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Rekord für Toyota Vergiss es, Volkswagen

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Ziel: Doppelter Absatz in China

Das größte potenzielle Problem bleibt der Wechselkurs. Toyota produziert einen weit höheren Anteil seiner Autos daheim als Nissan oder Honda. Damit profitiert der Branchenprimus zwar während der derzeitigen Talfahrt der japanischen Währung stärker als seine Rivalen. Aber wenn die Kurse drehen, wird er auch stärker getroffen.

Immerhin hat der Konzern dies erkannt. Neue Fabriken werden vor allem im Ausland gebaut. Allerdings hat der Konzern versprochen, mindestens drei Millionen Autos in Japan zu bauen. Diese Menge ist nötig, um die Zulieferindustrie daheim am Leben zu halten. Aber Toyoda betont daher immer wieder, dass die Werke daheim besonders effizient arbeiten müssten.

Darüber hinaus gibt es regionale Schwachpunkte. Europa ist einer. Doch dort ist der Konzern inzwischen immerhin profitabel. Die Gewinnmarge ist sogar von 2,1 auf 2,8 Prozent gestiegen. Ein anderer ist schon schwerer verdaulich: China. Der Konzern ist dort ein Spätstarter und muss sich daher mühen, den Anschluss an die Konkurrenz, vor allem Volkswagen zu halten.

Die zehn größten deutschen Autozulieferer
Platz 10: EberspächerUmsatz 2014: 3,60 Milliarden Euro Das aus Esslingen am Neckar kommende Familienunternehmen zählt zu den weltweit führenden Systementwicklern und -lieferanten für Abgastechnik, Fahrzeugheizungen und Klimasysteme Quelle des Rankings: Berylls Stretagy Advisors Quelle: dpa
Platz 9: BroseUmsatz 2014: 5,17 Milliarden Euro Aus Coburg kommen die Sitzsysteme, Türmodule, Fensterheber und Schließsysteme von Brose. 22.000 Menschen arbeiten für das Familienunternehmen, das bereits seit 1908 existiert. Quelle: Presse
Platz 8: HellaUmsatz 2014: 5,18 Milliarden Euro In Lippstadt in Nordrhein-Westfalen produziert Hella mit rund 29.000 Mitarbeitern Licht- und Elektroniksysteme für den Fahrzeugbau, wie hier die LED-Scheinwerfer für eine Mercedes E-Klasse. Das Unternehmen blickt auf eine lange Historie zurück. Der Grundstein wurde bereits 1899 gelegt. Quelle: Presse
Platz 7: Benteler AutomobiltechnikUmsatz 2014: 5,87 Milliarden Euro Fahrwerkteile, Abgassysteme, Umformtechnik und Rohre – das sind die Komponenten, die Benteler Automobiltechnik mit weltweit rund 20.850 Mitarbeitern entwickelt und produziert. Zum 1. September 2014 hat Benteler zwei Teilbetriebe aus der insolventen Wilco Wilken Lasertechnik übernommen, um seine Kompetenz in diesem Bereich zu verstärken. Quelle: Presse
Platz 6: SchaefflerUmsatz 2014: 8,89 Milliarden Euro Von Herzogenaurach aus schickt Schaeffler seine weltberühmten Wälzlager, aber auch Motoren- und Getriebeelemente, sowie Kupplungs- und Antriebstechnik rund um den Globus. Schaeffler übernahm 2008 Continental und bürdete sich damit einen riesigen Schuldenberg auf, den das Unternehmen in den nächsten Jahren nur mühsam abstottern konnte. Die Schaeffler-Gruppe hat rund 76.000 Mitarbeiter. Quelle: REUTERS
Platz 5: ThyssenKruppUmsatz 2014: 9,72 Milliarden Euro Der Stahlkonzern aus Essen verdient an der Automobilindustrie mit dem Verkauf von Karosserieteilen, Fahrwerksmodulen, Antriebssträngen, Lenksystemen und Aufhängungen. Im Bild die Achsmontage an einem Smart Fortwo. Insgesamt arbeiten 157.000 Menschen für ThyssenKrupp. Quelle: Presse
Platz 4: MahleUmsatz 2014: 9,98 Milliarden Euro Die Stuttgarter beliefern Autobauer weltweit mit Kolben, Lagern, Ventiltrieben, Filtersystemen, Turboladern und Klimaanlagen. Rund 65.000 Menschen arbeiten für das Traditionsunternehmen, das 1920 gegründet wurde. 2010 fusionierte Mahle mit dem Klimaanlagenbauer Behr und stieg damit damals unter die Top 4 der größten deutschen Automobilzulieferer auf. Quelle: dpa

2014 hat Toyota im Reich der Mitte gerade eine Million Autos abgesetzt. Allerdings will der Konzern nun ernst damit machen, die Verkäufe in den kommenden Jahren zu verdoppeln. Als Zeichen wird Toyota die erste neue Fabrik seit dem Baustopp neuer Werke in China bauen. 2018 soll sie die Produktion aufnehmen. 

Auf der Produktseite bleibt die Premiummarke Lexus ein Sorgenkind. Besonders in Deutschland dürfen sich Lexusfahrer besonders fühlen. Denn im Vergleich zu den Rivalen Audi, BMW und Mercedes ist Lexus noch eine Nischenmarke. Das Topmodell war 2014 der RX mit 142000 Exemplaren. Aber der GS, Toyotas Antwort auf den 5er-BMW und die E-Klasse von Mercedes, schaffte es weltweit nur 29000 mal von der Fabrik auf die Straße.

Toyoda ist sich der Schwächen bewusst – wie auch der Gefahr eines Scheiterns. Auf dem Weg zu einer wirklich wettbewerbsfähigen Firma sei noch viel zu tun, sagte Toyoda am Freitag in Tokio. „Das laufende Bilanzjahr wird ein wichtiger Wendepunkt sein, der zeigen wird, ob wir uns weiterentwickeln oder wieder zurückfallen.“

Das Unternehmen bremst zwar noch absichtlich das Wachstum. Der Konzern erwartet sogar etwas weniger Absatz als in diesem Jahr. Aber der Gewinn soll leicht auf 2800 Milliarden Yen wachsen. Ende des Jahres soll das erste Auto auf den Markt kommen, dass auf Toyotas neuer „Toyota New Global Architecture“ (TNGA) aufbaut, mit dem der Konzern sportlichere Autos deutlich billiger bauen will.

„Dies bedeutet, dass wir nun von der Phase der absichtlichen Pause in die Phase der Exekution eintreten“, betonte Toyoda die Bedeutung des Schritts. Aber auch am Ende bleibt er bescheiden: „Wenn wir wieder vor einer Krise wie nach dem Lehman-Schock stehen, werden wir sehen, wie stark Toyota wirklich geworden ist.“

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