Opel Stracke-Rücktritt erschüttert Vertrauen

Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke ist von seiner Position als Opel-Vorstandsvorsitzender und Präsident von General Motors Europe zurückgetreten. Namen potenzieller Nachfolger kursieren bereits.

Opels Managerverschleiß auf dem Chefposten
Michael Lohscheller Quelle: Opel
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Karl-Friedrich Stracke Quelle: dpa
Nick Reilly Quelle: REUTERS
Hans Demant Quelle: AP

Karl-Friedrich Stracke ist als Vorstandsvorsitzender des defizitären Autobauers Opel zurückgetreten. Er habe auch den Posten als Präsident von General Motors Europe abgegeben, teilte die Adam Opel AG am Donnerstag ohne Angabe von Gründen mit. Stracke werde Sonderaufgaben für GM übernehmen.

GM-Vize Stephen Girsky, der auch dem Opel-Aufsichtsrat vorsitzt, wird die Geschäfte von GM in Europa kommissarisch leiten. Die Suche nach einem Stracke-Nachfolger habe bereits begonnen, berichtete der Autobauer: „Der Opel-Aufsichtsrat wird in Kürze einberufen, um einen kommissarischen Opel-Vorstandsvorsitzenden zu benennen.“ Insider räumen einem Zeitungsbericht zufolge Strategievorstand Thomas Sedran beste Chancen auf die Nachfolge ein. Sedran bringe von seinem Know-how und seiner Persönlichkeit entsprechende Voraussetzungen mit und werde zudem vom Management der Opel-Konzernmutter General Motors (GM) geschätzt, berichtete die „Allgemeine Zeitung Mainz“ am Donnerstag in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise. Laut der „Bild-Zeitung“ ist zudem der amtierende Opel-Produktionsvorstand Peter Thom ein Kandidat mit guten Chancen.

Erst im Januar 2012 wurde Stracke (56) zum Präsidenten von General Motors Europe ernannt. Seit April 2011 war er Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG und damit verantwortlich für das weltweite operative Geschäft von Opel/Vauxhall. Er sollte den defizitären Autobauer zurück in die Gewinnzone führen. Dieses Ziel wurde klar verfehlt.

Strackes wichtigste Karrierestationen bei Opel

Der Autobauer leidet besonders stark unter der Krise im Euroraum. Der Absatz ist zuletzt kräftig gesunken. Anfang Juni hatte der Opel-Chef noch ein umfangreiches Sanierungsprogramm vorgestellt. Unter anderem wollte er in den nächsten vier Jahren über 20 neue Modelle auf den Markt bringen, ins Premium-Segment vorstoßen und so den Absatz in Europa aber auch in China deutlich steigern.

Den Startschuss für die Modelloffensive macht er mit den Enthüllung des Lifestyle-Flitzers Opel Adam. Der Kleinwagen ist als Konkurrenz zum VW Up gedacht. Mit ihm will Opel vor allem eine jüngere, trendbewusste Klientel ansprechen. Dass Stracke zu diesem Zeitpunkt von Bord geht, muss die Opel-Mitarbeiter tief erschüttern. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin zeigte sich besorgt: „Was Opel am Dringendsten braucht, ist Vertrauen. Solche überraschenden Personalwechsel tragen nicht dazu bei."

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