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Rolls-Royce-Chef Müller-Ötvös „Entscheidung über das SUV fällt 2015“

Exklusiv
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„Bei uns gibt es keine automobile Konkurrenz“

Ihr Werk in Goodwood liegt in einem Naturschutzgebiet, lässt sich aus diesem Grund nicht beliebig erweitern. Haben Sie überhaupt die Produktionskapazität, weiter so stark zu wachsen?
Wir bauen direkt in der Nähe ein Technologie- und Logistikzentrum, das ist eine große Investition für uns. Die Logistikumfänge, die heute noch im Werk befinden, in dieses Zentrum auslagern werden. Damit entstehen die Räume und Kapazitäten für das Fahrzeug, das wir 2016 auf den Markt bringen werden.

Was ist in dem Werk dann künftig möglich?
Wir reden nicht von 10.0000 Einheiten oder Ähnlichem. Solche Stückzahlen lehne ich ohnehin ab. Es ist eine klar erklärte Strategie gemeinsam mit der BMW Group, dass wir nicht in Preissegmente unterhalb der bestehenden Modelle eintreten werden. Die Exklusivität der Marke muss maximal bleiben. Ein Rolls-Royce wird dafür geliebt, dass man ihn eben nicht an jeder Straßenecke sieht.

Wann kommt der Punkt, an dem Sie gegensteuern? Sind für Sie 6.000, 7.000 oder 8.000 Fahrzeuge eine angemessene Zahl?
Sie erinnern sich sicher an die Äußerungen von Herrn Montezemolo, als er noch bei Ferrari war. Er war der Meinung, dass 7.000 Fahrzeuge für die Marke Ferrari die richtige Zahl sei. Für uns sehe ich das Level etwas anders, ich halte Ihre erstgenannte Zahl für denkbar – aber nicht morgen oder übermorgen. Langfristig sehe ich dieses Potenzial im Markt und auch unter dem Aspekt der Exklusivität für die richtige Größenordnung.

Sind 6.000 Fahrzeuge mit ihrem Werk machbar?
Mit der angesprochenen Logistik-Umsiedlung und neuen Schichten wäre das theoretisch machbar, aber es gibt keine dahingehenden Pläne. Aber richtig, es wäre immer noch eine sehr exklusive Zahl.

Mit neuen Derivaten wie dem Wraith Drophead Coupéwird Ihr Modellangebot noch größer. Gehen zusätzliche Ableger zulasten bestehender Modelle? Nehmen sie sich irgendwann gegenseitig die Kunden weg?
Die Frage der Substitution stellt sich für uns nicht. Wir reden hier über Kunden mit großen Garagen. Sechs bis sieben Fahrzeuge sind keine Seltenheit. Die Frage, ob man sich dieses oder jenes Auto kauft, stellt sich nicht. Man kauft, was einem gefällt. Und wenn beide Autos gefallen, kauft man beide. In diesem Super-Luxury-Segment gibt es keinen klassischen automobilen Wettbewerb zwischen den Herstellern. Das Entscheidende ist immer ein überzeugendes Produkt im Angebot zu haben.

In Arbeit
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Werfen wir noch einen Blick nach Las Vegas auf die Elektronikmesse CES, wo neben BMW auch Audi und Daimler ihre Visionen vom autonomen Fahren zeigen. Ist das auch bei Ihnen ein Thema oder ruft ein Rolls-Royce-Kunde, wenn er nicht selbst fahren will, einfach seinen Chauffeur?
Damit haben Sie die Frage eigentlich schon beantwortet. Wir sind sozusagen für viele unserer Kunden bereits autonom fahrend unterwegs. Wir haben außerdem festgestellt, dass unsere Kunden vermehrt selbst fahren wollen. Ich möchte autonome Fahrfunktionen nicht ausschließen. Im Gegenteil, es passt gut zur Marke und wird irgendwann kommen. In unserem Fokus ist es aber derzeit nicht.

Torsten Müller-Ötvös, Jahrgang 1960, ist seit 2010 Geschäftsführer von Rolls-Royce. Zuvor hat er sich im BMW-Konzern unter anderem als Marketing-Manager für den Mini bewiesen.

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