBMW hat im ersten Halbjahr einen neuen Verkaufsrekord eingefahren. Weltweit legten die Absatzzahlen der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce um 6 Prozent auf 954.521 Fahrzeuge zu. Zu dem Wachstum trug vor allem Asien bei, wo BMW bis Ende Juni rund 272.000 Fahrzeuge auslieferte und damit 14,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In den USA verbuchte der Autohersteller ein Plus von 9 Prozent. In Europa hingegen herrschte Stillstand: Dort lagen die Verkaufszahlen mit knapp 437.000 Fahrzeugen in etwa auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2012. Im zweiten Quartal hat BMW auch mehr Gewinn eingefahren. Das Ergebnis vor Steuern kletterte um 2,8 Prozent auf 2,03 Milliarden Euro. Der Nettogewinn legte um neun Prozent auf 1,39 Milliarden Euro zu. Quelle: REUTERS
General MotorsGM kommt bei der Sanierung seiner Tochter Opel voran. Dank des straffen Sparkurses habe sich der Verlust im Europa-Geschäft im zweiten Quartal mehr als halbiert, teilte der größte US-Autobauer mit. Der Fehlbetrag sei dort trotz der Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt auf 110 Millionen Dollar gesunken von einem Verlust von 394 Millionen Dollar vor einem Jahr. Quelle: AP
FiatDer kriselnde italienische Autobauer profitiert von seiner starken US-Tochter. Nur dank des guten Geschäfts bei Chrysler steigerte der Konzern seinen Gewinn im zweiten Quartal auf 435 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Wert noch bei 239 Millionen Euro gelegen. Fiat allein machte jedoch wie im Vorjahreszeitraum einen Verlust von 247 Millionen Euro. Die Italiener leiden besonders unter der Absatzkrise in Europa. Die meisten Autos verkauft die Fiat-Gruppe nach wie vor in Nordamerika. Der Umsatz des Gesamtkonzerns stieg um vier Prozent auf 22,3 Milliarden Euro. An seinem Ausblick hielt Konzernchef Sergio Marchionne fest. Er rechnet im Gesamtjahr weiterhin mit 88 bis 92 Milliarden Euro Umsatz und einem operativen Gewinn zwischen 4 und 4,5 Milliarden Euro. Damit muss der Konzern im zweiten Halbjahr vor allem beim Gewinn kräftig zulegen - nach sechs Monaten steht Fiat erst bei 1,65 Milliarden Euro. Quelle: dpa
FordDer Verlust im krisengeplagten Europa-Markt werde 2013 unter dem Vorjahresniveau liegen, teilte der zweitgrößte US-Autobauer nach der Opel-Mutter GM am 24. Oktober mit. Zuletzt hatte Ford noch mit einem Vorsteuerverlust in Europa von 1,8 Milliarden Dollar gerechnet. Das hätte dem Minus von 2012 entsprochen. Konzernweit wies Ford für das dritte Quartal einen Umsatzanstieg von zwölf Prozent auf 36 Milliarden Dollar aus. Der Gewinn fiel jedoch um 22 Prozent auf 1,27 Milliarden Dollar. Hier wirkten sich Kosten für Sanierungsmaßnahmen - vor allem in Europa - negativ aus. Im Gesamtjahr dürfte der Vorsteuergewinn des Konzerns über den acht Milliarden Dollar von 2012 liegen, wie es weiter hieß. Bisher war das Management in etwa von stabilen Werten ausgegangen. Quelle: REUTERS
PorscheDer Sportwagenbauer hat seine Auslieferungen im ersten Halbjahr um 18 Prozent gesteigert und steuert damit auf einen neuen Rekordabsatz im Gesamtjahr zu. In Europa hatte sich die Nachfrage allerdings zuletzt abgeschwächt. Die Erlöse stiegen im Vergleich zur Vorjahreshälfte um vier Prozent auf sieben Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um drei Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu - damit steuerte Porsche gut 22 Prozent zum Gewinn des VW-Konzerns bei. Die Umsatzrendite, das Verhältnis vom Gewinn zum Umsatz, lag bei 18 Prozent - einem Wert von dem andere Autobauer nur träumen. An der Ergebnisprognose für 2013 will Finanzvorstand Meschke allerdings nicht schrauben. Das Ergebnis werde auf dem hohen Niveau des Vorjahres verharren - 2012 hatte Porsche einen operativen Gewinn von 2,4 Milliarden Euro gemacht. Quelle: dpa

Der Pkw-Markt in Deutschland hat im Sommermonat Juli etwas an Fahrt aufgenommen. Mit gut 253.000 Pkw erhielten 2,1 Prozent mehr Neuwagen als im Vorjahr ihre Nummernschilder, wie das Kraftfahrtbundesamt am Freitag in Flensburg mitteilte.

Bisher hatten die Verbraucher einen Bogen um die Autohäuser gemacht. Auch große Firmen und Autovermieter hatten sich mit Bestellungen zurückgehalten. Seit Jahresbeginn fällt die Zulassungsbilanz deutlich negativ aus: Von Januar bis Ende Juli wurden lediglich 1,76 Millionen Neuwagen zugelassen, 6,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Neue Coupés in allen Klassen
Der Automarkt ist unübersichtlich geworden. Es gibt so viele Segmente wie nie zuvor. Es sind schon lange nicht mehr nur klassische Limousinen, Kombis oder Vans, die in den Showrooms stehen. In allen Klassen experimentieren die Hersteller mit Crossover-Modellen, die mehrere Gattungsmerkmale vereinen. Obwohl viele Kunden zu diesen meist muskulös gestalteten Fahrzeugen greifen, scheint auch ein anderer Klassiker unangreifbar: das Coupé. Doch auch diese Autoform unterliegt einem gewissen Wandel ... Foto: Mercedes 600 CL Quelle: PR
Das Coupé werde so schnell nicht aus der Mode kommen, sagt der Designprofessor Lutz Fügener von der Hochschule Pforzheim: "Es ist eine der Karosserieformen, die auf Dauer attraktiv bleiben." Das Coupé gelte als zeitlos elegant, sportlich und luxuriös. Auch die Hersteller wissen das. So verwundert es kaum, dass in den kommenden Monaten eine ganze Reihe an Coupé-Neuheiten in den Handel kommt ... Foto: Rolls-Royce Wraith Quelle: PR
Unser Reigen beginnt preislich ganz weit oben in der absoluten Luxusklasse mit dem Rolls-Royce Wraith. Er basiert auf dem Ghost und wird mit einem 465 kW/632 PS starken V12-Motor laut Firmenchef Torsten Müller-Ötvös zum "stärksten Serienmodell in der Geschichte" der Marke. Kostenpunkt: ab rund 300.000 Euro. Quelle: PR
Wem das doch zu teuer ist, der kann auf die ersten Ableger der Mercedes S-Klasse warten. "Nach der jüngst gezeigten Limousine folgt als nächstes ein Coupé", hat Designchef Gordon Wagener angekündigt. Der aktuelle CL wirkt etwas behäbig und gilt gerne als Altherrenauto. Das neue Modell werde viel dynamischer, so Wagener. Nach Branchenschätzungen dürfte der Preis des neuen S-Klasse-Coupés knapp unter 100.000 Euro liegen - immerhin rund ein Drittel des Wraith. Foto: Bildvergleich Seitenansicht BMW 6er Coupe und Mercedes CL / Bimmertoday/BMW Blog Quelle: PR
Auch andere Premiumhersteller messen dem Coupé große Bedeutung bei: BMW liebäugelt mit einem 7er-Coupé im Geist des 1999 eingestellten 8ers. Wie das aussehen könnte, haben die Bayern in diesem Frühjahr mit der Studie Gran Lusso von Pininfarina demonstriert. "Eine konkrete Modellplanung gibt es dafür aber noch nicht", dämpft Pressesprecher Ralph Huber die Erwartungen. Quelle: PR
Trotzdem gehen Coupé-Freunde bei BMW in diesem Jahr nicht leer aus: Zwei Klassen tiefer bringen die Münchener den neuen 4er. So heißt künftig die zweitürige Variante des 3ers, die im Oktober zu Preisen ab 35.750 Euro in den Handel kommt und damit gut 2.000 Euro mehr kostet als die Limousine. Quelle: PR
Zwar gibt es den 4er mit Motoren von 135 kW/184 PS bis 230 kW/313 PS, und Tempo 250 ist für die meisten Varianten kein Problem ... Quelle: PR

Die Autobauer warten seit Monaten sehnlich darauf, dass sich die Pkw-Nachfrage auf dem wichtigen deutschen Markt belebt. In Frankreich gibt es bereits erste Anzeichen für eine Stabilisierung. Die Neuzulassungen kletterten dort im Juli binnen Jahresfrist um knapp ein Prozent.

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Gefragt waren vor allem Neuwagen der Marken Mini, Mercedes, BMW und Opel, deren Autos sich deutlich besser als im Vorjahr verkauften. Als Ladenhüter erwies sich der Kleinwagen Smart, der ebenso wie Autos von Marktführer VW weniger Anklang bei den Kunden fand.

Vorn in der Käufergunst lagen nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts Fahrzeuge der Kompaktklasse sowie sportliche Geländewagen. Auch bei Nutzfahrzeugen registrierte die Flensburger Behörde im Juli ein Plus bei den Neuzulassungen um 5,7 Prozent.

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