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Raubkatze auf dem Sprung Wie Jaguar Audi und BMW angreifen will

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Jaguar-SUV soll neue Kunden bringen

Eine Kundengruppe wird aber vorerst außen vor bleiben: die Kombi-Fahrer. Ob die bei Dienstwagen besonders beliebte Karosserieform kommen wird, ist noch nicht entschieden. „Ein Kombi wird in einigen Märkten, zum Beispiel dem Vereinigten Königreich und Deutschland, stärker nachgefragt, in vielen anderen aber weniger“, erläutert XE-Manager Stride. „Wir wollen unsere Autos weltweit verkaufen und schauen aus diesem Grund momentan auf Fahrzeuge, mit denen das möglich ist – allen voran Limousinen und SUV. Zu gegebener Zeit werden wir aber sicher über regionale Sonderformen wie Kombis und Coupés nachdenken.“

Soll heißen: Technisch machbar ist vieles, doch der Aufwand muss im Verhältnis zu den Kosten stehen. Wie teuer die Entwicklung eines Ablegers auf Basis der Alu-Architektur ist, will Jaguar nicht verraten. Statt Kombi und Coupé stehen andere Modelle im Vordergrund. „Die Architektur ermöglicht viele Variationen. Die, auf die wir momentan schauen, sind aber nicht möglichst viele Ableger des XE, sondern wir wollen auf der selben Basis den XF und den F-Pace bringen“, sagt Stride. „Von einem breiten Portfolio mit den drei neuen Modellen – je eine Limousine in der Mittelklasse und in der oberen Mittelklasse sowie einen Crossover – erwarten wir uns global einen größeren Impact.“

Der nächste Schritt im Modellfahrplan zielt auf die Business-Klasse: Mit der neuen Generation des größeren XF will Jaguar auch ein Segment über dem XE den deutschen Marken die Dienstwagenfahrer abspenstig machen. Ab Herbst soll die Limousine zu Preisen ab 41.350 Euro gegen 5er, A6 und E-Klasse antreten.

Englands Angriff auf die deutsche Domäne
Der ein oder andere Londoner dürfte sich verdutzt die Augen gerieben haben, als sie in den Docklands gen Himmel geschaut hatten. In 18 Metern Höhe für ein neuer Jaguar XF über das Wasser – auf 240 Meter langen Stahlseilen. Mit der PR-Aktion für die neue Limousine stellten die Briten gleich einen neuen Weltrekord für Autos im Hochseilfahren über Wasser auf. Der eigentliche Gedanke: Jaguar wollte zeigen, wie leicht der Konkurrent von E-Klasse, A6 und 5er geworden ist. Quelle: Jaguar
Am Steuer saß während des Hochseil-Akts Stuntman Jim Dowdell, der schon in „Bond“- und „Indiana Jones“-Filmen als Double agierte. Immerhin: Ein Sicherungsseil haben die Briten dem Wagen dennoch spendiert. Ein Anteil von 75 Prozent Aluminium im Karosseriebereich ermöglicht im Vergleich zum Vorgänger Gewichtseinsparungen von bis zu 190 Kilogramm. Die Vierzylinder-Version ist laut Jaguar bis zu 80 Kilogramm leichter als die Modelle der Konkurrenz. Quelle: Jaguar
Obwohl die neue Modellgeneration sieben Millimeter kürzer und drei Millimeter flacher ist als der aktuelle XF, sorgt der um 5,1 Zentimeter auf 2,96 Meter verlängerte Radstand für mehr Platz im Fond. Das dürfte Stuntman Dowdell während der Fahrt aber reichlich egal gewesen sein. Quelle: Jaguar
In Sachen Abmessungen bleibt das neue Modell nahezu identisch. Der Radstand wächst zwar um 51 mm, was den Passagieren zu Gute kommen soll, die Länge nimmt jedoch um 7 mm ab, und auch die Höhe gibt Jaguar mit 3 mm weniger an. Quelle: Jaguar
Der XF basiert – wie der kleinere XE und das künftige SUV F-Pace – auf der modularen iQ-Alu-Plattform. So ist es möglich, mit einer kürzeren Version der Plattform eine Limousine von der Größe einer C-Klasse/A4/3er zu bauen, aber auch ein großes Auto der gehobenen Mittelklasse. So teilen sich XE und XF viele wichtige – und in der Entwicklung teure – Bauteile. Quelle: Jaguar
Darunter fallen zum Beispiel die Motoren. Angetrieben wird der XF von Turbodieseln der Ingenium-Baureihe. Jaguar bietet die Selbstzünder in zwei Leistungsstufen mit 163 PS und 180 PS an – wahlweise gibt es ein manuelles Sechs- oder ein automatisches Acht-Gang-Getriebe. Quelle: Jaguar
Die oberhalb davon rangierenden V6-Motoren werden durchgehend mit der Acht-Stufen-Automatik von ZF geliefert. Den per Kompressor aufgeladenen Benziner hat Jaguar mit 340 PS und 380 PS im Programm. Die Palette wird abgerundet von einem ebenfalls 3,0 Liter großen V6-Diesel mit 300 PS, der ein Drehmomentmaximum von 700 Nm bietet und dessen Höchstgeschwindigkeit bei 250 km/h abgeregelt wird. Quelle: Jaguar

Wegen der engen technischen Verwandtschaft kommen beim XF auch zahlreiche Motoren aus dem XE zum Einsatz. Die neuen Vierzylinder-Turbodiesel (163 und 180 PS) aus dem Werk Wolverhampton bilden die Basisversion, der schwächste Benziner ist der V6-Kompressor mit 340 PS. Im Gegensatz zum kleinen XE werden in der Business-Limousine auch die 380-PS-Version des Benziners sowie der Dreiliter-V6-Diesel mit 300 PS angeboten. Auch hier gilt: Weitere Versionen sind möglich, derzeit aber noch nicht beschlossen – zumindest offiziell.

Denn bis vor wenigen Jahren war auch ein SUV der Marke Jaguar offiziell nicht denkbar. Für höhergelegte Fahrzeuge gebe es im Konzern den Allrad-Spezialisten Land Rover, ließ der Konzern stets verlauten. Heute ist klar: Der Jaguar F-Pace, wie das SUV-Modell heißen wird, kommt Anfang 2016 auf den Markt.

Für Kevin Stride, der neben dem XE auch den F-Pace verantwortet, bleibt die Trennlinie zwischen den beiden Konzernmarken dennoch bestehen. „Jaguar steht für sportliche Autos. Jedes unserer Modelle soll in seiner Klasse zu den dynamischsten Fahrzeugen gehören“, sagt Stride. „Deshalb wird unser SUV F-Pace ein Performance-Crossover für die Straße sein und nicht wie ein Land Rover über Felsen klettern können. Wir wollen On-Road mit Dynamik und Sportlichkeit Maßstäbe setzen.“

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