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Premiere des Kadjar Wie Renault dem SUV-Boom hinterher rennt

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Der Kadjar soll die Welt erobern

Während der Qashqai im britischen Sunderland gefertigt wird, rollt das Renault-Pendant im nordspanischen Palencia vom Band. „Wir haben in Palencia große Kapazitäten zur Verfügung und können schnell die Stückzahlen hochfahren“, sagt Renault-Vorstand Thierry Bolloré. „Wir streben einen ähnlichen Erfolg an wie mit dem Captur.“ Von dem kleinen SUV haben die Franzosen im vergangenen Jahr 200.000 Einheiten verkauft, womit er in Europa zu den meistverkauften Modellen seiner Klasse zählt.

Woraus sich der Preis eines Neuwagens zusammensetzt

Mit dem Kadjar hat Renault aber Größeres vor: Ab 2016 wird er – als erster Renault überhaupt – auch in China produziert. Auf dem inzwischen größten Automarkt der Welt hat Renault großen Rückstand, der mit dem Kadjar aufgeholt werden soll. In China ist jedes dritte produzierte Auto ein Crossover. „Deshalb haben wir uns von vornherein entschlossen, ein Weltauto zu bauen“, sagte Ghosn.

Kadjar soll auch in China gebaut werden

Renault hat auch großen Bedarf nach einem Auto, das sich außerhalb Europas gut verkauft. Auf dem alten Kontinent konnten die Franzosen im vergangenen Jahr bei den Verkäufen um 12,5 Prozent zulegen, außerhalb Europas verkaufte Renault aber sechs Prozent weniger Fahrzeuge. In China waren es 2014 nur 34.000 Autos. Zum Vergleich: Der VW-Konzern verkaufte rund 3,7 Millionen Fahrzeuge in China.

Neben den hohen Absatzzahlen sind die SUVs für die Autokonzerne noch aus einem anderen Grund sehr attraktiv: Sie können sich den Lifestyle gut bezahlen lassen. Viele der vermeintlichen Offroader bedienen sich bei der Technik bei gewöhnlichen Klein-oder Kompaktwagen – kosten aber am Ende mehrere Tausend Euro mehr.

So kostet zum Beispiel ein Nissan Juke mindestens 15.450 Euro, der Technikspender Micra steht hingegen mit 11.400 Euro in der Liste. Opel will für den Mokka mindestens 18.990 Euro haben – ein Preis, den die Rüsselsheimer für einen Basis-Corsa nie verlangen könnten.

Trotzdem verkauft sich der Mokka blendend: Mit knapp 27.700 Neuzulassungen ist der Opel das zweitbeliebteste SUV Deutschlands – hinter dem VW Tiguan, aber vor Modellen wie dem Ford Kuga, BMW X1 oder Audi Q3. Was Renault für den Kadjar verlangen wird, wollen die Franzosen erst auf dem Genfer Automobilsalon Anfang März bekanntgeben.

Während Renault noch Basisarbeit betreibt und über Jahre aufgebaute Rückstände aufholen muss, sind die deutschen Hersteller bei ihren SUV-Modellen ein gutes Stück weiter. Die erfolgreiche X-Familie von BMW umfasst bislang fünf Baureihen, mit dem beschlossenen X7 für den US-Markt ist ein neues Top-Modell im Anmarsch.

Lamborghini baut SUV in Italien
Die VW -Sportwagentochter Lamborghini will den Markt für Geländewagen aufmischen. Vorstandschef Stephan Winkelmann kündigte am Mittwoch im Beisein von Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi in Rom den Bau eines Luxus-SUV an, der 2018 zu den Händlern rollen soll. Luxuriöse Geländewagen sind derzeit vor allem in den USA und Asien stark gefragt. Erstmals wurde der Geländewagen von Lamborghini vor drei Jahren als Studie mit dem Namen Urus auf der Automesse in China einem größeren Publikum vorgestellt (im Bild). Zuletzt war spekuliert worden, er könnte bereits 2017 auf den Markt kommen. In der Branche wird vermutet, dass sich der Lamborghini-SUV die Plattform mit dem Audi Q7, dem VW Touareg und dem Porsche Cayenne teilen soll, von denen VW im vergangenen Jahr fast 200.000 Stück verkauft hat. Quelle: REUTERS
Lamborghini rechnet mit einem jährlichen Verkauf von rund 3.000 Exemplaren seines Luxus-SUVs. Dadurch würde sich der Absatz von zuletzt 2.530 Fahrzeugen mehr als verdoppeln. Bislang baut Lamborghini zwei Sportwagentypen – den Huracan als Nachfolger des Gallardo und den Aventador. In die Erweiterung seines Werks in Sant'Agata Bolognese und die Entwicklung des Geländewagens steckt Lamborghini nach eigenen Angaben einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Dadurch sollen bis zu 500 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Insgesamt beschäftigt die Marke mit dem Kampfstier im Logo rund 1.100 Mitarbeiter, die meisten davon in seinem Stammwerk in Norditalien. Im Gegenzug für die Investition soll Lamborghini bis zu 90 Millionen Euro an Steuervergünstigungen und anderen Subventionen erhalten. Quelle: dpa
Das Lambo-SUV könnte laut den Experten von IHS Automotive aber nur zum Teil in Italien gefertigt werden. Im slowakischen Werk in Bratislava konzentriert der VW-Konzern die Fertigung der großen Luxus-SUVs, wie etwa dem Porsche Cayenne, Audi Q7 oder Bentley Bentayga. Beim Lamborghini könnte es ähnlich laufen wie bei Cayenne und Bentayga: In Bratislava wird die Karosserie gefertigt, zur Endmontage werden die Autos dann in das jeweilige Werk der Marke gebracht. Bei Bentley könnte der Bentayga bereits bald Zuwachs erhalten. Im Interview mit dem britischen Fachmagazin "Autocar" sagte Rolf Frech, Entwicklungschef der Nobelmarke, dass die Entwicklung eines weiteren SUV-Modells durchaus im Bereich des Möglichen liege.  "Autocar"  spekuliert, dass sich die Bentley-Designer dabei am BMW X6 orientieren könnten. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, betonte Frech. Quelle: AP
Bentley-Chef Wolfgang Dürheimer will von dem SUV rund 3.000 Fahrzeuge pro Jahr verkaufen – zum fürstlichen Preis von mindestens 200.000 Euro. Extrawünsche bei Lack, Leder oder sonstiger Ausstattung treiben den Preis weiter nach oben. Quelle: dapd
Bislang hat Bentley nur diese schemenhafte Aufnahme des SUV-Modells veröffentlicht, das „Bentayga“ heißen wird. Das gaben die Briten im Januar auf der Automesse in Detroit bekannt. Ebenso das Datum für den Marktstart: Die Serienversion wird erstmals auf der IAA im Herbst diesen Jahres gezeigt, 2016 soll der Bentayga dann bei den Bentley-Händlern stehen. Quelle: Bentley Motors Limited
Einen Ausblick auf die SUV-Vorstellungen der Briten gab die Studie EXP 9F, den Bentley 2012 auf den Automessen in Genf und Peking zeigte. Das kantige und etwas unproportioniert wirkende Design polarisierte – und das vollkommen bewusst: Bentley wollte provozieren und so die Medien und potenzielle Kunden dazu antreiben, ihre eigenen Vorstellungen von einem Bentley-SUV kundzutun. Quelle: REUTERS
Im vergangenen September kam vom Vorstand die Produktionsfreigabe – allerdings mit einem entschärften Design. Die Front wird sich – wie auf dem sandigen Foto zu erkennen – am typischen Vier-Augen-Gesicht der Marke orientieren. Die gesamte Linienführung wird wohl deutlich filigraner ausfallen. Für den standesgemäßen Vortrieb soll der aus dem VW-Konzern bekannte W12-Motor sorgen, der in dem SUV bis zu 610 PS leisten könnte. Quelle: Bentley Motors Limited

Auch bei Mercedes wächst die SUV-Palette. Mit dem GLE Coupé im Stile eines BMW X6 bringen die Schwaben ein besonders dynamisches SUV-Coupé auf den Markt. Der eigentliche Sinn der höhergelegten Allrad-Autos rückt dabei immer weiter in den Hintergrund.

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