Opel Opel-Chef Neumann will Adam zu Modellfamilie ausbauen

Exklusiv

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann plant, den neuen Kleinwagen Adam zu einer Modellfamilie auszubauen und ein günstigeres Elektroauto anzubieten.

Glänzender Auftritt mit kleinen Macken
Glänzender Auftritt: Mit zwölf poppigen Lackfarben und drei verschiedenen Dachvarianten ist der Adam ein echter Hingucker. Mit weiteren bunten Accessoires und Dekoren kann man ihn gegen Aufpreis ganz persönlich gestalten. Quelle: Sebastian Schaal
Das zweifarbige Design macht ihn zu einem unverwechselbaren Charakter, ohne dass er wie die Konkurrenten Mini, Fiat 500 oder VW Beetle zu einem weiteren Retro-Auto geworden wäre. Eine gewisse optische Nähe hat er eher zum DS3 von Citroen. Quelle: Sebastian Schaal
Wem der Kühlergrill mit Streifen- und Wabendesign noch nicht verspielt genug ist, der kann ihn noch zusätzlich mit einer farbigen Grillspange aufmotzen. Quelle: Sebastian Schaal
Leichtmetallräder in 30 verschiedenen Ausführungen sind für den Adam verfügbar, hier in Cream White im "Hurrican"-Design. Einige Räder können auch noch für 28 Euro Aufpreis mit farbigen Clips veredelt werden. Quelle: Sebastian Schaal
Hommage an den Firmengründer: Adam Opel stand Pate bei der Namensgebung. Die durchbrochene C-Säule kombiniert mit Chromelementen geben der Optik einen ungewöhnlichen Touch. Quelle: Sebastian Schaal
Die 1,4 Liter-Maschine beschleunigt den Wagen zügig auf bis zu 185 Stundenkilometer. Kein Sportwagen, aber ein leistungsfähiges Triebwerk, das in der Stadt sehr gute Dienste leistet. Bei langen Autobahn-Fahrten nerven jedoch die hohen Drehzahlen. Quelle: Sebastian Schaal
Vier-Augen-Prinzip: Die reduzierte, klare Linienführung am Heck unterstreicht die junge Optik des Adam. Von einer Neigung zu barockem Blechkleid, die man Opel eine Zeit lang nachsagte, keine Spur. Quelle: Sebastian Schaal
Schon bei Wasserkästen wird es extrem eng. Zum leichteren Beladen muss man dann schon mal die Kofferraumabdeckung entfernen - oder gleich die Rücksitze umklappen. Aber dann hat man keinen komplett ebenen Ladeboden. Quelle: Sebastian Schaal
Taschenloch statt Kofferraum: Die extrem hohe Ladekante und das geringe Ladevolumen von nur 171 Litern sind einer der größten Minuspunkte beim Adam. Für Reisen mit größerem Gepäck oder die Fahrt zum Baumarkt nimmt man besser ein anderes Auto. Quelle: Sebastian Schaal
Manche wackeligen Hebel aus billiger Plastik passen gar nicht zum ansonsten hochwertig anmutenden Innenraum. Quelle: Sebastian Schaal
Der Adam geht dynamisch in die Kurven, dank eines straffen Fahrwerks und einer agilen Lenkung. Quelle: Sebastian Schaal
Der Motor beschleunigt gut, auch bei 180 Stundenkilometern liegt der Wagen noch ruhig auf der Straße. Quelle: Sebastian Schaal
Die Bedienung des Infotainment-Centers über den Touchscreen gelingt intuitiv ohne langes Studium der Bedienungsanleitung. Die Menüführung ist klar und übersichtlich. Quelle: Sebastian Schaal
Vorbildlich: Der Touchscreen ist im Grunde ein Sieben-Zoll-Tablet, das zusätzlich die Prozessor- und Speicherkapazität des Smartphones nutzen kann. Als Alternative zu Radio und CD kann man dann auch über Bluetooth die Musik vom Handy streamen oder per USB-Kabel die Navigations-App vom Smartphone abgreifen. Quelle: Sebastian Schaal
Gute Raumaufteilung: Die Anzeigen und Instrumente im Cockpit liegen ergonomisch angenehm und lassen sich gut bedienen. Die Materialien machen einen hochwertigen Eindruck, Fahrer und Beifahrer haben ausreichend Platz. Quelle: Sebastian Schaal
Auf der Rückbank dagegen wird es für die Beifahrer eher eng - sowohl für die Knie als auch für den Kopf. Die Sitze bieten aber genau wie vorne guten Halt. Quelle: Sebastian Schaal
Die Anzeigen sind gut ablesbar. In der Mitte kann alternativ zum Bordcomputer die Geschwindigkeit in Ziffern angezeigt werden. Hübsches Detail: Wenn man den Schlüssel dreht, streichen die rot beleuchteten Zeiger einmal über den gesamten Anzeigebereich als wollten sie dem Fahrer zum Start zuwinken. Quelle: Sebastian Schaal

„Adam schafft als Lifestyle-Kleinwagen für Opel ein völlig neues Segment“, sagt er. Neumann, der den Rüsselsheimer Konzern seit 1. März 2013 leitet, erklärte gegenüber dem Magazin: „Ich bin ein großer Fan des kleinen Adam. Und eine Adam-Family würde Opel sicher gut zu Gesicht stehen. Lassen Sie sich überraschen.“ Bislang hat Opel laut Neumann für den Stadtflitzer Adam 40.000 Bestellungen vorliegen.

Neumann kündigt zudem einen Nachfolger für das Elektroauto Ampera an, den er vor allem günstiger anbieten will: „Wir wollen mit der nächsten Generation den Preis senken“, betonte Neumann. „Der Ampera ist ein Beleg für unsere Innovationskraft“, so Neumann. Im vergangenen Jahr sei Opel damit Marktführer in Europa gewesen.

Der nächste Zafira wird laut Neumann in Deutschland bei Opel und nicht bei Peugeot gebaut. „Dieses Gerücht kam nur auf, weil ich entschieden habe, die Entwicklung des nächsten Zafira kurzfristig neu zu orientieren“, erklärt der Opel-Chef. Das Segment solle „keineswegs“ aufgegeben werden. Neumann: „Das Segment passt sehr gut zu Opel, der aktuelle Zafira ist ein großartiges Auto.“

Opel hält am Turnaround-Ziel fest

Karl-Thomas Neumann ist überzeugt davon, dass der zurzeit defizitäre Autohersteller ab 2016 wieder einen deutlichen Gewinn erzielt. „Eine schwarze Null wäre auf Dauer nicht befriedigend“, sagte Neumann. Neumann hält am Ziel des Turnarounds fest, obwohl er auf dem europäischen Automobilmarkt keinen Aufschwung erwartet. „Unser Kernmarkt Europa steckt in einer schweren Krise, er erodiert seit nunmehr 20 Jahren und eine schnelle Besserung erwarte ich nicht. Die Talsohle ist wohl erreicht, aber es geht nicht bergauf“. Dennoch ist Neumann davon überzeugt, dass Opel seinen Marktanteil in Europa und Deutschland mittelfristig wieder ausbauen kann.
„Wir holen Produktion nach Europa, reduzieren die Kapazitäten und versuchen unseren Absatz zu steigern“, erläutert der Opel-Chef den Weg aus den roten Zahlen. Dazu gehört für Neumann auch ganz klar die Schießung des Bochumer Opel-Werks. „Wir machen die gängigen Instrumente zur Flexibilisierung, wie Urlaubsschichten. Und wir beenden die Fahrzeugfertigung in Bochum Ende 2014.“

Bisher sei Opel defizitär wie wahrscheinlich die meisten Autowerke und Volumenhersteller in Europa. „Ich muss deshalb auf die Deckungsbeiträge schauen: Mit welchen Autos kann ich Geld verdienen und ab wann erreiche ich den Break-even, um die Fixkosten zu decken“, sagte Neumann. Er betonte, dass die Opel-Werke mit Ausnahme einer Fabrik in Polen in Hochlohn-Europa liegen. „Kein anderer Autohersteller produziert prozentual so viele Fahrzeuge in Deutschland wie wir“, so Neumann. Deutschland bleibe dabei auch in Zukunft „unser Rückgrat, unsere Heimat – und neben Großbritannien unser größter Markt“.

Als einen wichtigen Schritt zu mehr Effizienz wertet Neumann, dass der Geländewagen Mokka ab 2014 im spanischen Saragossa produziert wird. „Wir lasten unsere Produktionskapazitäten in Europa besser aus, sichern die bestehenden Arbeitsplätze und verkürzen die Lieferzeiten für unsere Kunden.“

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