Opel-Mutter GM verliert Millionen in Europa

Opel steckt angesichts schwacher Verkäufe weiterhin tief in den roten Zahlen. Der US-Mutterkonzern General Motors schrieb im zweiten Quartal in seinem Europageschäft einen operativen Verlust von 361 Millionen Dollar.

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Der US-Autobauer General Motors (GM) hat seine Verluste in Europa ausgeweitet. Im zweiten Quartal verlor GM mit Opel und der Schwestermarke Vauxhall 361 Millionen Dollar (294 Millionen Euro), wie der Konzern am Donnerstag in Detroit mitteilte. Damit summieren sich die Verluste bis Ende Juni auf fast 620 Millionen Dollar.

Weltweit brach der GM-Gewinn um eine Milliarde Dollar auf 1,5 Milliarden Euro ein, was einem Rückgang von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Beobachter hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Der Umsatz sank um rund 2 Milliarden Dollar auf 37,6 Milliarden Dollar. „Wir müssen mehr tun, um den Gegenwind auszugleichen“, sagte Vorstandsvorsitzender Dan Akerson.

Opel hatte in den letzten Jahren Milliardenverluste angehäuft und steht vor einer neuen Sanierungsrunde mit Arbeitsplatzverlusten. Die Konzernführung hatte zuletzt große Teile des Managements ausgetauscht.

Bereits der Rivale Ford hatte schwer unter dem Käuferschwund in Europa gelitten. Die Kunden halten sich wegen der Schuldenkrise zurück.

GM dringt bei Opel auf schnellere Sanierungserfolge. „Wir sind nicht schnell genug gewesen“, erklärte Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky, der auch Strategiechef des Detroiter Mutterkonzerns ist, am Donnerstag. Opel hatte Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke vor Kurzem überraschend von seinem Posten entbunden. Als Grund dafür wurde vermutet, dass GM die Sanierung nicht schnell genug voranschreitet.

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Arbeitnehmer fürchten, dass der US-Konzern nun noch stärker auf Werksschließungen in Europa dringen wird, um die Verluste einzudämmen. Girsky äußerte sich dazu nicht. Er bekräftigte, GM halte an seinem Sanierungsplan für Opel fest. Den hatte der Aufsichtsrat erst jüngst - damals noch im Beisein von Stracke - verabschiedet. Teile des Plans seien Kostensenkungen, Absatzsteigerungen, höhere Gewinnmargen und Bürokratieabbau, erklärte Girsky.

GM musste im ersten Halbjahr den Titel als größter Autohersteller der Welt wieder an Toyota abgeben. Der japanische Konzern erholte sich vergleichsweise schnell vom schweren Erdbeben in seinem Heimatland im vergangenen Jahr und verkaufte in den ersten sechs Monaten 4,97 Millionen Fahrzeuge. GM kam auf 4,67 Millionen - dicht gefolgt von Volkswagen mit 4,64 Millionen. Die Wolfsburger betonen immer wieder, bis 2018 der weltgrößte Autobauer werden zu wollen.

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