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Pilotprojekt in Zwickau VW-Betriebsärzte impfen gegen Corona

Ein Mitarbeiter im VW-Werk Zwickau wird im neuen Impfmobil auf dem Betriebsgelände von Volkswagen Sachsen in Zwickau von Werksärztin Nicole Walther gegen das Coronavirus geimpft. Quelle: dpa

In Deutschland gibt es etwa 12.000 Betriebsärzte, die der Corona-Impfkampagne zusätzlichen Schub geben könnten. Darauf dringen viele Firmen und Fachverbände. In Zwickau ist dazu ein Modellprojekt gestartet.

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Beim Autobauer Volkswagen in Zwickau werden erste Mitarbeiter gegen Corona geimpft. Damit ist er eines der ersten Industrieunternehmen in Deutschland, bei denen Betriebsärzte an der Impfkampagne beteiligt sind. Laut VW, Deutschem Roten Kreuz (DRK) und Sachsens Gesundheitsministerium handelt es sich um ein Modellprojekt. Den Angaben nach stehen vorerst 300 Dosen für die Erstimpfung bereit. Dabei werde strikt nach der geltenden Priorisierung vorgegangen, betonte der Geschäftsführer Personal von VW Sachsen, Dirk Coers, am Dienstag. „Es gibt keine Sonderkriterien.“

Fachverbände und Unternehmen fordern schon länger, die rund 12.000 Betriebsärzte in Deutschland in die Impfkampagne einzubinden. „Wenn man in die Fläche gehen will, müssen die Priorisierungen weg und genug Impfstoff da sein“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin, Thomas Nesseler, laut der Deutschen Presse-Agentur. Zudem seien die Abrechnungsmodalitäten zu klären. Es sei derzeit frühestens Ende April oder Anfang Mai mit einer flächendeckenden Einbindung von Betriebsärzten in die Impfkampagne zu rechnen.

Ähnlich äußerte sich der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte. Sie gehe fest davon aus, dass künftig die Betriebsärzte in die Impfkampagne einbezogen würden – vor allem für die niedergelassenen Kollegen müssten die Abrechnungsfragen geklärt sein, sagte Vizepräsidentin Anette Wahl-Wachendorf. Nach wie vor sei die Verfügbarkeit des Impfstoffes ein Nadelöhr.

„Eine flächendeckende Einbindung von Betriebsärzten ist derzeit noch nicht möglich“, betonte das Gesundheitsministerium in Dresden auf Anfrage. „Aber mit diesem Test lassen sich wertvolle Erfahrungen sammeln“, hieß es mit Blick auf das Projekt bei Volkswagen.

Dort werden vorerst nur Mitarbeiter geimpft, die zur zweiten Priorisierungsgruppe gehören, also bestimmte chronische Erkrankungen haben, sowie Beschäftigte aus dem Vogtlandkreis. Dort dürfen wegen der hohen Inzidenz bereits alle Erwachsenen geimpft werden. Laut Coers arbeiten in dem Zwickauer Werk gut 600 Menschen aus dieser Region.

Vorteile für die Mitarbeiter seien der kurze Weg und der unkomplizierte Zugang zur Impfung. Gesamtbetriebsratschef Jens Rothe betonte, dass die Impfungen absolut freiwillig seien. Das Projekt helfe, die Impfzentren zu entlasten und die Impfkampagne zu beschleunigen. Volkswagen Sachsen beschäftigt in Zwickau nach eigenen Angaben rund 8500 Menschen, im Freistaat insgesamt etwa 11.000.



Geimpft wird in einem Gesundheitszentrum im Werk selbst und in einem Impfmobil, das künftig auch an den anderen Standorten Chemnitz, Dresden und St. Egidien (Landkreis Zwickau) unterwegs sein soll. Laut DRK-Sprecher Kai Kranich wird in Sachsen bald viel mehr Impfstoff zur Verfügung stehen. Daher sei das Ziel, die Impfinfrastruktur zu erweitern. Auch dazu diene dieses Projekt.

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Ein weiterer Vorteil ist laut Kranich, dass VW sein medizinisches Personal und das Impfmobil auch außerhalb seines Werks für Einsätze in Westsachsen zur Verfügung stelle. Das Ganze sei angedockt ans Impfzentrum Zwickau. Auch andere Unternehmen in Sachsen wie Globalfoundries und BMW haben angekündigt, sich auf das betriebsinterne Impfen vorzubereiten.

Mehr zum Thema: Mit Klagen wollen sich Menschen eine schnellere Impfung erstreiten. Mehr als 250 Anträge gibt es bereits. Teils fordern die Kläger auch ein Recht auf Biontech. Die bisherigen Urteile zeigen, wer Chancen auf Erfolg hat.

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