Porsche BaFin prüft Porsche-Volkswagen-Deal

Exklusiv

Der geplante Zusammenschluss von Volkswagen und Porsche hat ein Nachspiel bei der Finanzaufsicht.

Porsche erprobt den neuen Supersportwagen
Mit der Fertigstellung der ersten Prototypen hat Porsche mit der Fahr-Erprobung des 918 Spyder begonnen. Der Supersportwagens wird Ende September 2013 in Produktion gehen. Mit den Prototypen, deren Tarnung historische Porsche-917-Rennfahrzeuge zitiert, beginnt die finale Abstimmung des Spyder. Quelle: Porsche
Dabei geht es insbesondere um die Zusammenarbeit der hoch entwickelten einzelnen Antriebskomponenten. Quelle: Porsche
Der 918 Spyder ist als Plug-in-Hybrid konzipiert. Sein Verbrennungsmotor ist mit zwei unabhängigen Elektroaggregaten, eines an der Vorderachse und eines für die Hinterräder, gekoppelt. Quelle: Porsche
Die Spitzenleistung beträgt über 770 PS, der Normverbrauch soll sich im Bereich von 3,0 Litern pro 100 Kilometer bewesen. Aber wohl nur in der Norm, denn in der Praxis lässt sich dieser Verbrauch nicht realisieren. Quelle: Porsche
Der Preis für den über 300 km/h schnellen Wagen liegt bei knapp 770.000 Euro. Nettes Detail: Die Abgase treten nicht hinten, sondern oben direkt hinter den Lufthutzen aus. Quelle: Porsche
Von dem 918 Spyder sollen genau 918 Exemplare gebaut werden. Nicht mehr und nicht weniger. Interessenten gibt es wohl genug - trotz des Preises. Quelle: Porsche

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) prüft, ob Volkswagen die Öffentlichkeit zu spät über den geplanten Zusammenschluss informiert und damit womöglich gegen Ad-hoc-Pflichten verstoßen hat. Auf Anfrage der WirtschaftsWoche teilte die Behörde mit, dass „die BaFin derzeit den Sachverhalt prüft sowie auch die Frage, ob eine Untersuchung erfolgen wird. Hierzu steht die BaFin in Kontakt mit Vertretern der Volkswagen AG.“

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Hintergrund der Überprüfung ist nach Informationen der WirtschaftsWoche, dass Volkswagen bereits in einem Schreiben vom 14. Mai von den zuständigen baden-württembergischen Finanzbehörden informiert wurde, dass VW die zweite Hälfte des operativen Porsche-Geschäftes steuerfrei übernehmen darf. Eine drohende Steuerzahlung in Milliardenhöhe hatte die Übernahme zuvor verhindert. Mit der Zustimmung der Finanzbehörden wurde eine schnelle Übernahme wahrscheinlich. Dies hätte Volkswagen womöglich unverzüglich in einer Ad-hoc-Mitteilung dem Kapitalmarkt mitteilen müssen. Diese Mitteilung erfolgte nicht. Mitte Juni berichtete dann die Wirtschaftswoche über die Entscheidung der Finanzbehörden, woraufhin die Kurse von Porsche und Volkswagen deutliche Zugewinne verbuchten.

Eine unterlassene Ad-hoc-Mitteilung kann ein Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz darstellen und Schadenersatzforderungen auslösen. Laut einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) von Ende Juni müssen Unternehmen Informationen, die den Börsenkurs beeinflussen können, nicht erst mitteilen, wenn Entscheidungen im Unternehmen – etwa eine Übernahme – förmlich beschlossen wurden. Bei wichtigen Zwischenschritten müssen diese mitgeteilt werden, so der EuGH, „wenn man mit hinreichender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass sie in Zukunft eintreten werden“.

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