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Renault und Fiat Chrysler Mega-Fusion wäre erster Schritt in eine neue Autowelt

Fiat Chrysler hat Renault eine Offerte zur Fusion gemacht. Bei einem Zusammenschluss würde einer der größten Autokonzerne der Welt entstehen. Quelle: REUTERS

Eine Fusion zwischen Fiat Chrysler und Renault-Nissan-Mitsubishi ist eine verlockende Idee. Es würde der größte Autokonzern der Welt entstehen und es wäre der erste Schritt in eine völlig veränderte Autowelt.

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Es war ein langes Buhlen von Fiat Chrysler (FCA) in der Branche. Nun könnte der Konzern einen willigen Partner gefunden haben: Mit dem Angebot einer Fusion an Renault könnte heute der erste Schritt erfolgt sein zu einem wirklich bedeutenden Zusammenschluss – bedeutend auch für Deutschlands Autoindustrie.

Bedeutend nicht etwa, weil den deutschen Herstellern VW, BMW und Daimler auf absehbare Sicht neue Konkurrenz heranwachsen würde. Denn der Zusammenschluss zielt weniger auf die Eroberung von Marktanteilen, als vielmehr auf eine Stabilisierung der beiden flirtenden Autokonzerne. Renault braucht dringend seine bisherigen Allianzpartner Nissan und Mitsubishi, um in der Welt bestehen zu können. Allein wären die Franzosen zu klein und technisch zu schwach. Seit jedoch das Bündnis durch den Skandal um Renault-Chef Carlos Ghosn Risse bekommen hat, stellt sich für Renault die Frage, wie es womöglich ohne Nissan weitergehen könnte. Nissan ist bei Absatz und Technologie der eindeutig Stärkere in der Partnerschaft.

Mit Fiat-Chrysler könnte ein guter Partner gefunden sein. Wo Renault schwach ist – im US-Markt sind die Franzosen nicht vertreten – kann FCA mit einem starken US-Geschäft helfen. Wo FCA ziemlich schlecht aussieht – in Europa läuft es miserabel und bei Elektroautos fehlt es an Knowhow – könnte Renault als E-Auto-Pionier und europäischer Platzhirsch die nötige Unterstützung liefern.

Ein amerikanisch-italienisch-französisches Bündnis wäre also zunächst einfach einmal gut für die Beteiligten. Wirklich bedeutend wird es durch etwas anderes. Mit knapp neun Millionen verkaufte Fahrzeuge pro Jahr wäre das Bündnis zwar nicht auf Augenhöhe mit Volkswagen oder Toyota (rund 11 Millionen Fahrzeuge), aber dennoch ein echtes Schwergewicht. Richtig spannend würde das Spiel, wenn Renault die Allianz mit Nissan und Mitsubishi retten und FCA zusätzlich hineinholen könnte. Dann entstünde ein globales Bündnis, das rund 15 Millionen Autos pro Jahr auf die Straße bringt und die bisherigen Branchenchampions VW und Toyota – zumindest bei Absatz und Umsatz – klar abhängen würde.

Die Forderung nach Zusammenschlüssen ist nicht neu in der Autoindustrie. Doch jetzt nimmt das Thema richtig Fahrt auf. Es entstehen womöglich Giganten, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schienen. Bei den Kosten und den neuen technischen Herausforderungen, wie etwa elektrisch und autonom fahrenden Autos, können sie den entscheidenden Vorsprung haben. Wie groß der Druck in der Branche ist, zeigen die Gespräche über eine enge Zusammenarbeit von Daimler und BMW. Und eben das sich nun denkbare amerikanisch-italienisch-französisch-japanisches Bündnis.

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