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Opel Stracke-Rücktritt erschüttert Vertrauen

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Mann des Ausgleichs

Mit Stracke verlässt ein Manager die Spitze, der seit mehr als 30 Jahren für Opel arbeitet. Stracke hat bei der Konzernmutter General Motors in den USA gearbeitet - kennt die hiesige Mentalität ebenso wie die Nöte der deutschen Opelaner. Er folgte auf Interimschef Nick Reilly, der knapp 14 Monate die Geschäfte führte. Der Brite war von General Motors als Sanierer nach Deutschland geschickt worden. Stracke galt nach Reilly als Mann des Ausgleichs - einer dem es gelang, zwischen der US-Mutter und der europäischen Töchtern Opel und Vauxhall zu vermitteln. Allerdings wohl mit deutlich weniger Erfolg als bisher angenommen.

Auto



Strackes Abtritt schürt bei Gewerkschaftern und Politikern die Angst, dass die erst kürzlich mit General Motors getroffenen Vereinbarungen wieder in Frage gestellt werden könnten. Der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild sagte: "Wichtig ist nun, dass die zwischen uns und dem Unternehmen getroffenen Vereinbarungen und die Diskussionsstände, die wir mit dem Vorstand erreicht haben, Bestand haben." Stracke hat im Mai gegenüber Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier zugesichert, dass der Traditionsstandort Rüsselsheim in seiner jetzigen Form erhalten bleibe und die Produktion des Opel Astra in Rüsselsheim bis Ende 2014 sicher sei.

Der Autoexperte und Leiter des CAR-Instituts, Ferdinand Dudenhöffer, rechnet mit einer deutlichen Verschärfung des Sparkurses bei Opel. „Jetzt kommt die knallharte Sanierung. Mitarbeiter werden rausgeschmissen, Werke geschlossen“, sagte Dudenhöffer der "Bild"-Zeitung. Der Autoexperte schließt sogar eine Abwicklung des Unternehmens nicht aus. „Sogar der komplette Rückzug aus Europa ist denkbar“, erklärte Dudenhöffer.

Von der US-Konzernmutter kamen derweil nur die üblichen Abschiedsfloskel: „Karl-Friedrich Stracke arbeitete unermüdlich und unter großem Druck, um dieses Geschäft zu stabilisieren. Wir sind dankbar, auf seinen Erfolgen aufbauen zu können. Wir schätzen die zahlreichen Beiträge Karl-Friedrich Strackes zum Erfolg von GM“, sagte GM Chairman und CEO Dan Akerson. „Ich verlasse diese Position im Wissen, dass Opel/Vauxhall in eine gute Zukunft steuert – und freue mich, für GM andere Aufgaben zu übernehmen“, sagte Stracke.

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