Opel Autobauer voraussichtlich ab März mit neuem Chef

Nach Medienangaben soll der VW-Manager Karl Thomas Neumann ab dem 1. März den Chefposten beim Fahrzeughersteller übernehmen. Er wird viel zu tun haben: 2013 und 2014 wird Opel nicht aus den roten Zahlen kommen.

Einst Vorstandsvorsitzender der Continental AG, soll Karl-Thomas Neumann, zum 1. März den Chefposten beim Autobauer Opel übernehmen. Quelle: dpa

Der Volkswagen-Manager Karl-Thomas Neumann wird laut einem Medienbericht bereits zum 1. März die Führung beim angeschlagenen Autohersteller Opel übernehmen und damit wesentlich schneller als angenommen. VW entlasse Neumann, dessen Vertrag noch bis Ende Juni laufe, vorzeitig aus seinen Verpflichtungen, schrieb das Nachrichtenmagazin "Spiegel" ohne Angabe von Quellen. VW wollte den Bericht nicht näher kommentieren, dementierte ihn aber auch nicht. Ein Opel-Sprecher sagte, das Unternehmen kommentiere Personalspekulationen grundsätzlich nicht.

Neumann wird seit Monaten als Nachfolger von Opel-Übergangschef Thomas Sedran gehandelt, der die verlustreiche europäische Tochter des US-Konzerns General Motors (GM) seit Mitte Juli 2012 führt.

Sedran soll indessen auch dann bei Opel bleiben, wenn Neumann die Unternehmensführung beim Autobauer übernimmt, wie die WirtschaftsWoche aus Firmenkreisen erfahren hat.

Opels Managerverschleiß auf dem Chefposten
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Karl-Thomas Neumann Quelle: obs
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Bei VW leitete Karl-Thomas Neumann zuletzt das Chinageschäft. Er wurde in dem Amt aber 2012 abgelöst und war seitdem praktisch freigestellt. Weil Neumann aber noch Fristen aus dem Beschäftigungsverhältnis mit VW einhalten muss, war mit seinem Wechsel zum Konkurrenten Opel nicht vor dem Sommer 2013 gerechnet worden.

Derweil stimmt die Opel-Führung den Autobauer auf weitere verlustreiche Jahre ein. „Wir schreiben 2013 und 2014 rote Zahlen, 2014 hoffentlich weniger. Ein ausgeglichenes Ergebnis wird 2015 oder 2016 erreicht - je nach Marktlage“, sagte Stephen Girsky, Opel-Aufsichtsratschef und Vize der Opel-Mutter General Motors (GM) dem „Focus“. Im Herbst hatte GM das Ziel ausgegeben, 2015 in seinem Europageschäft wieder die Gewinnschwelle zu erreichen. Um die Werke besser auszulasten, hatte Opel beschlossen, die Produktion in Bochum 2016 einzustellen. Opel-Interimschef Thomas Sedran bekräftigte im „Focus“: „Wir haben keine weitere Werksschließung geplant.“

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