Porsche Porsche-Chef Müller arbeitet an Fortschreibung der Wachstumsstrategie

Exklusiv

Die Produktion von Porsches Kompakt-SUV Macan läuft besser als erwartet.

Das ist der neue Porsche Macan
Um 4.55 Uhr deutscher Zeit enthüllte der Sportwagenbauer noch vor dem Start der Automesse in Los Angeles sein neustes Modell: Den Macan, einen kompakten SUV, dessen Name sich aus dem indonesischen Wort für Tiger ableitet, doch dessen Zielgruppe ganz klar in der Stadt zuhause ist. Quelle: obs
Mit einer V6-Dieselvariante (258 PS) und zwei Benzinmotoren (340/400 PS) soll der kleine Geländewagen so sportlich sein, wie kaum ein Konkurrent. Quelle: obs
Das Einstiegsmodell beschleunigt einen 3,0-Liter-V6-Motor mit 340 PS in 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Verbrauch liegt bei 9 Litern auf 100 Kilometer. Quelle: obs
Der Diesel schafft mit seinem 3,0-Liter-V6-Turbodieselmotor und 258 PS den Sprint in 6,3 Sekunden und trinkt 6,3 Liter auf 100 Kilometer. Quelle: obs
Das Topmodell mit 3,6-Liter-V6-Biturbo-Motor leistet 400 PS und bringt das Fahrzeug in 4,8 Sekunden auf 100 km/h. Der Verbrauch liegt dafür mit 9,2 Litern am höchsten. Quelle: obs
Der kleine Bruder des Cayenne wird ebenfalls in Leipzig produziert. Die Serienproduktion läuft gerade an, die Auslieferung startet im Frühjahr 2014. Quelle: obs
Technisch basiert der Macan auf dem Q5 der Konzernschwester Audi - 64 Prozent aller Bauteile sind identisch. Quelle: obs
Trotzdem will Porsche den Ruf als Sportwagen-Marke durch den neuen SUV nicht gefährden. Der Macan soll deutlich sportlicher abgestimmt sein als das Schwestermodell – und neue Zielgruppen erschließen. Quelle: obs
Branchenkenner warnen vor einer Verwässerung der prestigeträchtigen Marke. Quelle: obs
Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach meint, der Macan dürfte dem Image Porsches als Sportwagenschmiede zwar noch nicht schaden. Allerdings: „Irgendwann ist die Grenze erreicht, dann überdehnt man die Marke“, warnt Bratzel. Foto: Matthias Hohensee
Porsche-Vertriebsvorstand Bernhard Maier sieht das noch nicht: Schon in der Vergangenheit habe Porsche bewiesen, dass sich die Porsche-DNA auf neue Baureihen übertragen lasse. Tatsächlich ist der Macan unverkennbar ein Porsche: mit den elliptischen Scheinwerfern, der nach vorne gebogenen Motorhaube und den ausladenden Heck-Kotflügeln. Den großen Frontgrill teilt sich das Modell sich mit seinem älteren Bruder Cayenne. Foto: Matthias Hohensee
Probesitzen im Macan: Ein Blick in das Cockpit, das den Offroader durch seine geschwungenen Linien trotzdem edel erscheinen lässt. Foto: Matthias Hohensee
Der zentrale Drehzahlmesser ist typisch für Porsche. Das Cockpit erinnert in nichts an den Audi Q5, auf dem das Modell basiert. Foto: Matthias Hohensee
Mit dem Macan werde der Durchschnittspreis der Porsche Neuwagen auch im nächsten Jahr weiter sinken, prognostiziert Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer. Der Einstiegspreis soll bei fast 60.000 Euro liegen. „Spannend bleibt, ob Porsche mit dem Macan seine hohe Marge aufrechterhalten kann“, sagt Dudenhöffer. Quelle: obs
Porsche-Chef Matthias Müller präsentiert den Macan in L.A. Der SUV solle der Marke helfen, das ursprünglich für 2018 anvisierte Absatzziel von rund 200.000 Wagen im Jahr schon zwei bis drei Jahre früher zu erreichen, sagte Müller jüngst. Foto: Matthias Hohensee
Gruppenbild mit Dame: Markenbotschafterin Maria Shaparova posiert unter anderem mit Müller und Vorstandsmitglied Wolfgang Hatz (links).Foto: Matthias Hohensee
Auch Schauspieler Patrick Dempsey gab sich die Ehre am Porsche-Stand. Foto: Matthias Hohensee

Obwohl die Serienproduktion des neuen Kompakt-SUV Macan von Porsche in Leipzig gerade erst anläuft, ist das deutsche Jahreskontingent 2014 bereits ausverkauft, die Lieferzeit beträgt aktuell 13 Monate. Porsche überlegt deshalb nach Informationen der WirtschaftsWoche, die Produktion im Laufe des Jahres von bisher geplanten 50.000 Autos jährlich auf bis zu 80.000 Fahrzeuge zu erhöhen.

Das ursprünglich von Porsche-Chef Müller für 2018 anvisierte Absatzziel von 200.000 Autos jährlich könnte damit schon bis zum Ende Jahr übertroffen werden, zumal die Vertriebsaktivitäten in diesem Jahr nochmals ausgebaut werden sollen. Bereits 2013 setzte Porsche weltweit 162.142 Autos ab. Laut WirtschaftsWoche spricht Müller im Vorstand und mit Konzernchef Martin Winterkorn bereits intensiv über die Fortschreibung seiner Wachstumsstrategie. Es geht dabei auch um die Frage, wie viele Autos Porsche bauen kann, ohne die Marke zu beschädigen, die Produktion zu überfordern oder Restwertprognosen zu gefährden.

Vertriebsvorstand Bernhard Maier warnte auf der Detroit Motor Show im Interview mit der WirtschaftsWoche: „Wir haben in den zurückliegenden vier Jahren den Absatz von Porsche mehr als verdoppelt. Diese Dynamik werden wir aber nicht auf alle Ewigkeit fortschreiben - das wäre auch mit der Exklusivität der Marke nicht vereinbar."

Die Konzernmutter Volkswagen hingegen drängt nach WirtschaftsWoche-Informationen auf schnelles Wachstum. Porsche-Chef Müller, der zur Mäßigung rät, muss nun diplomatisch vorgehen, um eine Verlängerung seines Ende 2014 auslaufenden Vertrages nicht zu gefährden. Diese könnte der Aufsichtsrat schon in der nächsten Sitzung Ende Februar beschließen.

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