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Porsche-Produktionsvorstand Reimold „Wir wissen nicht, wie das Elektroauto einschlägt“

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„Uns geht es nicht um Stückzahlen“

Eine Produktion in USA…
…ist derzeit kein Thema. Das gilt auch für China. Wenn sich die gesetzlichen oder steuerlichen Rahmenbedingungen in den beiden Ländern fundamental ändern sollten, könnte man über eine Endmontage nachdenken. Aber damit beschäftigen wir uns im Augenblick nicht.

Stichwort Kapazitätsgrenzen: In Zuffenhausen lag die Tagesproduktion 2015 noch bei 200 Autos. Inzwischen liegt sie gut 20 Prozent höher bei 250 Autos. Wie haben Sie das geschafft?
Durch technische Maßnahmen an den Linien, durch eine Verbesserung der Prozesse, aber auch durch Personalaufbau: Wir haben 2016 gut 500 neue Arbeitsplätze geschaffen, das war eine Steigerung von rund 13 Prozent. Die Kollegen sind aber nur zum Teil in der Produktion im Einsatz. Viele davon arbeiten an der Vorbereitung des Mission E.

Eine Luxuslimousine in Kombi-Form
Porsche Panamera Sport Turismo Quelle: Porsche
Porsche Panamera Sport Turismo Quelle: Porsche
Porsche Panamera Sport Turismo Quelle: Porsche
Porsche Panamera Sport Turismo Quelle: Porsche
Porsche Panamera Sport Turismo Quelle: Porsche
Porsche Panamera Sport Turismo Quelle: Porsche
Porsche Panamera Sport Turismo Quelle: Porsche

Bevor wir zu dem Thema Mission E kommen: Auf welche Größenordnung will Porsche denn noch wachsen? Vergangenes Jahr wurden fast 238.000 Autos produziert. Es ist noch nicht lange her, dass solche Stückzahlen Vorstände um die Exklusivität der Marke fürchten ließen.
Uns geht es nicht um Stückzahlen. Unser Maßstab sind begeisterte Kunden, gute Renditen und sichere Arbeitsplätze. Unser Weltmarktanteil liegt bei 0,3 Prozent. Das nenne ich exklusiv. Rein arbeitsorganisatorisch betrachtet hätten wir noch Potential. Wir arbeiten ja ohne dritte Schicht (lacht). Wenn man mit einer Autofabrik mitten in einer Großstadt sitzt, ist eine Produktion rund um die Uhr allerdings grenzwertig. Außerdem fordert ein Drei-Schicht-Betrieb die Mannschaft enorm. Das muss ja nicht sein. Aber alles, was unser Vertriebsvorstand verkauft, werden wir auch produzieren. Nicht nur in der Menge, sondern auch zu dem Zeitpunkt, zu dem er die Autos benötigt.

Das gilt auch für die „Mission E“, das erste Elektroauto von Porsche?
Aber klar. Bis dahin ist noch einiges zu erledigen. Wir bauen eine neue Lackiererei, einen weiteren Karosseriebau, eine neue Montage mit Fördertechnik vom Feinsten. Und das alles an einem bestehenden Standort, während einer laufenden Produktion.

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    Porsche setzt seine Top-Limousine unter Strom
    Porsche Panamera Turbo S e-Hybrid Quelle: Porsche
    Porsche Panamera Turbo S e-Hybrid Quelle: Porsche
    Porsche Panamera Turbo S e-Hybrid Quelle: Porsche
    Porsche Panamera Turbo S e-Hybrid Quelle: Porsche
    Porsche Panamera Turbo S e-Hybrid Quelle: Porsche
    Porsche Panamera Turbo S e-Hybrid Quelle: Porsche
    Porsche Panamera Turbo S e-Hybrid Quelle: Porsche

    Wie viele Autos sollen denn in der neuen Montagslinie täglich gebaut werden?
    Bei einem Elektromobil sind die Fertigungsumfänge geringer als etwa bei einem Elfer. Stichwort Motor. Und auch die Batterie wird als Modul angeliefert. Aber die Innenausstattung ist ebenso aufwändig wie heute. Und das gleiche gilt für das Fahrwerk. Die Prozesse sind also ähnlich, im Prüf- und Finish-Bereich ein wenig stringenter, weil viel mehr über Software gesteuert wird.

    Wann werden die ersten Autos gebaut?
    Ende des Jahrzehnts haben wir gesagt. Ein Jahr vorher werden üblicherweise die Vorserienautos gebaut, die wir für die Erprobung brauchen, und auch, um die Prozesse in der Produktion zu trainieren. Im Augenblick arbeiten wir noch an den Grundstrukturen für den Mission E: Wir ziehen neue Gebäude hoch, erproben technische Komponenten für das Auto und lernen die Fachkräfte an. So arbeiten wir von zwei Seiten auf das Serienprodukt zu, so dass wir dann wie geplant die Serienproduktion starten können.

    Sie liegen voll im Zeitplan?
    (Lacht) Wir kämpfen jeden Tag, dass wir pünktlich am Ziel ankommen.

    Das beste 911er Angebot?
    Porsche 911 GTS Quelle: Porsche
    Porsche 911 GTS Quelle: Porsche
    Porsche 911 GTS Quelle: Porsche
    Porsche 911 GTS Quelle: Porsche
    Porsche 911 GTS Quelle: Porsche
    Porsche 911 GTS Quelle: Porsche
    Porsche 911 GTS Quelle: Porsche

    Auf welche Jahresproduktion ist die neue Fabrik ausgelegt?
    Da sind wir flexibel. Wir werden in der Produktion erstmals fahrerlose Transportsysteme einsetzen. Die kann ich sehr variabel im Ein- oder Fünfminuten-Takt programmieren. Wir wissen ja heute noch nicht, wie das Elektromobil einschlägt. Und ich kann keine 300er Montage hinstellen, wenn es vielleicht nur einen Tagesbedarf von 100 Einheiten gibt. Aber es wird sicher keine Kleinserienproduktion. Wir steuern zunächst ein für Porsche-Verhältnisse mittleres Volumen an – und lassen uns dann vom Markt überraschen. Beim neuen Panamera beispielsweise liegen die Bestellungen bereits über unserer Planung.

    Die Fertigungstiefe wird beim Mission E deutlich niedriger sein als beim Panamera?
    Ein bisschen. Der Motor kommt von uns, die Batterie nicht. Die Karosserie ist zum Großteil bei uns, aber andere Baugruppen werden sicher von außen kommen.

    Und was wird dann noch Porsche-typisch sein – nur das Design?
    Nicht nur das. Auch das Fahr- und Ansprechverhalten. Die Leistungselektronik ist künftig ein Schlüsselelement. Der Mission E wird ein echter Porsche – Fahrwerk, Antriebspower und Design. Alles wird, wie Sie es von einem Porsche erwarten dürfen.

    Dieses Facelift bietet eine Überraschung
    Porsche 911 GT3 Quelle: Porsche
    Porsche 911 GT3 Quelle: Porsche
    Porsche 911 GT3 Quelle: Porsche
    Porsche 911 GT3 Quelle: Porsche
    Porsche 911 GT3 Quelle: Porsche
    Porsche 911 GT3 Quelle: Porsche
    Mercedes-AMG GT Concept auf dem Autosalin Genf 2017 Quelle: dpa

    Das alles klingt nach einem großen Abenteuer: Mit der Mission E beginnt für Porsche eine neue Ära der Mobilität.
    Das ist die Autowelt der Zukunft. Für mich ist der Mission E nicht das erste Elektroauto, das ich baue: In Bratislava habe ich den VW eUp! produziert. Das waren natürlich andere Dimensionen, in den Abmessungen des Fahrzeugs und in den Leistungsdaten. Aber ich habe Erfahrungen gesammelt, was Elektromobilität bedeutet und wo man welche Kompetenzen braucht.

    Was schätzen Sie: Wann wird die Energiewende im Straßenverkehr vollendet sein?
    Ich glaube nicht, dass ich eine Welt ohne Verbrennungsmotoren noch erleben werde. Es wird immer Regionen geben, in denen nicht an jeder Ecke Ladestationen stehen. Und außerdem wird es auch in Zukunft Fans von klassischen Verbrennern geben.

    Das klingt, als wären Sie nicht unbedingt ein Fan der Elektromobilität.
    Da täuschen Sie sich: Ich bin ein großer Fan dieser Antriebstechnik. Ich hatte schon damals mit dem eUp! eine Menge Spaß. Elektroautos haben von Haus aus einen ordentlichen Schuss Sportlichkeit, weil sie vom Start weg jede Menge Drehmoment besitzen. Ich verspreche Ihnen: Der Mission E wird die Fahrleistungen eines Elfer Turbo besitzen und eine Reichweite, die keinerlei Ängste aufkommen lassen wird.

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