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Rupert Stadler Audi-Chef setzt auf die Lust am SUV

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SUV-Reihe soll wachsen

Dank China: Audi & Co mit Rekordmonat

Mit Foshan können Sie in China mehr als 700 000 Autos produzieren. Begeben Sie sich damit nicht in zu starke Abhängigkeit von diesem Markt?

Das Risiko, in China nicht dabei zu sein, ist viel größer, als dort ein aktiver Spieler zu sein. Wir haben uns entschieden, zusammen mit den Joint-Venture-Partnern bis zu 700.000 Autos pro Jahr lokal zu produzieren. Und in drei Jahren werden wir sicher über weiteres Potenzial reden. Der Anteil des Premiummarkts an den Gesamtzulassungen beträgt dort nur rund zehn Prozent, ist also ausbaufähig.

Wo sehen Sie noch Wachstum für Audi, wenn wir über die Modellpalette schauen?

Wir sind heute mit unseren Modellen der A-Reihe gut aufgestellt. Oben gibt es sicher um den A6 herum noch Wachstumschancen, etwa mit einem sportlichen Modell. Potenziale sehen wir vor allem im SUV-Bereich, der weltweit wächst. Wir werden deshalb unsere Q-Reihe deutlich verbreitern. Ab 2016 vermarkten wir den Q1, der in Ingolstadt gefertigt wird. Auch oberhalb des Q7 sehen wir gute Chancen für ein zusätzliches Produkt.

Audi TT Offroad Concept auf der Peking Auto Show. Quelle: dpa

Der Q7 ist doch schon ein riesiges Auto. Darüber soll es noch was geben?

Daran arbeiten wir gerade. Zudem ist zwischen Q5 und Q7 und zwischen Q3 und Q5 noch Platz. Wir haben gerade in China eine TT-Studie mit vielen SUV-Attributen gezeigt. Die ersten Reaktionen sind sehr gut, das werden wir bei unserer Modellplanung berücksichtigen. Es gibt also noch einige Möglichkeiten für ertragsreiches Wachstum. Denn die SUV-Kunden geben gerne etwas mehr Geld aus für Ausstattung.

Den Audi-Mitarbeitern wird derzeit der A1 mit Sonderkonditionen geradezu aufgedrückt. Läuft der Verkauf so schlecht?

Keineswegs. Der A1 ist sehr stark und stabil im Markt unterwegs. In Kürze wird er eine Produktaufwertung bekommen. Dass wir ein solch attraktives Modell auch unseren Mitarbeitern anbieten, ist ganz normal. Das Verkaufsvolumen des A1 ist mit rund 120.000 Einheiten seit vier Jahren stabil, geplant war ehemals eine Jahresproduktion von 80.000 Autos. Das Ding sitzt.

Auto



Wann rollt Audi eigentlich sein Carsharing-Konzept aus? BMW und Daimler sind mit Drive Now und Car-to-Go weit voraus.

Seit drei, vier Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema.

Auf der Straße sieht man aber nicht viel.

Mit gutem Grund. Denn wir wollen unsere Autos nicht zu Flatrate-Konditionen in den Markt drücken. Ich will keine Audi-Modelle als rollende Litfaßsäulen in den Städten. Wir gehen dieses Thema anders an.

Nämlich?

Wir suchen unsere Bühne dort, wo unsere Kunden sind. So bieten wir zum Beispiel mit Audi Select in einem Pilotprojekt die Möglichkeit, innerhalb eines Jahres drei unterschiedliche Automobile zu fahren. Sie können also für vier Monate ein A5-Cabriolet fahren, dann einen Q5 und anschließend einen R8. Für einen gewissen Mehrpreis bekommt der Audi-Kunde im Rahmen seines Leasingvertrags diese Flexibilität. Das tut unserer Marke gut und kommt bei Premiumkunden besser an.

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