Schließung in Bochum Streit der Opel-Betriebsräte eskaliert

Der Streit um das Opel-Werk in Bochum wird schärfer: Die anderen Werke werfen Einenkel vor, ein falsches Spiel zu treiben. Es müsse gerettet werden, was noch zu retten ist.

Mokka kommt nach Saragossa
Zaragoza Quelle: REUTERS
Bochum Quelle: dpa
Rüsselsheim Quelle: dpa
Eisenach Quelle: AP
Kaiserslautern Quelle: dpa
Ellesmere Quelle: dpa
Luton Quelle: dpa

Der Streit unter Opel-Arbeitnehmervertretern um die drohende Schließung des Werks Bochum wird immer heftiger. Nach Vorwürfen des Bochumer Betriebsrats an die Adresse der Kollegen in anderen Opel-Werken schlugen diese prompt zurück. Sie warfen dem Bochumer Betriebsratsvorsitzenden Rainer Einenkel vor, ein falsches Spiel zu treiben: Er tue so, als läge es in der Hand der anderen Standorte, das Werk im Ruhrgebiet zu retten. Das sei unredlich, schrieben mehrere Mitglieder der Verhandlungskommission der IG Metall bei Opel in einer öffentlichen Stellungnahme.

Sie warfen den Bochumern vor, mit ihrer Entscheidung gegen den mit dem Opel-Vorstand ausgehandelten Sparplan das frühe Aus für ihre Fabrik selbst verschuldet zu haben. "Anstatt zu versuchen, eine für ihn günstige Geschichtsschreibung zu erreichen, sollte sich der Bochumer Betriebsratsvorsitzende darauf konzentrieren, für die Bochumer Belegschaft zu retten, was noch zu retten ist", hieß es in dem IG-Metall-Schreiben. Bochum hatte als einziges Werk gegen die Vereinbarung gestimmt, weil der Betriebsrat hoffte, die Schließung der 50 Jahre alten Fabrik im Ruhrgebiet durch weitere Verhandlungen verhindern zu können. Daraufhin kündigte die Opel-Geschäftsleitung an, das Werk bereits Ende 2014 dichtzumachen und nicht erst zwei Jahre später, wie GM anfangs angeboten hatte. "Nun verhandelt der Bochumer Betriebsrat in alleiniger Verantwortung und muss diese auch tragen", schrieben Mitglieder der Verhandlungskommission.

Neumann geht, Lohscheller übernimmt
Michael Lohscheller Quelle: Opel
Karl-Thomas Neumann Quelle: obs
Thomas Sedran Quelle: dpa
Stephen Girsky Quelle: dpa
Karl-Friedrich Stracke Quelle: dpa
Nick Reilly Quelle: REUTERS
Hans Demant Quelle: AP

Durch die Schließung des Werks Bochum fallen mehr als 3000 Arbeitsplätze weg. Die anderen Opel-Standorte erhielten dagegen Produktionszusagen bis Ende 2016. Der bislang in Bochum gebaute Familienwagen Zafira soll ab 2015 im Stammwerk in Rüsselsheim vom Band laufen. Opel schreibt seit Jahren rote Zahlen und muss seine Kapazitäten wegen der Absatzkrise in Europa herunterschrauben. Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug hatte seinem Bochumer Kollegen Einenkel nach dessen Ablehnung des Sanierungspakets eine "fatale Fehleinschätzung" der Lage bei dem Autobauer vorgehalten. Dieser wiederum bezichtigte Schäfer-Klug der Lüge und warf ihm vor, den Bochumern wichtige Informationen vorenthalten zu haben.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%