WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Porsche-Chef Müller 200.000 Autos jährlich sind "kein Hexenwerk"

Porsche-Chef Matthias Müller über die Kooperation mit Volkswagen und die Strategie 2018.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Matthias Müller Quelle: dapd

WirtschaftsWoche: Herr Müller, die Fusion von Porsche mit dem Volkswagen-Konzern ist nun offiziell geplatzt. Wie geht es weiter?

Müller: Dazu kann ich mich hier nicht äußern.

Sie konzentrieren sich lieber auf das operative Geschäft der Porsche AG?

Voll und ganz.

Aber auch für das operative Geschäft hat das vorläufige Scheitern der Fusion ja sicher Konsequenzen.

Porsche und VW arbeiten schon seit vielen Jahren sehr eng zusammen. Auch ohne Integration sind Porsche Cayenne, VW Touareg und Audi Q7 entstanden, und schon früher gab es einen Audi RS 2. Das sind für uns keine neuen Themen.

Porsche 918 Spyder
Hybrid-Supersportler
Vom Konzept zur Serie Quelle: dpa
Antrieb Quelle: AP
Cockpit
Karosserie
Fahrdaten Quelle: AP
Teures Spielzeug

Welche neuen Themen stehen in Kooperation mit VW derzeit an?

Die Umsetzung der Strategie 2018 zur Steigerung des Absatzvolumens und zum Ausbau unserer Modellpalette. Wir verkaufen derzeit im Jahr über 100 000 Fahrzeuge aus vier Modellreihen und werden ab 2013 mit dem Cajun, der nach wie vor einen Arbeitstitel trägt, ein fünftes Modell haben. Wir prüfen derzeit die Marktchancen einer sechsten und siebten Modellreihe, um möglichst jedes Jahr eine Neuheit präsentieren zu können.

Zur Diskussion steht ein kleiner Mittelmotor-Roadster unterhalb des Boxster.

Das ist sicherlich eine Möglichkeit, ja. Wir müssen bei einem solchen Projekt vor allem auch die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen betrachten, insbesondere die Absatzchancen sind ein wesentlicher Baustein. Die andere Fragestellung ist: Wie passt das Auto in unser Produktportfolio? Mit einem solchen Roadster würden wir uns ins Kompaktsegment begeben, in dem Porsche noch nie war. Wenn die Marke überdehnt wird, wird es schwierig. Möglicherweise braucht es noch eine nächste Kundengeneration, bis ein kleiner Roadster zu Porsche passt.

Was der Porsche-Chef von 2012 erwartet

Design-Geschichte des Porsche 911
901/911 F-Modell („Urelfer“)
911 G-Modell
964
993
996
997

Dann also lieber ein großer Sportwagen oberhalb des Elfer?

Zwischen einem 911 GT2 für 250.000 Euro und einem 918 Spyder für 750.000 Euro liegt eine Preisspanne von einer halben Million. Warum sollen wir nicht ein Auto für 300.000 bis 400.000 Euro konzipieren? Das würde bestimmt sofort als Porsche akzeptiert werden. Aber das ist eine reine Hypothese, zunächst wird im nächsten Schritt die Modellpalette von Porsche um einen kompakten SUV namens Cajun ergänzt. Das ist wie gesagt der Arbeitstitel. Das Produkt wird definitiv anders heißen.

Wie nahe kommen Sie mit dem Auto dem Ziel von 200.000 Autos jährlich?

Ein gutes Stück. Porsche hat 2007 mit drei Modellreihen bereits 100.000 Autos verkauft. Dann wurde das Modell Panamera ergänzt, von dem wir etwa 25.000 Autos pro Jahr verkaufen. Den Cajun sehe ich bei 50.000 Einheiten im Jahr. Und bei einer positiven Entwicklung der Märkte und mit dem Ausbau unseres Händlernetzes sind wir schnell bei 200.000 Autos. Das ist kein Hexenwerk.

Planen Sie einen Ausbau der Werke?

Porsche ist ein relativ kleines Unternehmen, das nicht beliebig viel investieren kann. Das war immer so und wird auch so bleiben. Deshalb wurde seinerzeit für den Boxster und den Cayman eine Auftragsfertigung bei Valmet in Finnland eingerichtet. Heute haben wir Kapazitäten in Zuffenhausen und Leipzig. Wenn die nicht ausreichen sollten, müssen wir nachschauen, wo wir fertigen lassen können – warum nicht bei VW Osnabrück, im ehemaligen Karmann-Werk?

Porsche Panamera S Hybrid
Porsche Panamera S Hybrid
Porsche Panamera S Hybrid
Porsche Panamera S Hybrid
Porsche Panamera S Hybrid
Porsche Panamera S Hybrid
Porsche Panamera S Hybrid
Porsche Panamera S Hybrid

Was erwarten Sie von 2012?

Wir glauben, dass keine große Krise kommt. Der Bestelleingang für den neuen 911 ist jedenfalls höher als erwartet. Ich gehe davon aus, dass wir von dem Modell in diesem Jahr über 25.000 Fahrzeuge verkaufen werden. Mit unseren Modellneuheiten sind wir gut aufgestellt. Porsche hat einen niedrigen Break-even und niedrige Lagerbestände. Wir sind auf alle Unwägbarkeiten eingerichtet.

Gilt das auch für ein Ende des Euro?

Ich weiß nicht, ob es gut ist, den Teufel an die Wand zu malen. Ich persönlich glaube, dass unsere Politiker die Währungsunion retten werden. Wenn nicht: Porsche ist ein krisenerprobtes Unternehmen mit tollen Produkten und einer tollen Mannschaft. Wenn es zu einem Orkan kommt, werden wir uns schon zu helfen wissen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%