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Sanierungsplan abgelehnt Bochumer Opelaner ringen um die Zukunft

Die Beschäftigten des Opel-Werks haben den Sanierungsplan für den angeschlagenen Autobauer mit klarer Mehrheit abgelehnt. Doch wie geht es nun weiter in Bochum? Die IG Metall will offenbar weiter verhandeln.

Mokka kommt nach Saragossa
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Nach dem Nein der Bochumer Opel-Beschäftigten zu einem Sanierungs-Tarifvertrag geht das Ringen um die Zukunft des Werks weiter. Zwar teilte die Geschäftsleitung mit, dass es keine weiteren Verhandlungen über den Tarifvertrag geben wird. Die IG Metall kündigte aber an, sich in den kommenden Wochen mit dem Betriebsrat und der Adam Opel AG über weitere Schritte abstimmen zu wollen. Laut NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) bemüht sich die Gewerkschaft, das Unternehmen zu weiteren Gesprächen zu bewegen.

Die Beschäftigten hatten am Donnerstag den Sanierungsplan für den angeschlagenen Autobauer mit klarer Mehrheit abgelehnt. Jetzt droht das Ende der Autoproduktion bereits Ende kommenden Jahres und nicht erst Ende 2016. Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky hatte angekündigt, die Fertigung in Bochum zum 1. Januar 2015 komplett einzustellen, falls es keine Einigung mit den Beschäftigten geben sollte. Bis Ende 2014 gilt in Bochum noch ein Kündigungsschutz.

Die Gewerkschaftsmitglieder sprachen sich nach Angaben der IG Metall mit 76,1 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen den Tarifvertrag aus. Sie folgten damit ihrem Betriebsrat, der den Sanierungsplan abgelehnt hatte. Die Wahlbeteiligung betrug 69,3 Prozent.

So stand es 2014 um Opel

Mit dem zwischen Gewerkschaft und Unternehmen in mühsamen Verhandlungen erzielten Tarifvertrag sollte das Aus für die Fahrzeugproduktion um zwei Jahre verschoben werden. Nach 2016 sollten Bochum nur noch eine Teilefertigung und ein Ersatzteillager mit zusammen 1200 Arbeitsplätzen bleiben. Derzeit hat Opel dort noch 3200 direkt beim Unternehmen beschäftigte Mitarbeiter.

„Wir bedauern sehr, dass die Beschäftigten in Bochum ein attraktives Angebot nicht angenommen haben“, erklärte der Bochumer Werksleiter Manfred Gellrich laut einer am Abend veröffentlichten Mitteilung. Eine große Chance sei nun vertan. Nach der Entscheidung gegen den Deutschlandplan werde es keine weiteren Verhandlungen zum vorliegenden Tarifvertrag geben.

„Das Votum ist eindeutig“, kommentierte der Bezirkschef der IG Metall in NRW, Knut Giesler, das Abstimmungsergebnis am Abend. Die Gewerkschaft werde den Tarifvertrag für den Standort Bochum nicht unterschreiben. Die Zusagen des Unternehmens seien den meisten Mitarbeiter zu vage.

Betriebsrat und IG Metall waren sich bei der Beurteilung des Sanierungsplans nicht einig. Betriebsratschef Rainer Einenkel reichten die Zusagen für die Ersatzarbeitsplätze nicht. Außerdem drohten schon vor 2016 Entlassungen, hatte er gewarnt. Die Gewerkschaft betonte, mehr sei in den Verhandlungen nicht herauszuholen gewesen.

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Einenkel hält das mögliche Ende der Autoproduktion schon 2014 für eine leere Drohung. Eine Verlagerung sei „aufgrund hoher Investitionen und fehlender Fachkompetenz in anderen Werken unsinnig“, hatte der Betriebsrat in einem Flugblatt erklärt. In Bochum wird der Zafira gebaut.

Die IG-Metall-Mitglieder an den drei Opel-Standorten Rüsselsheim, Kaiserslautern und Dudenhofen hatten den Tarifvertrag bereits mit großer Mehrheit angenommen. Ein Nein in Bochum hat darauf keine Auswirkungen.

„Das, was wir alle erwartet haben, ist eingetreten“, sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer der dpa. „Dadurch, dass Opel wenig Verbindliches konkret zugesagt hat, blieb den Opel-Arbeitern eigentlich keine andere Wahl.“ Kurzfristig werde sich aber nichts ändern. „Ende 2014 wird man sehen, ob Opel Ernst macht.“ Er gehe aber nicht davon aus, dass Opel die Fertigung dann beende. „Eine langsam auslaufende Produktion bis 2016 ist für Opel die ökonomischere Alternative, die auch in der Öffentlichkeit positiv aufgenommen würde.“

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