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Porsche Dritte Schicht für 911-er

Exklusiv

Mit einem Bonus von 7600 Euro für jeden der rund 8500 Mitarbeiter bedankte sich Porsche-Chef Matthias Müller kürzlich für ihren Einsatz 2011. Das Jahr endete mit Rekordwerten bei Absatz, Umsatz und Gewinn. Doch den Beschäftigten im Stammwerk bleibt nicht viel Zeit zum Feiern.

Ein Traum wird 30
Die jüngste Generation des Porsche Carrera Cabrio mit dem stabilen Leichtbau-Dach steht ab März bei den Händlern. Mit dieser 911er-Variante unterstreicht Porsche die Annahme, dass man mit 30 Jahren in der Blüte des Lebens steht. Denn die bis dahin in drei Jahrzehnten gewonnen Erfahrungen werden in diesem Lebensalter gekonnt umgesetzt. Dies schafft gegenüber der jüngeren Konkurrenz Vorteile, wobei die vorhandene Energie allemale ausreicht, sich auch mit jüngeren Mitbewerbern messen zu können. Dies beweisen die Stuttgarter mit der neuesten Version des Erfolgscabrios, das fast perfektes Fahrvergnügen nicht nur verspricht, sondern auch liefert ... Quelle: PR
Dabei musste die Porsche-Gemeinde auf die offene Version des Porsche 911 sage und schreibe 18 Jahre lang warten. Zwar gab es schon 1965 eine Targa-Version des 911 Carrera, die das erfolgreiche Porsche 356 Cabriolet ablöste, doch mit seinem feststehenden Überrollbügel des Targa konnten sich die echten Cabrio-Enthusiasten nicht wirklich anfreunden. Der damalige Vorstandsvorsitzende Peter W. Schulz erkannte im Jahr 1981 dieses Manko, und rief zusammen mit Entwicklungschef Helmut Bott ein echtes Cabrio ins Leben. Die Studie des Porsche 911 Turbo Cabrio mit Allradantrieb zeigte der Sportwagenbauer dann auf der IAA 1981. Im folgenden Frühjahr zeigte Porsche dann auf dem Genfer Automobilsalon das 911 SC Cabriolet, das noch im gleichen Jahr in die Serienproduktion ging. Damit fiel der Startschuss für die Cabrio-Erfolgsstory ... Quelle: PR
it 235 km/h Spitze war das Elfer Cabrio 1982 das schnellste Seriencabriolet der Welt. Für 64.500 D-Mark stand der offene Elfer seinem Coupé-Bruder leistungsmäßig in nichts nach. Und schon damals zeigten sich die Porsche-Konstrukteure bei den technischen Feinheiten des Daches überaus innovativ. Die sogenannte "Dreispriegeltechnik" und die Tatsache, dass es einen 50-prozentigen Festdachanteil unter dem geschlossenen Stoffverdeck gab, sorgte dafür, dass die Textilmütze überaus formstabil war. Durch die Verwendung von Leichtmetallprofilen war die Konstruktion zudem rund 15 Kilogramm leichter als die Targa-Kappe. Eine selbstnachstellende Verdeckspannung mittels Stahlseilen sorgte dafür, dass der Stoff immer richtig gestrafft war und das Dach sich auch bei Geschwindigkeiten über 200 km/h nicht wie ein Ballon aufblähte. Dies war vor 30 Jahren bei einem Cabrio wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Quelle: PR
Niedrige Windgeräusche, Dichtigkeit und eine verwindungssteife Karosserie machten das Porsche 911 SC Cabrio zu seiner Zeit zum Non-plus-Ultra in Sachen offener Autos. Und auch die Reaktionen der Kunden übertrafen alle Erwartungen der Porsche-Verantwortlichen. Innerhalb weniger Wochen war die Jahresproduktion ausverkauft und die Lieferzeiten betrugen trotz Sonderschichten und Überstunden im Werk bis zu einem Jahr. So lange muss man heute nicht mal auf einen Ferrari warten.
Seit diesem Erfolg zählt das Cabriolet zum festen Bestandteil jeder neuen Elfer-Generation. Die erste Version des offenen Sportwagens wurde schon nach nur einem Jahr, also im Jahr 1983, vom 911 Carrera Cabriolet mit dem neuen 3,2-Liter-Motor und der seinerzeit unglaublichen Leistung von 170 kW/231 PS abgelöst. Insgesamt erfreuten sich an dieser Variante 20.000 neue Besitzer. Und auch der Varianteneinfall der Zuffenhausener wurde immer größer. So boten sie den offenen Sportler mit dem begehrten Turbo-Karosserie-Kit an und im Frühjahr 1987 entließen sie dann sogar den echten Turbo "oben ohne" in die freie Wildbahn. Quelle: PR
Die intern als 964 bezeichnete zweite Generation des Porsche 911 Cabrio (hier im Bild) löste den SC 1990 ab. Beliebt war der Turbo-Kit - später gab es ihn sogar als echten Turbo. Quelle: MID
Der bei Porsche hausintern "964" genannte Nachfolger des Elfer-Coupé erschien 1989. Er löste die von 1983 bis 1989 produzierten 911er-Baureihe ab. Die Cabrio-Version des 964 erschien 1990. Die Leistung des Sportlers stieg auf 184 kW/250 PS und erstmals gab es den Carrera auch mit Allrad als Carrera 4. Aber schon knapp vier Jahre später, nach 4 802 gebauten Cabrios, löste Porsche das Modell durch einen völlig neu konstruierten Elfer mit der Bezeichnung "993" ab ...

Weil die Nachfrage nach dem Porsche 911 Carrera höher ist als erwartet und die Lieferzeiten für Coupé und Cabriolet nach Angaben von Vertriebschef Bernhard Maier inzwischen bis zu sechs Monate betragen, wird in Zuffenhausen in den kommenden Wochen die Schlagzahl weiter erhöht. Im Karosseriebau sowie in der Lackiererei führt Porsche eine dritte Schicht ein.

Der Plan: Anstatt noch wie zu Jahresbeginn täglich 140 sollen bis zum Jahresende mindestens 180 Autos gebaut werden. Derzeit liegt die Tagesproduktion bereits bei 160 Einheiten. Als Ziel hat Müller für Zuffenhausen eine Produktion von über 40.000 Autos vorgegeben.

In Arbeit
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Betriebsratschef Uwe Hück unterstützt die Produktionserhöhung („Wir sind vorbereitet“), auch wenn sie für die Mitarbeiter aufgrund der Komplexität der Fertigung eine hohe Beanspruchung bedeute. In Zuffenhausen werden 17 unterschiedliche Modelle auf einem Band gefertigt, neben dem neuen Elfer der Baureihe 991 die Turbo- und Allradversion des Vorgängermodells sowie der neue Boxster.

Und Hück will mehr: „Es muss noch mehr in Zuffenhausen gemacht werden.“ Dazu müssten die Flächen, die Porsche in der Nachbarschaft des Werks erworben hat, schnellstmöglich für eine Erweiterung der Fertigungskapazitäten genutzt werden.

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