Porsche-Deal BaFin leitet Untersuchung gegen VW ein

Mit dem Übernahme-Coup bei Porsche überraschte VW vergangene Woche die Aktienmärkte. Kam die zugehörige Pflichtmitteilung zur rechten Zeit? Die Finanzaufsicht BaFin wirft einen Blick auf das Geschäft.

Ein VW spiegelt sich am Donnerstag (05.07.2012) in Kaufbeuren (Schwaben) im Lack eines Porsches. Quelle: dpa

Die frühzeitige Übernahme der restlichen Porsche-Anteile durch Volkswagen hat die Finanzaufsicht auf den Plan gerufen - ein förmliches Verfahren zu dem Deal ist aber bisher nicht beschlossen. „Ob eine tiefergehende Untersuchung erfolgen muss, wird derzeit geprüft“, hieß es am Montag aus der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn. Die Behörde betonte, dass es sich zum jetzigen Zeitpunkt noch um eine relativ häufig vorkommende Vorabanalyse handele. „Man muss erst einmal den Sachverhalt eruieren und herausfinden, ob möglicherweise gegen wertpapierhandelsrechtliche Richtlinien verstoßen wurde“, erklärte eine Sprecherin.

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Mazda Quelle: dapd
Suzuki Quelle: obs
Der PSA-Konzern, zu dem die Marken Peugeot und Citroen gehören, liegt wie zuvor auf Platz 11. Für die Franzosen rächt sich laut CAM-Ranking ihre starke Fokussierung auf den europäischen Markt, der zunehmend härter umkämpft wird und zugleich Marktrückgänge verzeichnet. Quelle: dpa
Ebenfalls noch im Bereich der "Low Performer" befindet sich der Renault-Konzern. Allerdings konnte sich das französische Unternehmen um respektable vier Plätze nach oben kämpfen und landete so immerhin auf Platz 10. Und das, obwohl Renault einen Absatzrückgang von 7,1 Prozent verkraften musste. Quelle: REUTERS
Chrysler Quelle: REUTERS
Toyota Quelle: REUTERS
nissan Carlos Ghosn Quelle: REUTERS
Platz 6 geht an General Motors. Trotz guter Marktlage in den USA und China kann sich GM aufgrund seines defizitären Europa-Geschäfts (hier macht vor allem die Tochter Opel in Deutschland große Sorgen) nicht steigern. Quelle: dpa
2010 gab es einen Rekord am Rhein: Der sechsmillionste Ford Fiesta rollte im Werk Köln vom Band. Der amerikanische Konzern schiebt sich im Automotive-Performance-Ranking 2011/12 um zwei Ränge nach vorne und belegt den 5. Platz. Quelle: obs
Hyundai Quelle: REUTERS
Daimler-Chef Dieter Zetsche hat gut Lachen, er steht auf Platz 3 der leistungsstärksten Konzerne. Bei der Financial Performance liegt Daimler sogar noch vor dem Sieger des Rankings. Der Konzern punktet vor allem mit seiner hohen Gewinnmarge pro Pkw. Quelle: dpa
BMW auf der Überholspur: Mit gerade einmal 0,1 Prozent liegt der Konzern hinter dem Spitzenreiter und landet auf Platz 2. BMW kann vor allem mit der höchsten Umsatzrendite und Arbeitsproduktivität punkten und kletterte damit im Vergleich zum Vorjahr zwei Ränge nach oben. Quelle: obs
Volkswagen Quelle: dapd

Die BaFin untersucht nun den von der WirtschaftsWoche erhobenen Vorwurf, dass VW den am vergangenen Mittwochabend angekündigten Aktienkauf im Wert von 4,46 Milliarden Euro zur Übernahme der übrigen 50,1 Prozent der Porsche AG zu spät mitgeteilt haben könnte. In zwei bis drei Wochen will die BaFin entscheiden, ob sie das Geschehen genauer unter die Lupe nimmt. „Diese Zeitspanne hängt mit der Komplexität des Sachverhalts zusammen. Wir schauen, ob es Ansatzpunkte etwa für Insiderhandel oder Marktmanipulation gibt.“ Ein VW-Sprecher sagte, beide Seiten hätten bereits Kontakt aufgenommen. Die laufende Vorprüfung sei jedoch ein „routinemäßiger Vorgang“. Bei der Bekanntgabe des Milliardengeschäfts seien sämtliche Pflichten und Fristen eingehalten worden: „Selbstverständlich sind für Volkswagen die wertpapierhandelsrechtlichen Vorschriften stets die Basis für die Kommunikation zu den Kapitalmärkten.“

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Details wollten der Konzern und die Aufseher mit Blick auf die laufenden Gespräche nicht nennen. Die Behörde machte keine Angaben dazu, ob sie auf Basis einer Beschwerde oder eigener Beobachtungen aktiv wurde: „Die BaFin speist sich da aus vielerlei Quellen.“ Vor dem Braunschweiger Landgericht laufen derzeit mehrere Verfahren, in denen Investoren im Zusammenhang mit dem Übernahmekampf zwischen Porsche und Volkswagen 2008 Schadenersatz wegen angeblicher Marktmanipulation verlangen. Sie argumentieren, dass ihnen durch irreführende Pressemitteilungen Kursgewinne entgangen seien. Die Frage, ob börsennotierte Unternehmen marktrelevante Informationen erst bei formalen Beschlüssen oder schon bei einem absehbar starken Einfluss auf die Aktienmärkte veröffentlichen müssen, hatte zuletzt auch den Europäischen Gerichtshof beschäftigt. In einem jahrelangen Rechtsstreit über den spektakulären Abgang von Ex-Daimler-Chef Jürgen Schrempp 2005 hatten die Luxemburger Richter am 28. Juni das Recht von Anlegern auf bessere Auskünfte erweitert.

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