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PSA Peugeot Citroen Bis zu 60 Prozent Rabatt auf Elektro-Autos

In Deutschland kommt die Nachfrage nach Elektromobilen nur schleppend in Gang. Der PSA-Chef reagiert mit Rabatten und spekuliert auf Firmenkunden.

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Mein Auto heißt Miev
Nissan Leaf Quelle: Pressebild
Peugeot iOn Quelle: REUTERS
Chevrolet Volt Quelle: REUTERS
 BMW i3 Quelle: dpa
Opel Ampera Quelle: dpa
 e-Wolf Delta-1 Quelle: Pressebild
Audi e-tron Quelle: AP

Die Hoffnung der Fahrzeugindustrie, mit Elektroautos schnelles Geld machen zu können, erfüllt sich nicht. In den USA hat General Motors die Produktion des Chevrolet Volt wegen schwacher Nachfrage und technischer Umrüstungen für fünf Wochen gestoppt. In Europa startet der französische Autoriese PSA Peugeot Citroën nun massive Sonderaktionen, um den Verkauf anzukurbeln.

2011 hatten die Franzosen gerade mal rund 200 Stück in Deutschland abgesetzt, davon nur fünf Prozent an Privatkunden. Deshalb senkt PSA-Chef Philippe Varin jetzt den Preis für die E-Kleinwagen Peugeot iOn und Citroën C-Zero von 35.000 auf 29.000 Euro.

Grafik Pkw-Absatz in Deutschland

Noch stärker fällt die Korrektur beim Kastenwagen Citroën Berlingo First Electric aus: Händler in Süddeutschland bieten das Auto in großer Stückzahl für 19.500 Euro an – ursprünglich stand es mit mehr als 50.000 Euro in der Verkaufsliste.

Allein der Energiespeicher an Bord kostet rund 20.000 Euro. „Es handelt sich um einen Restposten von 250 Neuwagen, die wir von Citroën Deutschland übernommen haben“, sagt ein Verkäufer aus Rosenheim.

Kein Selbstläufer

Die erfolgreichsten Autobauer der Welt
Wer ist Verkaufs-, Gewinn- und Flexibilitäts-Champion?Auf dem 82. Internationalen Automobilsalon in Genf präsentieren die Hersteller derzeit ihre Innovationen und legen damit den Grundstein für neue Erfolge. Wie erfolgreich die größten Automobilhersteller der Welt sind und wer die Nummer eins unter den sechs absatzstärksten Autobauer ist, damit hat sich das CAR-Center Automotive Research von Ferdinand Dudenhöffer exklusiv für die WirtschaftsWoche auseinandergesetzt. Als Kriterien für den Erfolg haben die Experten drei Kategorien definiert: Verkaufserfolg (Absatzentwicklung), Gewinnmargen und Flexibilität. Als Maß für die Flexibilität gilt hier die Arbeitsproduktivität, gemessen in Fahrzeuge pro Mitarbeiter. Je höher sie ist, desto stärker sind Zulieferer in der Wertschöpfung integriert. Je höher der Teil der Wertschöpfung, der bei Zulieferern zugekauft wird, desto weniger Risiko trägt der Hersteller bei einem Nachfragerückgang selbst. Für jede der drei Kategorien bekommt der Hersteller maximal 6 Punkte, insgesamt höchstens also 18 Punkte. Quelle: dpa
Platz 6: Toyota Fahrzeugabsatz: 7.9 Milliarden Absatzwachstum 2009-2011: 1,7% Gewinnmarge 2011: 0,9% Gewinnmarge 2009-2011: 0,3%Fahrzeuge pro Mitarbeiter: 25 Toyotas Gewinne entwickeln sich weit schlechter als die der Konkurrenz. Mit einer Gewinnmarge von 0,3% zwischen 2009 und 2011 hat das Unternehmen den Anschluss an Ford, GM und VW verloren. Auch mit seiner Arbeitsproduktivität kann der einstige Vorzeige-Konzern nicht mehr punkten: 25 Fahrzeuge pro Mitarbeiter stellen die Japaner her. Noch weniger schaffen nur die Kollegen von Volkswagen. Für Toyota bleibt mit 5 von maximal 18 erreichbaren Punkten der letzte Platz im Ranking der Big Six. CAR-Center-Leiter Ferdinand Dudenhöffer: "Der Abstand von Toyota zur Spitzengruppe war 2011 am größten. Allerdings sollte man Toyota noch lange nicht abschreiben. Schon 2012 wird Toyota seinen Anschluss an die Spitzengruppe verkürzen." Quelle: CAR Center Automotive Research Quelle: REUTERS
Platz 5: FordFahrzeugabsatz 2011: 5,7 Millionen Absatzwachstum 2009-2011: 17% Ebit 2011: 6,3 Milliarden Euro Gewinnmarge 2011: 6,4 % Gewinnmarge 2009-2011: 4,5 %Fahrzeuge pro Mitarbeiter: 35 Punkten kann der amerikanische Hersteller mit seiner Gewinnentwicklung. "Ford zeigt eine bessere Profitabilität als die früheren Stars Toyota und GM". Das sei umso erstaunlicher, als Ford in der Absatzrangliste der Kleine unter den Big Six ist, urteilt Branchenexperte Dudenhöffer. "Auch der Vergleich mit dem Erzrivalen GM zeigt, dass Ford trotz geringerer Economies of Scale erheblich profitablere Fahrzeuge baut". Ford erreicht 9 von 18 Punkten in der Gesamtwertung und damit Platz 5. Quelle: dpa
Platz 4: Renault-NissanFahrzeugabsatz 2011: 7.4 Millionen Absatzwachstum 2009-2011: 30,4 Gewinnmarge 2011: 4,8 % Gewinnmarge 2009-2011: 3, 5% Fahrzeuge pro Mitarbeiter: 26 Renault-Nissan erreicht in allen drei Kategorien (Verkauf, Gewinn, Flexibilität) gute Werte. Im punkto Absatzentwicklung der letzten drei Jahre liegt der Konzern mit einem Wert von 30,4 Prozent zum Beispiel deutlich vor General Motors (20,4 Prozent). Dafür gibt es drei Mal drei Punkte - also insgesamt 9 von 18 möglichen. Quelle: REUTERS
Platz 2: General MotorsFahrzeugabsatz 2011: 9 Milliarden Absatzwachstum 2009-2011: 20,7% Gewinnmarge 2011: 05,5% Gewinnmarge 2009-2011: - 4,1Fahrzeuge pro Mitarbeiter: 44 Der US-Konzern punktet mit seinem gigantischen Fahrzeugabsatz und einer hohen Arbeitsproduktivität von 44 Fahrzeugen pro Mitarbeitern. Abzüge gibt aber beim Gewinn. Die Marge lag zwischen 2009 und 2011 bei minus 4,1 Prozent. GM erreicht 12 von maximal 18 Punkten und teilt sich damit Platz zwei mit... Quelle: dpa
Platz 2: VolkswagenFahrzeugverkauf 2011: 8,3 Milliarden Absatzentwicklung 2009 bis 2011: 32,5 % Ebit-Marge 2011: 11,9% Gewinmarge 2009-2011: 7,1% Fahrzeuge pro Mitarbeiter: 17Ein Absatzriese in der Volkswagen-Konzern und dazu noch ein hochprofitabler. Für die Kategorien Gewinnentwicklung und Verkauf bekommt VW fünf bzw. sechs Punkte. Für seine Arbeitsproduktivität dagegen nur einen Punkt. Nur 17 Fahrzeuge pro Mitarbeiter - das ist der schlechteste Wert unter den Big Six. Insgesamt erreicht VW 12 von 18 möglichen Punkten. Quelle: dpa
Platz 1: Hyundai-KiaFahrzeugverkauf 2011: 6,5 Milliarden Ebit-Marge 2011: 9,7% Gewinnmarge 2009-2011: 8,7% Fahrzeuge pro Mitarbeiter: 48 Der südkoreanische Autokonzern Hyundai-Kia ist weltweit weiter auf dem Vormarsch. Er überzeugt in den Bereichen Arbeitsproduktivität und Gewinn-Entwicklung. Dafür gibt es zweimal die Höchstpunktzahl. Im Verkauf liegen die Koreaner noch hinter VW und GM, doch das soll sich ändern. Nach einem Absatzrekord 2011 mit deutlich mehr als sechs Millionen verkauften Fahrzeugen will der fünftgrößte Autokonzern in diesem Jahr trotz globaler wirtschaftlicher Turbulenzen zum ersten Mal die Sieben-Millionen-Schwelle überschreiten. Hyundai erreicht 16 von 18 möglichen Punkten im Ranking des CAR-Center der Uni Duisburg-Essen. Platz eins für die Koreaner. Quelle: dpa

Citroën bestätigt die Angaben. Es seien Autos, die für die französische Post bei Venturi in Monaco auf Elektroantrieb umgestellt worden seien. Um Skaleneffekte zu erzielen, habe man mehr Autos produziert, als geordert worden waren.

„Dass das Elektroauto kein Selbstläufer sein würde, war klar“, verteidigt ein Citroën-Sprecher den flauen Absatz. Derzeit sei das noch kein Geschäftsmodell. Zusätzlicher Preisdruck kommt von Händlern aus Norddeutschland, die aus Spanien E-Autos mit Tageszulassung importieren: Der Kauf in Spanien wird vom Staat mit bis zu 6000 Euro gefördert.

Auto



Die maue Nachfrage durch Privatkunden könnte künftig durch Geschäftskunden ausgeglichen werden, wie aus einer Studie der Uni Duisburg-Essen hervorgeht. Geschäftskunden seien eher als Privatkunden bereit, Elektrofahrzeuge zu kaufen. Der Grund: Unternehmen, Flottenbetreiber und Vermieter könnten umweltfreundliche E-Mobile und gesetzliche CO2-Vorgaben als Imagewerbung für sich nutzen, sagt Studienautorin und Automanagement-Professorin Heike Proff.

Der Trend zum Firmenelektroauto werde anhalten. „Auch im Jahr 2020 werden Elektroautos noch zu drei Fünfteln von Geschäftskunden gekauft“, sagt sie. Die allgemein steigende Bedeutung von Firmenwagen verstärke den Trend. Das erste deutsche E-Auto, der Mittelklassewagen Ampera von Opel, liefert den Beleg: Bisher gehe das Auto, das es seit März gibt, zu 60 Prozent an Geschäftskunden, heißt es bei Opel. 6000 Bestellungen liegen dem Autobauer vor.

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