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Pariser Autosalon Mercedes macht mit Elektromarke EQ Jagd auf BMW i

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Was Mercedes aus den BMW-Fehlern gelernt hat

Bei Mercedes hat man das Projekt BMW i seit seinem Start intensiv beäugt und will dem Modell einer Submarke nun folgen, ohne die Fehler der Bayern zu wiederholen.

1. BMW koppelte die Elektromobilität untrennbar an den gigantischen Kostentreiber Karbon. Gewichtsersparnis und Anerkennung beim Kunden blieben jedoch überschaubar.

Während man am Münchner Petuelring schaut, wie man bei zukünftigen Produkten aus der Karbon-Einbahnstraße wieder herauskommt, setzt Daimler stattdessen von vorneherein auf einen Materialmix aus Stahl, Aluminium und Karbon. Damit will man sowohl Leichtbau als auch Stabilität und Kosteneffizienz unter einen Hut bringen.

2. BMW setzte auf eine spezielle Fahrzeugarchitektur aus einem so genanntem Lifemodul - der Fahrgastzelle aus Karbon - und einem Drive-Module, dem Alurahmen, in dem sich Antrieb, Fahrwerk und Akkuzellen befinden. Die Fahrgastzelle sollte - so der Plan - abgewandelt werden können. So hätte man Derivate und andere Karosserieformen mit überschaubarem Aufwand umsetzen können. Das stellte sich jedoch als Irrtum heraus. Die Kosten waren schlicht zu hoch. Die einfache Ableitung weiterer Karosserie- und Fahrzeugvarianten ist beim BMW i3 nicht machbar. Die Idee starb in der Entwicklung.

Die neuen E-Smarts

Daimler setzt dagegen auf eine eigens für batterieelektrische Modelle entwickelte Elektrofahrzeugarchitektur. Die soll sich skalieren lassen und modellübergreifend einsetzbar sein.

Radstand und Spurweite sowie alle übrigen Systemkomponenten wie die Batterien, sind dank des modularen Systembaukastens variabel. Das Fahrzeugkonzept sei, so Daimler, „damit für alle Anforderungen einer zukunftsorientierten, batterieelektrischen Modellfamilie optimiert“. Außerdem werde man zusätzlich eine Milliarde Euro in den Ausbau der weltweiten Batterieproduktion investieren, kündigte Zetsche auf dem Autosalon an.

Der Mercedes Generation EQ

Trotz mancher Probleme und Fehler beim Konkurrenten BMW, Fakt ist: Die Bayern haben einen Vorsprung in Sachen Elektromobilität. Mercedes kommt mit der eigenen Elektro-Marke und mit einem eigens entwickelten Elektrofahrzeug sehr spät.

Mercedes EQ nicht vor Ende 2018

Während Hersteller wie Tesla, Nissan / Renault oder BMW seit Jahren eigens kreierte E-Mobile verkaufen, dürfte der Mercedes EQ nicht vor Ende 2018 einrollen. Fehler kann man sich nicht mehr erlauben. So ist es keine Überraschung, dass die Schwaben auf einen Crossover größerer Ausmaße setzen - dem Fahrzeugsegment mit dem stärksten Wachstum. Schließlich hat man gerade Tesla mit dem neuesten Model X (einer Mischung aus Geländewagen und Van) und nicht nur BMW im Fokus.

Auch VW-Chef Matthias Müller stellte am Vorabend des Pariser Autosalons die Elektrostudie „ID“ vor. VW-Marken-Chef Herbert Diess kündigte eine Reichweite von 400 bis 600 Kilometern an. Der elektrische VW soll 2020 auf den Markt kommen und laut Diess in einer Reihe mit traditionsreichen Massenmodellen der Hausmarke des Konzerns wie Käfer und Golf stehen. Im Jahr 2025 will VW rund eine Million E-Autos jährlich verkaufen und damit weltweiter Marktführer sein. Das Rennen hat begonnen.

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